Titel: Cochrane's Koch-Apparat.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. XLII./Miszelle 26 (S. 222–223)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032042_26

Cochrane's Koch-Apparat.

Der Honourable Wil. Erskine Cochrane ließ sich bekanntlich im Novbr. 1825 ein Patent auf einen Koch-Apparat geben, von welchem wir im Polyt. Journ. Bd. XXVII. S. 442. Beschreibung und Abbildung geliefert haben. Der Honourable Sieger vor Athen, (Kleon II., und, wie wir sehen, wie sein Vorfahrer vor 2000 Jahren, zugleich auch Koch),86) scheint mit diesem Apparate selbst nicht recht zufrieden gewesen zu seyn; denn er ließ sich am 15. Jäner 1828 wieder ein neues Patent auf einen anderen Apparat geben, welchen das Repertory of Patent Inventions im April-Hefte S. 221. zwar beschreibt, wozu es aber keine Abbildung liefert, so daß die Beschreibung unseren Lesern durchaus unverständlich seyn würde. Auch dieser Koch-Apparat soll zum Dämpfen und zum Baken dienen. „Was den Apparat zum Dämpfen betrifft, so scheint derselbe, „sagt das Repertory,“ ziemlich sinnreich, und könnte, in einem größeren Maßstabe, auch zu anderen Zweken dienen, als zu jenen, für welche der Patent-Träger ihn zunächst bestimmt hat; z.B., wo es sich darum handelt, eine große Menge Wassers oder Flüssigkeit schnell bis zum Siedegrade zu erhizen, vorausgesezt, daß man diesem Apparate einen gehörigen Heerd und das gehörige Brenn-Material gibt. Denn wir sehen nicht ein, wozu es nüzen soll, denselben mittelst einer Lampe zu heizen, wenn man Holzkohlen, Torf oder Lohkuchen zum Brennen haben kann. Dieses Kochen bei der Lampe könnte höchstens für Esquimaux taugen, für welche die, Natur so kärglich gesorgt hat, daß sie, während sie aller |223| Brenn-Materiale unter dem Eise des Nordpoles beraubt sind, nur eine Thran-Lampe haben, an der sie sich und ihre Mahlzeit kümmerlich genug wärmen können. Für uns ist so etwas höchstens nur eine sinnreiche Spielerei, die, nachdem man sich einige Male damit unterhalten hat, in die Polterkammer geworfen wird. Wäre hier an diesem Apparate ein kleiner Heerd für Holzkohlen angebracht, oder eine Vorrichtung, wie an Hrn. Willis's Peripurist, Statt dieser Lampe, so könnte vielleicht ein Peel'scher Jesuit, der sich irgendwo verstekt hält, und keinen Diener halten will, mit diesem Apparate seinen Tisch besorgen. Der Apparat zum Baken und Rösten wird weder baken noch rösten. Der Patent-Träger scheint, wie viele andere, nicht zu wissen, was Baken ist; nicht zu wissen, daß das Baken bloß durch zurükgeworfene, von der Seite und von der Deke des Ofens zurükprallende, Wärmestrahlen geschieht) nicht zu wissen, daß man auf einer erhizten Platte wohl flaches Zukergebäke und einige flache Kuchen baken kann, nimmermehr aber Leibe, Pasteten und überhaupt gewölbtes Gebäke, das auf einer solchen Platte am Boden verbrennen und oben teigig bleiben, nie aber ausgebaken werden wird.

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Aristophanis Equites.

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