Titel: Libri's Theorie über Davy's Sicherheitslampe.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. LXXIX./Miszelle 5 (S. 314–315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030079_5

Libri's Theorie über Davy's Sicherheitslampe.

Bekanntlich erklärte Sir Humphry Davy die Wirkung seiner Lampe durch die hohe Leitungskraft der Wärme in den Drahtfaden, und nahm an, daß die |315| Hize der Flamme durch diese Drahtsaden so sehr abgeleitet wird, daß die Flamme die entzündbare Mischung außer dem Drahtgeflechte nicht mehr zu entzünden vermag. Herr Libri machte in der Sizung der Georgofili zu Florenz eine Bemerkung bekannt, die ihm auffiel, nämlich diese, daß wenn man zwei Stäbe, sie mögen nun gute oder schlechte Wärmeleiter seyn, einer Flamme nähert, diese leztere allzeit von jenen zurükgeworfen wird; daß diese Kraft, die Flamme zurükzuwerfen, sich gerade wie die Masse der Stäbe, und umgekehrt, wie der Abstand derselben von der Flamme verhält; daß diese Kraft auch durch die höchste Temperatur dieser Stäbe, in welcher sie keinen Wärmestoff von der Flamme mehr aufzunehmen vermögen, nicht vermindert wird, daß ferner zwei Flammen, die man einander nähert, obschon die Temperatur einer jeden erhöht wird, sich doch wechselseitig abstoßen. Die Drahtfaden werfen also, sagt Libri, die Flamme zurük im Verhältnisse ihrer Durchmesser, und wenn zwei derselben so nahe neben einander stehen, daß ihr Abstand nicht dem doppelten Halbmesser der Repulsionssphäre gleich ist, so werden sie die Klamme nie zwischen sich durchlassen, außer dieselbe würde von einer höheren Kraft angetrieben. Wenn diesen beiden Stäben noch zwei andere beigefügt werden, so entsteht ein für die Flamme undurchdringbares Gewebe. Es scheint Herrn Libri daher, daß die Anzahl der horizontalen Drahte in Sir Davy's Lampe viel zu groß ist; daß man nur so viele davon braucht, als zur Befestigung der senkrechten Drahte nothwendig ist, und daß die Lampe dann, bei gleicher Sicherheit, ein weit helleres Licht geben würde. Er hat diese Behauptungen durch Versuche zu erweisen gesucht. London Journal of Arts, Oktober 1828. S. 32.

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