Titel: Zunehmender Werth liegender Gründe in England.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 29 (S. 396–397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_29
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Zunehmender Werth liegender Gründe in England.

Ein kleines Gütchen zu Loderwell wurde vor wenigen Wochen um 500 Pfd. Sterl. (6000 Fl. rheinl.) verkauft. Bei Eintragung des neuen Kaufes in das Gerichtsbuch (das Gut wurde vom Gerichte verkauft) zeigte es sich, daß dieses Gütchen vor netto 200 Jahren um 4 Pfd. 10 Shill. (54 Fl.) verkauft wurde. Es war der Ururgroßvater der lezten Besizer dieses Gütchens, der dasselbe seiner Familie kaufte; was würden diese jezt gehabt haben, wenn ihr Ururahnherr ihnen 54 Fl. baar hinterlassen hätte? kann der glüklichste (und dieß ist zugleich auch der schändlichste) Handel mit Staats-Papieren in 200 Jahren aus 54 Fl. 6000 Fl. machen? (Plymouth Herald. Galignani N. 4310. (Wir haben früher im Polytechn. Journ. bei Gelegenheit der Geschichte der Landwirtschaft des lezten höchstseligen Königes von England erwiesen, daß nicht hinterlassene Baarschaft, noch weniger hinterlassene Staats-Papiere, sondern einzig und allein liegende Gründe den Wohlstand der Nachkommenschaft in einer Familie für Jahrhunderte sichern. Der Werth des Geldes sinkt von Jahrhundert zu Jahrhundert, während der Werth liegender Gründe von Jahrhundert zu Jahrhundert steigt, aus dem natürlichen Grunde, weil immer mehr Gold und Silber erbeutet wird, und die Menschenzahl sich immer mehr vermehrt, der Boden aber, auf dem die Menschen leben, nicht größer wird. Lezterer ist sogar in vielen Ländern schon zu klein geworden für die Zahl der Einwohner, und machte Auswanderungen über das Weltmeer und in die Wüsten des Kaukasus nothwendig.)

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