Titel: Seiden-, Wollen- und Baumwollenzeuge zu puzen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 18 (S. 392)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_18

Seiden-, Wollen- und Baumwollenzeuge zu puzen.

Eine Frau Anna Morris empfiehlt im Register of Arts, N. 54, 30. Dec. 1828. folgendes Mittel, Seiden-, Wollen- und Baumwollenzeuge zu puzen.

Man nimmt rohe Erdäpfel, wäscht sie, reibt sie über Wasser zu einem Breie, und läßt die Flüssigkeit durch ein grobes Sieb in eine andere mit reinem Wasser gefüllte Kufe ablaufen, und dieselbe so lang mit diesem Wasser gemengt, bis alle feinen weißen Theilchen (die Starke) zu Boden gefallen sind, worauf man die Flüssigkeit zum Gebrauche abgießt.

Das Stük Zeug, welches gepuzt werden soll, legt man auf Leinwand, die auf einem Tische ausgebreitet ist, taucht einen Schwamm in diese Erdäpfel-Flüssigkeit, nezt und reibt den zu puzenden Zeug mit derselben, und wiederholt dieß so lang, bis der Schmuz los wird, worauf man den nun gereinigten Zeug in reinem Wasser wiederholt auswäscht, troknet und plättet.

Zwei Erdäpfel von mittlerer Größe reichen auf eine Pinte (1 Pfd.) Wasser hin.

Das weiße Pulver oder die Starke, welche sich auf dem Boden des Gefäßes niedersezt, gibt, wiederholt mit Wasser ausgewaschen, ein treffliches Nahrungsmittel und Surrogat für Tapiocar, das man mit Fleischbrühe oder Milch kochen kann. Die gröberen Theile, die nicht durch das Sieb durchgehen, dienen zum Puzen von Worsted-Vorhängen, Tapeten, Möbel-Ueberzügen etc. Die Farbe der Zeuge leidet durch dieses Mittel durchaus nicht, und eben so wenig die Festigkeit des Gewebes. Man kann auch Oehlgemälde und schmuzig gewordene Möbel damit puzen154).

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Diese Methode ist alt und auch in Deutschland bekannt; sie verdient aber wiederholt bekannt gemacht zu werden; denn sie ist, wie Uebersezer aus Erfahrung weiß, sehr gut und wird zu wenig benüzt.

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