Titel: Ueber Hrn. Hague's Krahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. XLII./Miszelle 17 (S. 148–149)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031042_17

Ueber Hrn. Hague's Krahn.

Wir haben im Polytechn. Journ. 29. B. S. 242, von Hrn. Hague's Krahn nach dem London Journal of Arts Beschreibung und Abbildung geliefert. Das Repertory of Patent-Inventions hat im November-Hefte S. 274, einen Auszug aus der Patent-Erklärung desselben, ohne Abbildung geliefert, demselben aber einige Bemerkungen beigefügt. Es hat, in seinen Bemerkungen über Wright's Patent, auf die Aehnlichkeit zwischen Hague's und Wright's Maschine hingedeutet, und zeigt hier, „daß der Unterschied zwischen beiden bloß darin besteht, daß Hr. Wright die Luft auf einen höheren Druk, als den der Atmosphäre, zusammendrükt, während Hr. Hague sich mit Hervorbringung eines bloßen leeren Raumes begnügt.“

„Beide Maschinen taugen bei einzelnen Krahnen nicht, wohl aber dort, wo viele Krahne auf ein Mal in Bewegung gesezt werden müssen, indem die Luftpumpen und der Luftbehälter für einzelne Maschinen zu theuer kommen. Man kann ferner gegen beide diese Patent-Vorrichtungen den Einwurf machen, daß bei beiden zu kostbare Versuche nothwendig sind, um die vortheilhafteste Einrichtung für ihre Luftbehälter zu bestimmen, indem man die Wirkung der zusammengedrükten Luft, zu ähnlichen Zweken, nur noch aus einzelnen Versuchen im Kleinen kennt, wenn man anders nicht das große Luftgewölbe an den Eisenwerken zu Devon, das Hr. Mushett daselbst vorrichtete, um dem dortigen Gebläse einen gleichförmigen Gang zu geben, als etwas Aehnliches mit Hrn. Wright's Methode will gelten lassen.“

„Hrn. Hague's Vorrichtung braucht keine so starken Gefäße, als die des Hrn. Wright, und erstere läßt sich leichter luftdicht erhalten, weil der Druk |149| der äußeren Luft, die hier die Triebkraft bildet, alle Theile derselben zusammenschließt und zusammenhält; dafür ist diese Maschine aber auch in ihrer Wirkung beschränkt, und kann sich nie zu einer Kraft von 15 Pfd. auf den □ Zoll erheben, weil ein vollkommen leerer Raum praktisch unmöglich ist. Hr. Wright's Maschine fordert hingegen sehr starke Gefäße, um die zusammengedrükte Luft in sich zu halten; sie sind der Gefahr des Zerplazens, oder wenigstens des Durchlassens der Luft, mehr ausgesezt, die von innen in denselben nach außen drükt; dafür hat sie aber eine weit größere Kraft, die man auf vielfache des Drukes der atmosphärischen Luft erhöhen kann; dafür kann der Luftbehälter kleiner seyn als Hague's Gefäß für den leeren Raum, (welches sehr groß seyn muß) und es kann folglich Raum und Auslage erspart werden.“

„Es wäre uns sehr angenehm, wenn beide diese Krahne häufiger angewendet würden, nur damit das Publikum sähe, was man durch den Druk der Atmosphäre als Triebkraft vermag. Man würde sich dann desselben auch zum schnellen Transporte der Waaren bedienen lernen: eine Idee, die Hr. Medhurst zuerst im J. 1800 patentisiren ließ (Hr. Vallance im J. 1824) und die vielleicht bloß deßwegen als Chimäre erschien, weil man sich und anderen zu sehr Mit derselben schmeichelte.“

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