Titel: Knight's Patent-Wach-Controle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. XIV. (S. 85–86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/ar032014

XIV.  Knight's Patent-Wach-Controle28) (Patent-Duty-Register).

Aus dem Register of Arts and Journal of Patent-Inventions. N. 58. 10. Februar. S. 149.

Mit einer Abbildung auf Tab. IV.

Hr. Knight ließ sich auf folgende Vorrichtung im Anfange dieses Jahres ein Patent ertheilen, wodurch er das Schreien der Nachtwächter beseitigen und jeden Wächter in Fabriken, auf Schiffen etc. in die Nothwendigkeit versezen will, seine Wachsamkeit auf eine stille und bleibende Weise auf das Pünktlichste selbst zu beurkunden.

Wir übergehen hier die lange, in der Beschreibung dieser Vorrichtung vorkommende Tirade über die Nachtwächter, die durch ihr Schreien den Dieben nur ihre officielle Gegenwart verkünden und sie warnen, nicht zu stehlen, so lang sie sich hören lassen; über die Künste, durch welche Wächter und Wächters Wächter sich ihrer Schuldigkeit zu entziehen wissen; und beschreiben hier bloß die Vorrichtung, durch welche Hr. Knight jeden Wächter zwingt, seine Wachsamkeit zur gegebenen Stunde oder halben oder Viertelstunde stillschweigend und eigenhändig zu beurkunden.

Die Figur 14 zeigt eine Uhr mit doppeltem Zifferblatte, wovon das äußere, a, bleibend, das innere, b, aber zum Herausnehmen ist. Lezteres ist nämlich aus starkem Papiere, und wird mittelst des metallenen Schildes, c, der durch die Daumschraube, d, angezogen wird, festgehalten. Beide Zifferblätter drehen sich an dieser Uhr so, wie sonst der Zeiger sich an Uhren dreht, so daß diese Vorrichtung an jeder gewöhnlichen Uhr angebracht werden kann. Dafür bleibt aber der Zeiger, |86| oben an dem Zifferblatte immer still, und die Stunden-Zahl zeigt sich dadurch, daß sie unter diesen Zeiger zu gehöriger Zeit hintritt. An diesem Zeiger ist ein Hebel angebracht, dessen Stüzpunkt im Hintertheile der Uhr liegt, und dessen Vordertheil durch Glokenzug mit einem Merker oder Registrator in Verbindung steht. Lezterer besteht aus einem Rädchen mit einer scharfen Kante, e, das sich in einer Gabel dreht, die oben mit einer Feder, f, in Verbindung steht. Wenn nun der Wächter um zwei Uhr z.B. seine Gegenwart beurkunden soll, zieht er an dem Zuge; der Merker oder Registrator wird auf das Zifferblatt, b, herabsteigen, und dort das Zeichen s machen. Aehnliche frühere Zeichen s sieht man vor XI und I Uhr. Jeden Tag wird das papierne, mit der Controle bezeichnete, Zifferblatt, b, herausgenommen, und ein frisches hineingelegt. Die controlirten Zifferblätter können nöthigen Falls an die Behörden eingesendet werden.

Es versteht sich von selbst, daß diese Uhr in dem Zimmer des Fabrik-Inspectors, in der Cajüte des Capitänes etc. angebracht ist, und der Glokenzug, der den Merker in Bewegung sezt, außen vor der Thüre angebracht ist.

Wir haben schon früher bemerkt, daß Hr. Baumgärtner, weiland Polizeidirector in München, eine gleiche Wach-Controle erfunden hat. A. d. R.

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