Titel: Preisvertheilung für Gegenstände der Industrie zu Mayland am 4. Oktob. 1828.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. LXX./Miszelle 4 (S. 229–231)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031070_4

Preisvertheilung für Gegenstände der Industrie zu Mayland am 4. Oktob. 1828.

(Nach dem Discorso dell Abate Angelo Cesaris, primo Astronomo etc. letto in occasione della solenne distribuzione dei premi d'industria, seguita in Milano il giorno 4 Ottobre 1828.“) Aus der Biblioteca italiana. Ottobre. 1828. (Ausgeg. am 6. Dec. 1828.) S. 95.

Die goldene Medaille erhielten: die Herren Stef. Ceruti und Carlo dell'Acqua, für einen Gliedermann für bildende Künstler (Mannequin). – |230| Hr. Karl Franz Bonomi, für sein zoologisches Cabinett, und die Kunst Thiere auszustopfen. – Die HHrn. Traviganti, Galletti u. Comp. für ihre Gold- und Silber-Arbeiten und vorzüglich für ihr Email. – Hr. Peter Anton Cervetti für seine gefärbten Florentiner-Hüte, die er zu Florenz verfertigen lernte. (Hr. Cervetti reiste selbst nach Toscana, um dort die Fabrication dieser Hüte in allen ihren Zweigen zu lernen, und sie dann in die Lombardey zu verpflanzen. Seine Hüte gehen jezt in bedeutender Menge in's Ausland.) – Hr. Paolo Ubaldi, für einen neuen Strumpfwirker-Stuhl, der wie ein Weberstuhl bearbeitet werden kann, und auf welchem auch Jaccard's Vorrichtung angebracht ist. – Jos. Battaglia's Erben, für Gärben der Felle, so daß die Haare des Thieres auf denselben erhalten werden.

Die silberne Medaille. Hr. Pasquale Ratti für eine wohlfeilere Hizung des Wassers zum Abhaspeln der Seide. (Das Wasser wird durch ein kleines cylindrisches Oefchen gehizt, das in einem Kessel angebracht ist, aus welchem das Wasser in die Beken fließt, in welchen die Coccons liegen. Diese Heizungsmethode hat Dr. Schultes vor 30 Jahren an der theresianischen Ritter-Akademie gelehrt, und die italienischen Cavaliere, die damals auf dieser Akademie waren, waren die ersten, die diese Heizungsmethode benüzten.) – Die HHrn. Lamberti und Rossignol für ihre schönen und vielen Seidenzeuge, und eine neue Art von Flor. – Hr. Karl Kilgenstein, gleichfalls für seine Seidenzeuge. – Die HHrn. Ducras Vater und Sohn, für ihre Handschuh-Fabrik nach Grenobler-Art. – Hr. Ant. Lobbia für sein Verfahren, altes Tuch wieder neu zu machen durch neues Rauhen und Scheren. – Hr. Jos. Castiglioni für seine neuen Hüte, bei welchen er das Haar der Asclepias syriaca mit dem Hasenhaare mengt. (Dieses Verfahren kennt man in Deutschland seit mehr denn 50 Jahren; es wurde aber nie im Großen angewendet.) – Hr. Franz Castagnoli, für eine schöne Stikerei: eine Copie eines Gemäldes aus der venezianischen Schule. – Donna Mar. Ther. Nogarina aus Cremona, für zwei gestikte Gemälde. – Die HHrn. Jos. und Augustin Pandiano für erhabene Arbeiten aus Messing und Bronzegüsse, und für ihren neuen Goldfirniß. – Hr. Franz Abbiati aus Mandello, b. Como, für Abdrüke von Kupferstichen auf Möbel, und sein neues Verfahren, die Schrift unter den Kupferstichen von dem Kupferstiche so abzudruken, daß sie nicht verkehrt wird. – Hr. Joh. B. Debernardi für seinen Weingeist-Firniß zur Politur der Möbel, den er mit der größten Sicherheit im Großen durch Destillation bereitet. – Hr. Dr. Ant. Cattaneo für verschiedene Arten von Tinten, und eine bessere Drukerschwärze als die berühmte Turiner. – Hr. Angelo Osio, für seine Erzeugung des Strohpapieres im Großen. – Die HHrn. Joh. Grossoni u. Comp. für ihre gefärbten Papiere, vorzüglich ihr Maroquin-Papier. – Hr. Ign. Pizzagalli, für seine herrlichen künstlichen Perlen. – Hr. Claud. Cernuschi, für die Errichtung einer Zuker-Raffinerie zu Mayland, die diese Stadt bisher noch nie hatte. – Hr. Justin Bouthou für seine Verbesserungen in der Zukerbäkerei durch Reinigung der Syrupe mittelst thierischer Kohle. – Don Ludw. Alloy, für einen hydraulischen Widder nach Castelli's und Litta's Theorie; für Anwendung des Papieres, statt des Steines, zur Lithographie; für eine neue Art von Enkaustik und eine neue Straßen-Sprize. – Don Joh. Amb. Longoni aus Monza, für einen hydraulischen Widder. – Hr. Dom. Armati, für eine künstliche Stokuhr mit Schlagwerk. – Hr. Pet. Pellegrini, aus Nembro im Bergamascischen, für ein verbessertes Schießgewehr, das er aber geheim hält. – Hr. Bernardin Milesi, aus Gromo, im Bergamascischen, für seine Maschine, Stahlcylinder zu gießen, ohne daß diese abgedreht werden dürfen. – Hr. Ant. Bolognini, für seine neuen Hämmer, mit welchen er aus einem massiven Stüke Silber einen Becher hämmert, ohne das Silber in das Feuer zu bringen. – Hr. Balzarek, Capellmeister beim Regimente Lichtenstein, für eine neue Trompete, die alle Töne bläst. (Soll eine sehr wichtige musikalische Erfindung seyn.) – Hr. Jos. Mozzoni, für verschiedene optische Instrumente. – Hr. Ado Fioroni, für seine künstlichen Augen aus Gold- und Platinna-Email. – Don Zanino Volta aus Como (Sohn des unsterblichen Volta) für Vorrichtungen gegen das Umwerfen der Wagen und Durchgehen der Pferde. – Hr. Dominic. Briani, für seine Tischzeuge, die er in seiner Fabrik so schön arbeitet, wie die Niederländer. – Hr. Joh. B. Rosario, für seine Messing-Arbeiten. – Die HHrn. |231| Joh. und Jos. Prina, für eine neue Kaffee-Maschine. – Hr. Fel. Bosiz, für seine Arbeiten aus Haaren und Federn. – Hr. Jos. Brenna von Alzante, b. Como, für eine Leiter, die sich zusammenlegen läßt.

Ehrenvolle Erwähnung erhielten: Hr. Elisäus Borioli für seine Seidenzeug-Fabrik. – Frau Kathar. Comizzoli aus Pavia für einen Handschuh-Schnitt, wodurch das viele Nähen erspart wird. – Die HHrn. Jos. Ant. Sant-Ambrogio für ihre Fächer. – Die Fr. Fr. Amalia Chiriachi-Rochetti aus Verona, Brusati, Rovida, Pallestrini, Guiscardi, für ihre Stikereien. – Hr. Eugen. Peregalli, für Kaligraphie. – Hr. Siro Stagnoli, für sein Morphium, das er im Großen bereitet. – Hr. Jos. Vanzo, für seine Arbeiten in Biscuit und Steingut. – Hr. Karl Zecchini für seine Töpfer-Arbeiten. – Hr. D. Ant. Cattaneo, für einen Nahrungsstoff – Die HHrn. Joh. Merlini aus Monza, Joh. Silva aus Brescia, Ludw. Rosa aus Novara, jeder für eine Breche. – Hr. Gerard Solari aus Monza, für ein Spar-Beken beim Seiden-Abwinden. – Hr. Ludw. Ripamonti, für eingelegte Arbeit in Holz. – Hr. Ludw. de Toma, für ein ägyptisches Schloß.

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