Titel: Mittel gegen das Anlaufen und gegen den Rost. Von Joh. Murray.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. XVIII./Miszelle 5 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031018_5

Mittel gegen das Anlaufen und gegen den Rost. Von Joh. Murray.

Ich finde, daß wenn man Leinwand oder Baumwollen- oder Wollen-Zeug in Wasser taucht, welches mit Aezkalk und schwefelsaurer Soda 35) gesättigt ist, und dann sorgfältig troknet, Stahlarbeiten, die man in dieselben einwikelt, selbst wenn sie angelaufen waren, vollkommen gegen Rost geschüzt werden. Eisenrost enthält kohlensaures Eisen, und die wässerigen Theile „der Feuchtigkeit,“ desjenigen, was „das Anlaufen“ verursacht, werden, wie es erwiesen ist, unter allen Temperaturen, kräftiger aber bei einer erhöhten Temperatur, zersezt, sobald sie mit Eisen in Berührung kommen: und dadurch entsteht Rost. Es ist wahrscheinlich, daß der |77| kaustische Kalk nicht bloß etwas von der in der Luft enthaltenen Kohlensäure, die durch Feuchtigkeit in eine mehr unmittelbare Berührung mit dem Eisen oder Stahle gebracht wird, sondern selbst auch einen großen Theil der Feuchtigkeit, und, wenn der Kalk höchst kaustisch ist, selbst vielleicht etwas Sauerstoff anzieht. (?)

Die auswitternde schwefelsaure Soda zieht keine Feuchtigkeit an, sondern läßt sie vielmehr fahren, wie ihr eigenes Krystallisations-Wasser.

Es ist also offenbar, daß eine Hülle von Baumwollen-, Leinen- oder Wollen-Zeug, die auf die oben beschriebene Weise gesättigt wurde, Stahlwaaren und auch Silber nicht bloß gegen das Anlaufen schüzt, sondern auch Urkunden, sie mögen auf Papier oder auf Pergament geschrieben seyn.

Stahl-Waaren etc. lassen sich gut aufbewahren, wenn man sie in gepülverten Aezkalk eingräbt.

Ich habe eine Menge von Versuchen angestellt und fein polirte und magnetisirte Stahlnadeln an einem Seidenfaden in Kalkwasser aufgehängt, so daß sie sich frei in dieser Flüssigkeit um ihren Aufhängepunkt schwingen konnten; ich habe hierbei gefunden, daß dieses Verfahren eines der besten ist, um sie eine unbestimmte Zeit über gegen Rost zu schüzen und ihre magnetische Kraft zu erhalten. Ein eiserner Ring, unter dem Winkel von Null Anziehung (no attraction) in Barlow's Researches geneigt, kann um die Flasche oder die kleine Glaskugel angelegt, und die Cardinal-Punkte können mit Demant in einem Kreise um dieselbe eingeschnitten werden. Unter diesen Verhältnissen hat die Atmosphäre keinen Einfluß auf die Nadel, und diese wird geschüzt gegen den Feind alles Magnetismus erhalten36). (Aus dem London Journal of Arts. November. 1828. S. 106.)

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„In water, saturated with quick-lime and sulphate of soda.“ Es scheint hier ein Drukfehler, „and für or,“ „und“ für „oder“ eingeschlichen zu seyn. Denn, wenn Wasser mit Aezkalk und schwefelsaurer Soda gesättigt wird, so wird die schwefelsaure Soda zersezt, und man erhält Gyps und kaustische Soda, wovon weder der eine noch die andere die hier bemerkte Wirkung äußern kann.

A. d. U.

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Hierüber sind wohl noch erst weitere Versuche anzustellen. A. d. U.

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