Titel: Longchamp's Salpeterplantagen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CII ./Miszelle 10 (S. 396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030102_10

Longchamp's Salpeterplantagen.

Hr. Beudant hat im Namen einer Commission, welche aus den HHrn. Vauquelin, Marmont, Cordier und ihm selbst bestand, der pharmaceutischen Gesellschaft in Paris am 15. Octbr. 1828 Bericht über Longchamp's künstliche Salpetererzeugung (vergl. polyt. Journ. Bd. XXIII. S. 450) erstattet, wovon Folgendes ein Auszug ist:

Hr. Longchamp sagt, daß die salpetersauren Salze in Materialien vorkommen, welche weder eine vegetabilische noch eine animalische Substanz enthalten, und auch niemals mit den Ausflüssen der Thiere in Berührung kamen. Er behauptet, daß die Salpetersäure nur durch die Elemente der Atmosphäre erzeugt wird, und daß man daher Salpeterplantagen ohne Anwendung stikstoffhaltiger Substanzen errichten sollte.

Die Commission findet nicht, daß die von Hrn. Longchamp angeführten Thatsachen unwiderlegbar beweisen, daß die Salpetersäure sich ohne Beihülfe thierischer Substanzen und ausschließlich durch die Elemente der Atmosphäre bildet.

Als die Commission sodann untersuchte, ob Salpeterplantagen nach der von Hrn. Longchamp angegebenen Weise eingerichtet, für Frankreich vortheilhaft wären, fand sie, daß diese Salpeterhütten gewiß nicht mehr Salpeter hervorbringen würden, als diejenigen, welche vegetabilische und animalische Substanzen enthalten, und dieses auch nicht viel schneller; da nun von dem Salpeter, welchen man aus den Salpeterplantagen (zum Beispiel denjenigen in Preußen) erhält, der Regierung dieses Landes das Kilogramm auf 2 Franken 40 Cent, zu stehen kommt (das heißt theurer, als unsere Salpetersieder uns den Salpeter liefern, der auch für unsere Bedürfnisse hinreicht), und mehr als zweimal so hoch, als man den Salpeter aus Indien kaufen könnte, wenn unsere Regierung die Einfuhr desselben aus diesem Lande erlauben würde; so schließt die Commission daraus, daß der Vorschlag des Hrn. Longchamp wegen Salpetergewinnung in ökonomischer Hinsicht nicht annehmbar ist, aber in wissenschaftlicher Hinsicht Berüksichtigung verdient. (Journal de Pharmacie. Novbr. 1828. S. 583.)

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