Titel: Pottasche aus Erdäpfeln.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXI./Miszelle 45 (S. 403–404)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031111_45

Pottasche aus Erdäpfeln.

Ein Herr Potash liefert im Register of Arts N. 69. S. 169. folgende Resultate, wie er sie nennt, die bei Pottasche-Bereitung aus Erdäpfeln in der Gegend von Amiens erhalten wurden.

Auf einem Acre Landes standen 40,000 Erdäpfel-Pflanzen.

Jede dieser 40,000 Pflanzen gibt im Durchschnitte 3 Pf. Kraut 120,000 Pfd.
Dieses Kraut gibt, getroknet 40,000 162)
an Asche 7,500
an salzigen Bestandtheilen 2,500 163)
Diese salzigen Bestandtheile verlieren durch Pottasche
10–15 p. C. Dieß gibt also an Pottasche 2,200

wonach die Erdäpfel mehr an Pottasche trugen, als sie an ihren Knollen werth sind. Die Gewinnungs-Kosten dieser Pottasche von Einem Acre werden zu 6 Guineen.

Wir haben über Gewinnung der Pottasche aus Erdäpfeln im Polyt. Journal Bd. XXI. S. 287. Nachricht gegeben, wo die Resultate nichts weniger als so glänzend ausfielen. Es wäre daher sehr der Mühe werth, daß irgend ein Apotheker auf dem Lande den Versuch wiederholte, und das Resultat bekannt machte.

Der Hr. Porash beschreibt sein Verfahren auf folgende Weise. Man schneidet das Erdäpfel-Kraut 4–5 Zoll von der Erde mit einem scharfen Messer ab, wann es seine Blumen eben fallen läßt. Die nachfolgenden Triebe bringen die Knollen zur vollkommenen Reife. Man läßt das abgeschnittene Kraut auf dem Aker liegen, bis es troken ist, was in 8–10 Tagen, ohne daß man es umkehrt, der Fall seyn wird, und gräbt in der Nahe des Akers eine 2 Fuß tiefe Grube von 5 Fuß im Gevierte. In dieser Grube wird das Kraut verbrannt; denn auf freiem Felde, bei zu freiem Zutritte der Luft, erkühlt die Asche zu schnell, und gibt zu wenig Alkali. Die Asche muß so lang als möglich rothglühend |404| erhalten werden. Wenn das Feuer sehr stark ist, kann auch unvollkommen getroknetes, ja selbst grünes Erdäpfel-Kraut in das Feuer geworfen werden.

Die Asche wird aus der Grube genommen und in ein Gefäß gebracht, in welches man siedend heißes Wasser auf dieselbe gießt, und dann die Lauge abraucht. Als Brenn-Material hierzu dient das Erdäpfel-Kraut selbst, dessen Asche man wieder auslaugt. Nach dem Verdampfen der Lauge bleibt eine trokene röthliche salzige Masse zurük, die im Handel unter dem Namen Salin vorkommt: je länger man die Asche kocht, desto besser und grauer wird das Salin. Dieses Salin wird nun in sehr starkem Feuer calcinirt, bis die ganze Masse gleichförmig rothbraun wird. Bei dem Erkalten bleibt dieselbe troken, und die Stüke sind auf dem Bruche bläulich, außen aber weißlich, und sind mit einem Worte, Pottasche.

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Daran zweifelt der Uebersezer sehr; vielleicht nicht 20,000.

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Die 50 Ztr. übrige Asche könnten als Dünger verwendet werden, meint, der Herr Verfasser.

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