Titel: Anwendung der Chlorine auf den Akerbau.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 42 (S. 401–402)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_42

Anwendung der Chlorine auf den Akerbau.

Hr. Remond hat Versuche über die Wirkung der Chlorine auf das Keimen der Saamen verschiedener in der Landwirthschaft allgemein gebrauchter Saamen, als da sind alle Arten von Getreide, Mais, Kohl, Erdäpfel etc. angestellt und gefunden, daß Pflanzen, deren Saamen der Einwirkung der Chlorine ausgesezt werden, schneller keimen, frischer wachsen, schneller reifen, und mehr Ertrag, zuweilen zwei bis drei Mal mehr als gewöhnlich liefern. Er empfiehlt die Saamen 12 Stunden lang in Fluß-, nie in Brunnwasser einzuweichen, und dann vierzehn bis fünfzehn Tropfen einer starken Chlorin-Auflösung (oxygenirter Kochsalzsäure) auf jedes Liter (2 Pinte, d.i., auf 2 Pfd. Wasser) zuzusezen, alles gehörig umzurühren, und die Saamen noch 6 Stunden langer darin in der Sonne, wo möglich unter einer Glasgloke, oder, in Abgang derselben, unter einer Hülle von öhlgetränktem Papiere weichen zu lassen. Man seiht hierauf dieses Wasser durch ein Tuch von den Saamen ab, und mengt diese, um sie bequemer aussäen zu können, mit Steinkohlen-Asche, Sand oder trokener Erde. Nach dem Aussäen |402| schüttet man obiges Wasser auf den Grund, den man mit diesem Saamen bestellte. (Quarterly Journal of Science. Register of Arts, N. 57, 30. Jäner, S. 143).159)

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Dieses Verfahren ist nicht neu, Hr. v. Humboldt hat schon vor mehr denn 30 Jahren selbst in sehr alten Saamen die Keimungskraft dadurch wieder zu beleben gelehrt, daß er in einen Kubikzoll Wasser Einen Theelöffel voll gemeine Kochsalzsäure und zwei Theelöffel voll Braunsteinoxyd that, die Saamen in diese Mischung warf, und alles in einer Wärme von 18 bis 30° Reaum. digeriren ließ. Die ältesten Saamen keimten darin ganz vortrefflich. Vergl. Willdenow's Grundriß der Kräuterkunde, Ausg. v. J. A. Schultes, Wien bei Doll. §. 335. S. 346.

A. d. U.

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