Titel: Verbindung des Chlors mit blausaurem Kali.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CII ./Miszelle 12 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030102_12

Verbindung des Chlors mit blausaurem Kali.

Hr. James Johnston theilt in Brewster's Journal eine Abhandlung über obigen Gegenstand mit, wovon Folgendes ein Auszug ist.

Die neue in dieser Abhandlung beschriebene Verbindung wird als Chloreisencyan-Kalium betrachtet, und besteht aus:

1 Atom Chloreisencyan
4 Atome Kalium
= 31
= 20
51

Die neue Säure kann man für sich durch verschiedene Verfahrungsweisen erhalten, welche Hr. Johnston in einer künftigen Abhandlung auseinanderzusezen verspricht. In reinem Zustande bildet sie schöne rothe vierseitige Nadeln, die im Aeußern von denjenigen irgend eines ihrer Salze nicht verschieden sind. Hr. Johnston hat diese Säure mit verschiedenen Basen verbunden und gibt folgende allgemeine Eigenschaften ihrer Salze an:

1) Sie haben alle eine tiefrothe Farbe und krystallisiren in vierseitigen Pyramiden und rhomboidalen Prismen. In kleinen Nadeln ist ihre Farbe goldgelb.

2) In feuchtem Zustande werden die Krystalle durch Licht und Wärme zersezt, werden auf der Oberfläche grün, und lassen beim Auflösen einen grünen Rükstand.

3) Sie sind in Wasser leichtauflöslich, aber in Alkohol, selbst in beträchtlich verdünntem, unauflöslich.

4) Ihre Auflösungen haben, wenn sie heiß und concentrirt sind, einen eigenthümlichen Geruch, der sich einem schwachen Chlorgeruch nähert; mit Ausnahme des Bleisalzes haben sie alle einen bittern Geschmak, während die Bleiverbindung so angenehm wie die anderen Salze dieses Metalles schmekt.

5) Schwefelwasserstoff zersezt diese Auflösungen, indem sie grün werden und Schwefel absezen. Einige schwefelwasserstoffsaure Salze wirken ebenso, aber Wasserstoffgas zersezt sie nicht.

6) In Pulver mit Schwefelsäure behandelt geben sie Chlorgas aus. Die Strontian-, Baryt- und Bleisalze entbinden solches zum Theil bei gelindem Erwärmen.

7) Ihre Auflösungen werden auch durch metallisches Queksilber zersezt, indem sie zuerst grün, dann gelblichgrün werden und einen blauen Niederschlag absezen, und geben dann nicht mehr einen rothen, sondern einen weißen Niederschlag mit salpetersaurem Silber. Sie wirken auch stark auf metallisches Eisen, indem sie es augenbliklich mit Berlinerblau überziehen.

8) Sie geben alle ähnliche Niederschläge mit den Metalloxyden.

9) In trokenem Zustande erleiden sie durch Aussezen an die Luft keine Veränderung, das Cadmiumsalz ausgenommen, welches zerfließt.

10) Die meisten decrepitiren beim Erhizen, und können in der Flamme eines Lichtes verbrannt werden, indem sie helle weiße Funken aussprühen und einen dunkelbraunen Rükstand hinterlassen. Das Barytsalz schmilzt, ohne merklich zu brennen, und das Bleisalz brennt ruhig wie Zunder, indem es kleine Kügelchen von metallischem Blei gibt. (The phil. Mag. and Annals of Philos. Novbr 1828. S. 385.)

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