Titel: Gahn's Recept zur Verfertigung der Sprengkohle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1828, Band 30, Nr. CXII./Miszelle 6 (S. 420–421)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj030/mi030112_6
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Gahn's Recept zur Verfertigung der Sprengkohle.

a) 2 1/2 Loth Gummi arabicum werden in 4 Loth, oder überhaupt in so vielem Wasser aufgelöst, daß die Lösung den Raum von 6 Loth Wasser einnimmt.

b) 1 Loth Gummi traganth wird mit so vielem kochend heißen Wasser verbunden, daß die gelatinirte Masse den Raum von 8 Loth Wasser einnimmt.

c) 1/2 Loth Storax calamita wird in 1 2/3 Loth Alkohol von 0,83 spez. Gewicht aufgelöst.

d) 1/2 Loth Benzoë wird in 4/5 Loth Alkohol von derselben Qualität aufgelöst.

Die Lösungen a und b werden zuerst zusammengegossen und hierauf die Lösungen c und d dazu gebracht. Nachdem Alles wohl gemischt ist, bringt man zu der Flüssigkeit 6 bis 7 Loth fein gesiebtes Gestübe von Laubholzkohle. Die gut durchrührte Masse wird hernach in einem eisernen Mörser so lange gestoßen, his eine zusammenhängende homogene Paste entstanden ist, welche hinreichende Geschmeidigkeit und Consistenz hat, um sich rollen zu lassen. Lezteres geschieht zwischen zwei glatten Brettstükchen, die man vorher mit Kohlengestübe übersiebt. Auf diese Weise bildet man 8 Zoll lange Stangen von der Dike eines Gänsekieles, und läßt solche dann an einem warmen Orte langsam troknen.

Wenn die Bereitung gut gelingen soll, so muß vorzüglich die Kohle fein ausgesiebt seyn, die Masse muß sorgfältig und lange gestoßen, auch so loker und feucht wie möglich verarbeitet werden.

Der Gebrauch der Sprengkohle ist bekannt. Sie wird besonders und mit vieler Bequemlichkeit, statt anderer glühender Kohle, zum Aussprengen von Schalen aus zerbrochenen Retortenkugeln angewendet; indem man mit der glühend gemachten Spize derselben die krumme Linie verzeichnet, nach welcher die Sprengung geschehen soll. Dabei fängt man bei einem schon im Glase vorhandenen Sprunge an, welcher sodann in der von der Kohle beschriebenen Richtung fortsezt. Das Gute der Sprengkohle besteht darin, daß sie ohne Anblasen fortbrennt, und dabei immer eine glühende Spize behält. Man löscht sie wieder, indem man sie in trokenen Sand taucht. (Aus dem Laerbok i Kemien of Berzelius in Erdmann's Journal Bd. III. S. 221.)

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