Titel: [Hindmarsh's Verbesserung an Schiffs-Winden.]
Autor: Hindmarsh, Ralph
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. LXXXXIX. (S. 345–346)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/ar031099

LXXXXIX. Verbesserung an Schiffs-Winden, worauf Ralph Hindmarsh, Schiff-Meister zu New-Castle upon Tyne, sich am 1. Hornung 1827 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem London Journal of Arts. November 1828. S. 66.

Mit Abbildungen auf Tab. VI.

Der Zwek dieser Verbesserung ist, die Winde gelegentlich mit verstärkter Kraft wirken zu lassen, was durch ein Zahnwerk am Trommelhaupte der Winde und an dem oberen Theile des Laufes geschieht.

Das Trommelhaupt, so wie der Lauf, drehen sich los und unabhängig von einander auf einer Central-Spindel, und werden entweder mittelst eines Zahngefüges oder mittelst Bolzen unter einander verbunden. Wenn man den verbindenden Triebstok aus den Zahnrädern hebt oder wegnimmt, und dann das Trommelhaupt und den Lauf zusammensperrt, so wirkt die Winde nur mit jener Kraft, die der Kraft der Männer gleich ist, die die Winde mit den gewöhnlichen Hebelstangen treiben; sie arbeitet wie eine gemeine Winde. Wenn man aber den Triebstok nieder und in das Räderwerk eingreifen läßt, und die Bolzen auszieht, die das Trommelhaupt und den Lauf mit einander verbinden, so wird die Kraft der Arbeiter vermehrt, und zwar im Verhältnisse der Durchmesser und Anzahl der Zähne in den Rädern und Triebstöken.

Fig. 11. zeigt die Winde von außen. Fig. 12. stellt das Zahngetriebe oben auf dem Laufe im Grundrisse dar. Der Lauf mit seinen Schienenzapfen, a, a, läuft los auf einer senkrechten Achse in dem Verdeke des Schiffes, so wie das Trommelhaupt, b, auf derselben Achse. Das kreisförmige Gehäuse, c, c, in Fig. 12, in welchem die Achsen der Zahnräder, d, d, d, aufgezogen sind, ist auf derselben Central-Achse befestigt, auf welcher der Lauf sich dreht und das Trommelhaupt. Der Rand oder Ring, e, e, e, mit seinen nach innen gekehrten Zähnen ist oben auf dem Laufe befestigt, und der Triebstok, f, der sich auf der Achse schiebt, ist mit dem Trommelhaupte verbunden.

Wenn nun die Winde mit der gewöhnlichen Kraft wirken soll, wird der Triebstok, f, in den Ausschnitt des Trommelhauptes mittelst der Schraube, g, gehoben, die ihn dann außer Umlauf mit dem Räderwerke sezt, und er wird in dem Ausschnitte mittelst des Stiftes, z, befestigt, Die Bolzen, h, h, befestigen das Trommelhaupt an dem Laufe, und so wird die Winde eine gewöhnliche Winde.

Wenn aber dieselbe Zahl von Männern an der Winde eine größere |346| Kraft an derselben äußern soll, werden die Bolzen, h, herausgezogen, und der Triebstok, f, in Umtrieb mit den Rädern gebracht. Wenn nun das Trommelhaupt sich dreht, dreht es auch den Triebstok, und dieser treibt die Zahnräder, d, d, d, die in den gezähnten Ring eingreifen, in e, e, welcher auf dem Laufe befestigt ist, und folglich diesen dreht, und dadurch die Kraft verstärkt.

Auf diese Weise können also weniger Leute an der Winde den Anker werfen oder lichten, was unter Umständen höchst wichtig ist.

Die Verbesserung, welche Capt. Phillipps im J. 1819 an der Ankerwinde anbrachte und patentisiren ließ, beruht auf demselben Grundsaze; die gegenwärtige ist nur eine Abänderung derselben. Vergl. Journal of Arts. II. Polyt. Journ. Bd. XXX. S. 225.

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