Titel: Ueber das Sprengen, Behauen und über die Benuzung des Granites in den Vogesen
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. XLII./Miszelle 29 (S. 223–224)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032042_29

Ueber das Sprengen, Behauen und über die Benuzung des Granites in den Vogesen

hat Hr. Perrin in dem Journal de la Soc. d'Emulat. du Dptt. d. Vosges. N. V. 1826. pag. 217. einige Notizen mitgetheilt, die der Bulletin d. Scienc. techn. erst im Jäner-Hefte l. J. S. 80. zur allgemeinen Kenntniß bringt.

Da man um Epinal, St. Dié etc. keine anderen Bausteine, als Granit, hat, so sprengt man dort die Granitblöke, indem man mit dem Bohreisen (à la mèche) 12–16 Centimeter tiefe Löcher 12 Centimeter weit von einander in gerader Linie in dieselben eintreibt, und dann mit aller Gewalt eiserne Keile in diese Löcher einschlägt: der Blok springt in der Richtung der Linie, in welcher die Löcher |224| angebracht sind. Das Bohreisen ist aus Stahl, und hält gewöhnlich 2 Centimeter im Durchmesser. Das Kubik-Meter Granit kostet ungefähr 24 Franken: das Behauen desselben im □ Meter kommt auf 10 Franken.

Hr. Huot d. ält. bedient sich hierzu blos der Minir-Nadel, und schlägt in die gebohrten Löcher nagelförmige Zapfen aus Fichtenholz ein, das vollkommen gesund und troken ist; ehe diese Zapfen aber eingeschlagen werden, legt er sie auf einige Minuten in Wasser. Dieser treibt den eingeschlagenen Keil auf, und erleichtert das Sprengen mehr als die vorige Weise. Man wählt vorzüglich solche Blöke, die sehr grobkörnig sind, also die größten Feldspath- oder Hornblende-Krystalle haben, und sucht immer die Richtung zu finden, in welcher der Blok sich lieber spaltet.

Das Behauen geschieht mittelst einer stumpfen Spize, die öfters erneuert werden muß. Blöke, die Spalten haben, geben nur Bruchsteine, die mit Keilen und Schlegel gespalten werden. Man hat gerathen Feuer an den Granit zu sezen, und den glühenden Stein dann mit kaltem Wasser zu besprengen: allein, außer dem Verluste an Feuer-Material werden die Bruchstüke auch immer ungleich, convex auf einer Seite, concav auf der andern. Man muß sie neuerdings mit dem Schlegel zerschlagen und sie werden dann zu klein.

Sprengen mit Schießpulver gibt unregelmäßige Stüke.

Der Granit hat vor dem Sandsteine im Baue das voraus, daß er härter ist, weniger verwittert, und vorzüglich mit dem Mörtel eine festere Masse bildet, weswegen er auch von den Alten mehr gebraucht wurde.

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