Titel: Rider, Verbesserung an den Hut-Gippen.
Autor: Rider, Benjamin
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. XCV. (S. 415–416)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/ar032095

XCV. Verbesserung an den Hut-Gippen, worauf Benj. Rider, Hut-Gippen-Fabrikant, Redcroß-Street, Southwark, Surrey, sich am 17. Jul. 1828 ein Patent ertheilen ließ, und die er Rider's (sprich Reider's) Patent-Hut-Gippen (Rider 's of Patent Hat Tips) nennt.

Aus dem London Journal of Arts. April 1828. S. 40.

Der Gegenstand dieses Patentes ist ein neues Material, aus welchem die sogenannten Gippen (tips), durch welche der oberste kreisförmige Theil des Kopfes des Hutes gesteift und in seiner Form erhalten |416| wird, verfertigt werden. Diese Gippen wurden bisher gewöhnlich aus Pappendekel oder aus Kartenpapier verfertigt, oder aus irgend einem Körper, der Feuchtigkeit einzuziehen vermag, die dem Hute nachtheilig ist. Das neue Material läßt kein Wasser durch, und widersteht also der Feuchtigkeit.

Es wird aus demselben Stoffe verfertigt, aus welchem man gewöhnlich braunes Papier bereitet, und diesem Stoffe wird gepülverter Kork zugesezt. Wenn dieser Stoff in Blätter ausgearbeitet ist, gleicht er gewisser Maßen dem sogenannten Mühlbrette (Millboards), taugt dann sehr gut zu solchen Hut-Gippen, und kann auch noch zu anderen Zweken benüzt werden.

Der Patent-Träger nimmt zu seinem neuen Materials den sogenannten Zeug, aus welchem braunes oder weißlich braunes Papier gewöhnlich bereitet wird, und sezt auf 75 Pfund dieser Masse, in trokenem Zustande, nachdem er dieselbe auf der Papier-Mühle, wie gewöhnlich bearbeitet hat, in der Bütte 35 Pfund gepülverten Kork zu, der mit dem Zeuge in der Bütte so gemengt wird, daß er eine gleichförmige Masse bildet. Obiges Verhältniß kann auch abgeändert werden, ohne daß der Stoff, den man aus diesem Gemenge erhält, dadurch bedeutend verändert würde. Der auf obige Weise erhaltene Zeug wird nun mit der Hand oder mittelst der Maschine geschöpft, ganz auf die gewöhnliche Weise, nach welcher braunes Papier oder sogenanntes Mühlbrett gewöhnlich verfertigt wird, und hierauf gekautscht, gepreßt und getroknet.

Die auf diese Weise erhaltenen Blätter sind nun ein Gemenge aus Kork und Papier, und werden zu kreisförmigen Stüken geschnitten: der Patent-Träger verkauft sie aber nicht bloß geschnitten, sondern auch in ganzen Blättern. Zuweilen überzieht er sie auf beiden Seiten mit einem Firnisse, dessen die Hutmacher sich gewöhnlich zum Steifen der Hüte bedienen.

Dieses Material kann auch zur Verfertigung eines ganzen Hutes benüzt werden, indem man es entweder schon in der Form eines Hutes aus der Bütte schöpft, oder die Blätter zu einem Hute schneidet, und dann an den Kanten zusammenleimt. Aus eben diesem Materials kann man auch Hut-Schachteln und allerlei Schachteln und Büchsen und Hüllen verfertigen, um Waaren gegen Feuchtigkeit zu schüzen. Wo man diese Waaren zugleich gegen Insekten schüzen will, darf man nur etwas gepülvertes Cedernholz in die Bütte schütten, das man auf einer Gewürz-Mühle oder Mehl-Mühle zu feinem Mehle zermahlen läßt, oder auf irgend eine andere Weise pülvert170).

|416|

Patent Erklärung von Hrn. Newton.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: