Titel: Vorschlag in Staffordshire eine Compagnie zu errichten, die das Gas in eisernen Röhren längs der Chausseen nach London leiten soll.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. LXXXXI./Miszelle 2 (S. 324)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031091_2

Vorschlag in Staffordshire eine Compagnie zu errichten, die das Gas in eisernen Röhren längs der Chausseen nach London leiten soll.

Das Repertory of Patent-Inventions enthält im Februar-Hefte S. 89. den gigantesken Vorschlag, Leuchtgas an den Steinkohlengruben von Staffordshire zu erzeugen, und 110 englische (27 1/2 deutsche) Meilen weit längs der Heerstraße zu leiten. Das Gas wird besser, je länger es läuft. Die Kosten sollen kein höheres Capital fordern, als das der London Gas Company (409,000 Pfd. Sterl. in Actien zu 30 Pfd. Sterl). Die Londoner Gas-Gesellschaften zahlen ihren Actionären 6, 8, 40 p. C., und müssen den Chaldron Kohlen mit 38 Shill. kaufen, während der Chaldron Kohlen am Berge in Staffordshire nur 5 Shill. kostet. Der Arbeitslohn wird in dieser Entfernung von der Hauptstadt nur die Hälfte betragen, und das Gas, das auf diesem langen Wege immer reiner wird, wird doppelt so viel Licht geben. Der Arbeitslohn kostet den Londoner Gas-Gesellschaften jährlich ungefähr 75,000 Pfd. Sterl.; in Staffordshire würde er vielleicht nur 19,000 betragen. Kohks sind von den Fabrikanten in Staffordshire so sehr gesucht, als von den Vornehmeren und von gewissen Arbeitern zu London. London wird von den verderblichen Ausflüssen so vieler Manufakturen, die die Luft und selbst das Wasser der Themse vergiften, befreit. Man erwartet nun den Ausspruch des Publikums über diese Universal Gas-Company,“ mit welcher alle übrigen Gas-Compagnien zu London zur Verbindung eingeladen sind. Das bedächtliche Repertory findet diesen Vorschlag nicht so ganz verwerflich, obschon noch Erfahrungen über die Leuchtbarkeit des Gases durch eine so lange Streke fehlen. Es bemerkt bei dieser Gelegenheit, daß die allgemein angenommene und so oft wiederholte Behauptung, daß das Gas der Chartered Gas-Company zu London 130 englische Meilen weit geleitet wird, ein reiner Irrthum ist, indem bisher noch keine Gas-Leitung bekannt ist, die, in gerader Linie vom Gasometer, weiter reichte, als drei englische Meilen. Wenn auch die ganze Röhren-Streke dieser Compagnie so viel, oder noch mehr als 150 engl. Meilen, betragen sollte, so reicht sie doch vom Gasometer bis zur Lampe nicht weiter als 3 englische Meilen. Eine Compagnie versuchte es ein Mal, das Gas fünf engl. Meilen weit zu leiten, fand aber, daß das Gas eben so viele Stunden brauchte, um an seine Bestimmung zu gelangen, und mußte daher diese Unternehmung aufgeben.

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