Titel: Uhrmacher-Schule zu Châlons-sur-Marne.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. XXVII./Miszelle 4 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032027_4

Uhrmacher-Schule zu Châlons-sur-Marne.

Eine Gesellschaft wird zu Châlons-sur-Marne, wo sich ohnedieß eine technische Schule befindet, eine eigene Schule für Uhrmacher gründen, an welcher der Zögling, für jährlich 500 Franken, in Zeit von 5 Jahren Alles erlernen kann, was zu dieser so schwierigen Kunst im ganzen Umfange derselben gehört. Der Zögling erhält, außer dem praktischen Unterrichte in allen Zweigen der Technik dieser Kunst, auch Unterricht im Zeichnen und in allen Theilen der Mathematik. Diese Schule wird mir einer Uhrfabrik verbunden, die 100 Arbeiter hält, und jährlich einen Netto-Ertrag von 27,500 Franken gibt. – Die Idee, für schwierigere Künste eigene Schulen zu gründen und diese mit großen Fabrik-Anstalten dieser Kunst zu verbinden, auf diesen Schulen Alles zu lehren, was zu dieser Kunst gehört (wie z.B. Mathematik in ihrem ganzen Umfange in Verbindung, mit der Uhrmacherei), ist gewiß sehr glüklich: allein es gehört zu dem Gedeihen solcher Anstalten, wenn der Unterricht von dem Lehrlinge bezahlt werden soll, ein gewisser Grad von Wohlstand und von industriellem Geiste im Volke, den man nicht in allen Ländern findet. In Bayern, z.B., wo man den Jungen in die Lehre thut, um ihn bei Hause aus dem Futter zu bringen, würde sich nicht leicht Jemand finden, der, wenn er einen tüchtigen Uhrmacher aus seinem Sohne machen will, durch 5 Jahre jährlich 500 Franken (in Summe 2500 Franken) für denselben bezahlt. (Vergl. Bulletin d. Scienc. techn. Janv. 1829. S. 98.)

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