Titel: Berechnung des Werthes der Demante.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. LVIII./Miszelle 25 (S. 229–230)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030058_25

Berechnung des Werthes der Demante.

Ein ungenannter Leser berichtigt die im Mech. Mag., N. 266 angegebene Methode den Werth der Demante zu berechnen137) in eben dieser Zeitschrift N. 267 S. 124 auf folgende Weise:

„Sie sagen, die von Ihnen angegebene Methode wäre bloß auf kleine Demante anwendbar; gerade umgekehrt! kleine Demante, d.h. solche die unter Einem Karat wiegen, werden nie durch Multiplication ihres Gewichtes durch sich selbst, oder durch Quadrirung desselben berechnet, wohl aber alte Demante, |230| die Ein Karat und darüber wiegen. Der Durchschnittspreis eines rohen Demantes ist 2 Pfund Sterl. das Karat; ein Brillant aber, der Ein Karat wiegt und dabei makellos, schön im Wasser und gut geschnitten ist, gilt 8 Pf. Sterl. Dieser Werth galt bisher immer als Maßstab bei Berechnung des Werthes größerer Demante von was immer für einer Schwere, und gilt auch jezt noch. Das Quadrat des Gewichtes des Demantes muß daher mit 8, nicht mit 4 multiplicirt werden. Diese Regel gilt indessen nur bei vollkommen fehlerfreien Brillanten, nicht bei Demanten, die den Rosenschliff oder irgend einen anderen Schnitt haben. Es gibt viele Demante, die man theils ihrer Form, theils ihrer Farbe oder ihres Wassers wegen, theils weil sie dunkle Fleken haben, nicht mit 4 multipliciren darf, und der Käufer würde sich sehr tauschen, wenn er sich an diese Regel hielte. Genaue Kenntniß des Werthes der Demante, ihrer Qualität, so wie ihres Schliffes und ihrer Politur nach kann erst durch vieljährige Uebung erlernt werden. Kleine Brillanten, d.i. solche, die weniger als Ein Karat (4 Gran wiegen, wechseln, je nachdem ihr Wasser, ihre Farbe und ihr Schnitt ist.(einfach oder doppelt), in ihrem Werthe zwischen 4 und 40 Pf. Sterl. Kleine Rosen-Demante, die man holländische Rosen nennt, weil sie in Holland „(vorzüglich von portugiesischen Juden)“ geschliffen werden, gehen 100 bis 150 auf Ein Karat, und gelten, das Karat zwischen 10 und 15 Pf. Sterling. Viele Leute glauben, daß Demante und Brillanten verschiedene Steine sind, was ein Irrthum ist. Die Masse ist in beiden dieselbe, und Brillanten nennt man die Demante vorzugsweise nur dann, wann sie so geschliffen sind, daß sie durch eine größere Anzahl von Flächen auf ihrer Oberfläche eine größere Refraction und Reflexion der Lichtstrahlen erzeugen, wodurch das stärkere Farbenspiel entsteht. 138)

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Es heißt nämlich daselbst, rohe Demante werden in England auf folgende Weise geschäzt. Man multiplicirt die Zahl der Karate mit sich selbst, d.h. man quadrirt sie, und multiplicirt das Product mit 2; das nun erhaltene zweite Product ist der Werth des rohen Demantes in Pf. Sterling. Also wird ein Demant von 20 Karat 800 Pf. Sterl. gelten; den 20 × 20 = 400 × 2 = 800. Wenn der Demant geschliffen ist, wird das erste Product, oder das Quadrat der Zahl der Karate, mit 4 statt mit 2 multiplicirt; obiger Demant wird also geschliffen 1600 Pfund Sterling gelten. Bei sehr großen Demanten gilt diese Regel nicht mehr. Mech. Mag., N. 266, 16. Sept. 1828, S. 111.

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Die Redaction des Mech. Mag. entschuldigt sich über ihren früher verbreiteten Irrthum bloß mit der Bemerkung: „daß sie obige Notiz in Nro. 266 nach der Autorität eines fremden Werkes gegeben habe,“ ohne dieses fremde Werk zu nennen. Dieses fremde Werk ist aber der Aufsaz des Wundarztes zu Calcutta, den Herr Gill in sein Septemberheft des technolog. Repos. aufnahm, und auf welchen wir oben aufmerksam machten.

A. d. Ueb.

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