Titel: Darstellung des Morphiums.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. XXII./Miszelle 13 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030022_13

Darstellung des Morphiums.

Hr. Chevallier theilte der Académie de médecine zu Paris das neue Verfahren des Hrn. Edward Staples für die Bereitung des Morphiums mit |79| Man nimmt nach diesem amerikanischen Gelehrten vier Theile sehr sein zerriebenes Opium, und behandelt sie mit drei Theilen Essigsäure, die mit drei Theilen Wasser verdünnt ist; damit läßt man es 34 Stunden lang bei 21° C. (24° R.) erweichen. Hierauf sezt man acht Theile Alcohol von 35° Beaumé zu und digerirt es noch 24 Stunden lang bei 71° C. (56° R.) Den unaufgelösten Rükstand des Opiums behandelt man ganz auf dieselbe Art. Die gefärbten Flüssigkeiten werden dann zusammengegossen und filtrirt; hierauf sezt man eine Auflösung von Ammoniak in Alkohol so lange zu, bis dadurch keine Trübung mehr erfolgt. Bald darauf sezt sich das Morphium in Krystallen ab, welche man sodann durch Alkohol reinigt. Auf diese Art erhält man das Morphium fast ganz farblos. Hr. Chevallier hat dieses Verfahren mit gutem Erfolge wiederholt.

Hr. Blondeau, Mitglied der pharmaceutischen Gesellschaft zu Paris, las vor der Acad. d. médecine am 16. Juli d. J. eine Abhandlung: über die Benuzung der Gährung des Opiums zur Darstellung des Morphiums. Er schließt aus seinen Versuchen, daß man fast alles Morphium erhalten kann, wenn die Gährung die anderen Bestandtheile des Opiums zersezt oder zerstreut hat. Er will gegen 14 Quent Morphium aus Einem Pfunde Opium erhalten haben. Die HHrn. Robiquet und Guibourt werden seine Arbeit in Auftrag der Gesellschaft prüfen. Journ. de Pharmacie. Septbr. 1828. S. 467.)

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