Titel: Bereitungsart des Grenoble-Ratafia.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CII ./Miszelle 18 (S. 399)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030102_18

Bereitungsart des Grenoble-Ratafia.

Hr. Chevallier gibt im Journal des connaissances usuelles N. 39 (Bullet. d. Scienc. technol. Septbr. 1828. S. 207) folgende Weise an, wie man zu Grenoble Ratafia aus Kirschen bereitet, der von den Lekermäulern sehr gesucht wird, und wovon zu Grenoble allein jährlich an 300 Hektoliter (das Hektoliter zu 60 Franken im Durchschnitte) erzeugt werden. Man sammelt die reifen Kirschen in Kufen, drükt sie in denselben ein, und läßt sie nur so lang darin, daß sie nicht sauer werden und gähren können; hierauf bringt man sie, sobald eine hinlängliche Menge vorräthig ist, in eine Oehlmühle, in welcher man sie sammt dem Kerne unter dem Steine zerquetschen läßt. Dieser zerquetschte Kirschenbrei wird sammt dem Safte in Kessel gethan, und in denselben 2 oder 3, auch wohl 6 Stunden lang, je nachdem die Kirschen mehr oder minder reif sind, gekocht, und während des Kochens fleißig umgerührt, damit nichts an den Kesseln sich anlegt. Nachdem der Brei hinlänglich ausgesotten wurde, wird er in Binsenkörbe geschlagen, und unter die große Presse gebracht, wo aller Saft ausgepreßt wird, den man dann noch lau in Fässer füllt, in welchen man ihn abkühlen läßt und demselben 1/4, 1/5 oder 1/6 Alkohol von 33° zusezt. Sobald der Alkohol zugesezt ist, schließt man die Fässer hermetisch. Jeder Fabrikant sezt diesem Kirschensafte (jus de cerises), der mit der stärksten Dosis Alkohol Ratafia genannt wird, noch allerlei Ingredienzen bei, die aber jeder geheim hält.

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