Titel: Ueber die Färbung des Brotes durch Kuhweizensaamen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 31, Nr. CXL./Miszelle 5 (S. 468)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj031/mi031140_5

Ueber die Färbung des Brotes durch Kuhweizensaamen.

In der Sizung der Pariser Académie royal de Medicine am 27sten Decbr. 1823 las Hr. Dizé die Versuche vor, welche er über die Färbung des Brotes durch Kuhweizensaamen und über die Methode, dessen Gegenwart in dem Weizenmehl auszumitteln, in amtlichem Auftrage angestellt hatte. Der Saame mehrerer Arten der Gattung Melampyrum (Fleischblume, Schwarzkörner), besonders der Art arvense (Aker-Fleischblume, Kuhweizen), ertheilt dem Brote eine röthlichblaue Farbe und einen unangenehmen Geschmak, welchen man sogar für ungesund hält. Wird dieser schwärzliche und harte Saamen zerstoßen, so ertheilt er dem Papiere öhlige Fleken. Die rothe Farbe, welche die Hülse der Saamen besizt, konnte durch die gewöhnlichen Verfahrungsweisen nicht isolirt werden; es gelang aber Hrn. Dizé sie durch mit Wasser verdünnte Essigsäure zu entwikeln. Er bemerkte, daß der Teig des ungegohrenen Brotes diese Farbe nie annimmt, während hingegen bei der Brotgährung die sich bildende Essigsäure auf den Saamen wirkt und dem Teige eine röthlich blaue Farbe ertheilt. Um daher die Gegenwart des Kuhweizensaamens in irgend einem Mehle zu entdeken, verfährt man folgender Maßen: man bereitet aus dem zu prüfenden Mehle mit einer hinreichenden Menge Essigsäure, die mit zwei Drittel Wasser verdünnt ist, einen weichen Teig und bakt dieses kleine Brot in einem kleinen Löffel, den man einer hinreichenden Hize aussezt. Wenn das Mehl mit Kuhweizensaamen gemengt war, wird das Innere des Brotes röthlichblau gefärbt seyn. (Journal de Pharmacie, Febr. 1829, S. 71.)

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