Titel: Lord Radnor's Abschaffung der Jagd-Rechte auf seinen Gütern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 30 (S. 397)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_30

Lord Radnor's Abschaffung der Jagd-Rechte auf seinen Gütern.

Wir haben in unseren Blättern erzählt, daß Lord Radnor, in der vollsten Überzeugung, daß Jagd einer Herrschaft, die Akerbau treibt, und Zehend nimmt, nicht nur keinen Ertrag gibt, sondern für jeden Güterbesizer ein kostspieliger Luxus ist, seine Jäger entlassen, und seinen Bauern und Pächtern erlaubt hat, alles Wild, das sie auf ihren Aekern und Gründen treffen, fortan nieder zu schießen. Der edle Lord hatte das Vergnügen, in einer allgemeinen Versammlung seiner Unterthanen und Pächter sich als ihr zweiter Vater begrüßt zu sehen. Ein Greis, der das Wort führte, bemerkte dem edlen Lord, daß er durch die Weisheit und Güte, die er in dieser Aufhebung einer Landplage bewies, nicht bloß seinem eigenen Einkommen und dem Wohlstande seiner Unterthanen, nicht bloß dem Akerbaue kräftig empor half, sondern daß er durch Aufhebung eines verderblichen Gesezes die Moralität mehr förderte, als sie durch manchen Schwall neuerer Geseze zur Verbesserung der Moralität des Landvolkes nicht gefördert wird. „Wenigstens werden die Unterthanen Eurer Herrlichkeit“ sagte der Greis „nicht die ohnedieß voll gefüllten Gefängnisse des Königreiches noch mit Wilddieben überfüllen helfen, und die vielen Morde, die zwischen Jägern und Wilddieben jährlich vorfallen, werden nicht so den Grund und Boden der Radner befleken, und weder Sie werden an ihren Jägern noch ihre Gemeinde an ihren Bauern die Krüppel zu ernähren haben, die im Kampfe zwischen herrschaftlichen Jägern und den Wilddieben jährlich lahm geschlagen werden. Chronicle Galign. N. 4324. (Möchte das Beispiel dieses jungen edlen englischen Lords auch in anderen Ländern unter den alten Nimroden Nachahmer finden. In der Geschichte der Volks-Cultur und der Landwirthschaft hat dieser junge Lord frühe gelernt sich einen unsterblichen Namen zu erwerben und dem alten Ruhme seines Ehrenhauses neuen Glanz in der Geschichte der Cultur Englands zu geben. Der Name Radnor wird von nun an der Menschheit heilig seyn.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: