Titel: Künstliche Diamanten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CII ./Miszelle 9 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030102_9

Künstliche Diamanten.

In der Sizung der Pariser Akademie der Wissenschaften am 5. November theilte Herr Gannal in einem Schreiben das Resultat seiner Untersuchungen über die Wirkung des Phosphor auf den Schwefelkohlenstoff mit. Er hatte nämlich Gelegenheit, eine beträchtliche Quantität Schwefelkohlenstoff zu bereiten, und suchte nun den Schwefel davon zu scheiden, um reinen Kohlenstoff zu erhalten. Dieß gelang ihm mittelst des Phosphor und er erhielt nach einem von ihm genau beschriebenen Verfahren als Präcipitat eine krystallisirte Substanz, die den Sonnenstrahlen ausgesezt, alle Regenbogenfarben reflektirte. Er sammelte gegen zwanzig einzelne Krystalle, wovon drei die Größe eines Hirsenkorns hatten. Die drei leztern wurden von Herrn Champigny, dem Director der Juwelenhandlung des Herrn Petitot, als wahre Diamanten begutachtet. Ein anderer französischer Chemiker, Herr Cagnart Delatour hatte sich ebenfalls mit diesem Gegenstand |396| beschäftigt und glaubte auf einem ganz verschiedenen Wege zu demselben Resultat gelangt zu seyn. Die Untersuchung des Herrn Thenard ergab aber, daß seine Krystalle nichts als Kieselerde waren. Die Academie hat mehrere ihrer Mitglieder beauftragt, Hrn. Gannal's Verfahren mit 8 Unzen Schwefelkohlenstoff zu wiederholen. (Allgemeine Zeitung 1828. Nro. 333 und 334.) Offenbar wird erst die Beschreibung des Verfahrens bei der Darstellung des reinen Kohlenstoffs und der Bericht des chemischen Commité's zeigen, ob es jezt schon möglich ist, bei der Darstellung des schäzbarsten Edelsteins den Producten der Natur ziemlich nahe zu kommen, und seinen Zwek auf eine nicht zu kostspielige Weise zu erreichen. Wir wollen hier nur noch bemerken, daß das beste Verfahren Schwefelkohlenstoff (früher fälschlich Schwefelalkohol genannt) darzustellen, dieses ist, Schwefeldämpfe durch eine bis zum völligen Rothglühen erhizte Porcellanröhre, welche gut ausgebrannte Holzkohle enthält, zu leiten. Man findet das Verfahren hiebei in allen neueren Lehrbüchern der Chemie beschrieben, am besten in dem Lehrbuch von Berzelius. Dresden 1825. Bd.i. S. 299.

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