Titel: Ueber die Zusammensezung der russischen Platinerze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. LXXIX./Miszelle 7 (S. 315–316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030079_7

Ueber die Zusammensezung der russischen Platinerze.

Hr. Prof. Osann glaubte in der lezteren Zeit mehrere neue Metalle in den russischen Platinerzen entdekt zu haben. Unsere bisherigen Kenntnisse von den Eigenschaften des Iridiums, Osmiums, Rhodiums und Palladiums erlaubten nämlich nicht, eine solche analytische Methode aufzufinden, wodurch sie vollständig von dem Platin und eines von dem anderen getrennt werden konnten, so daß man |316| im Lauf der Analyse immer Gemenge derselben zu erhalten erwarten mußte. Berzelius hat nun ausführliche Untersuchungen über die Eigenschaften der das Platin begleitenden, bisher nur unvollkommen bekannten Metalle angestellt, und ist dadurch zu einer analytischen Methode gelangt, welche eine ziemlich scharfe Trennung derselben möglich macht. Wir verweisen auf seine Abhandlung (übersezt in Poggendorff's Annalen der Physik Bd. XIII. S. 435 und 527) und theilen hier nur die Resultate seiner Untersuchung der russischen Platinerze mit.

1) Platinerz von Nischne Tagilsk. Dieses Erz hat eine sehr dunkelgraue Farbe und enthält sehr viele magnetische Körner, welche zum Theil polarisch sind, und die größeren in dem Grade, daß sie kleine Stüke von Stahldraht heben. Die magnetischen und die unmagnetischen Körner wurden für sich analysirt. Die Resultate mehrerer Analysen sind zwar nicht absolut gleich, aber doch so wenig verschieden ausgefallen, daß sich deutlich daraus ergibt, daß sowohl die unmagnetischen als die magnetischen Körner eine besondere und constante Zusammensezung besitzen. Berzelius führt von jeder Analyse nur eine an, und wählt diejenige aus, welche er für die zuverlässigste hält.

Unmagnetische
Körner
Magnetische
Körner
Platin 78,94 73,58
Iridium 4,97 2,35
Rhodium 0,86 4,15
Palladium 0,28 0,30
Eisen 14,04 12,90
Kupfer 0,70 5,20
Osmium-Iridium in Körnern 1,00
– – – Flitterchen 0,96
Ungelöstes 2,30173)
–––––––––––––––––––––––
98,75 97,86

2) Platinerz von Goroblagodat. Dieß Erz ist ganz unmagnetisch und dadurch merkwürdig, daß es ganz frei von Iridium ist. In einer Probe fand jedoch Berzelius eine Spur davon, so daß hier und da, aber sparsam, wohl iridiumhaltige Körner vorkommen können.

Platin 86,50
Rhodium 1,15
Palladium 1,10
Kupfer 0,45
Eisen 8,32
Osmium-Iridium 1,40
–––––
98,92

Bei allen diesen Verlusten besteht ein Theil des Verlustes aus Osmium, das bei der Lösung mit der Säure überdestillirte. – Zur Vergleichung machte Berzelius noch eine.

3) Analyse des Platinerzes von Barbacoas in der columbischen Provinz Antioquia. Dieses Platinerz besteht aus sehr großen, oft wohl einen Gramm wiegenden Körnern, die mit kleineren in geringer Menge vermischt sind. Für die größeren Körner fand Berzelius folgende Zusammensezung:

Platin 84,30
Rhodium 3,46
Iridium 1,46
Palladium 1,06
Osmium 1,03
Kupfer 0,74
Eisen 5,31
Quarz 0,60
Kalk 0,12
–––––
98,08
|316|

Gemenge von Osmium-Iridium in Körnern und Flitterchen, nebst Sandkörnern.

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