Titel: Ueber den Einfluß der sogenannten Hoftrauern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. XLII./Miszelle 59 (S. 159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031042_59

Ueber den Einfluß der sogenannten Hoftrauern.

Die Fabrikanten und Kaufleute von Puzwaaren hielten Ende Novembers eine Versammlung zu London, in welcher sie beschlossen, Sr. Majestät ehrfurchtsvollest zu bitten, die Dauer der künftigen Hoftrauern allergnädigst zu beschranken, indem, wie sie beweisen können, eine einzige Hoftrauer von der jezt gewöhnlichen Dauer wenigstens 100,000 Arbeiter in England um ihr tägliches Brot bringt. Sie halten sich für überzeugt, daß Sr. Majestät von dem ungeheueren Unglüke, das eine solche Hoftrauer über viele tausend arme Familien aus der ärmeren arbeitenden Classe bringt, durch ihre Minister nie in Kenntniß gesezt wurden, und daß Allerhöchstdieselben nie zugeben werden, in christlichen Zeiten Menschenopfer zur Leichenfeier der Großen durch Hungertod fallen zu sehen, wie es im Heidenthume durch Feuer und Schwert geschah, und bei den Neger-Caziken noch geschieht. Eine solche Hoftrauer kostet nicht bloß das Leben der armen Arbeiter und ihrer Weiber und Kinder, die während derselben buchstäblich verhungern, sondern auch die Kapitalien der Kapitalisten, die der Staat so oft in Anspruch nehmen muß. Ein König, wie Georg der IV. wird nicht zugeben, daß während Seine erlauchte Familie zum Glüke des Landes lebte, dieselbe durch ihren Tod, durch welchen das Land ohnedieß unersezbaren Verlust erleidet, auch Tod und Verderben über so viele treue Unterthanen bringe. (Chronicle. Galignani Messenger. N. 4281.)

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