Titel: Ueber Lohn der Handwerksleute in N. Amerika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 38 (S. 400)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_38

Ueber Lohn der Handwerksleute in N. Amerika.

Ein nach N. Amerika ausgewanderter Maurer schreibt seinem Freunde, einem Baumwollen-Weber in Schottland, daß er zweifelt, ob dieser in N. Amerika sich mehr verdienen wird, als in Europa, da der Verdienst der Baumwollen-Weber in N. Amerika von Jahr zu Jahr geringer wird. Ein Weber kann sich jezt nicht mehr als einen halben Dollar, höchstens drei viertel Dollar verdienen, wenn er Arbeit hat. Mädchen von 12–14 Jahren verdienen sich an Kunststühlen, die das Wasser treibt, während des Sommers, im Durchschnitte zwei Dollars in der Woche; Kinder und Jungen bis zum 16. Jahre 1/2–2 Dollars. Sie erhalten aber diesen Lohn großen Theils nur in Waaren und Lebensmitteln, die ihnen zu hohem Preise angerechnet werden.

(Die N. Amerikanischen Fabrikanten machen es also wie jene im Riesengebirge und wie die ehemaligen Holzwaaren-Händler in Berchtesgaden, und saugen den armen Arbeitern das Blut aus.) Man bekommt selten einen Silberthaler zu Gesichte, da bloß Papier-Geld im Umlaufe ist, das oft nicht den Werth des Lumpens hat, auf dem es geprägt ist. Er als Maurer steht sich zwar gut, hat aber nur im Sommer Arbeit, und muß weit reisen, um wieder Arbeit zu finden, wenn er mit einer fertig ist. Alle Lebensbedürfnisse sind theuer in N. Amerika, (Scotsman. Galignani. N. 4306.)

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