Titel: Lava mit Porzellan-Glasur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. LXXXIV./Miszelle 19 (S. 381)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032084_19

Lava mit Porzellan-Glasur.

Bekanntlich haben die Straßen in Paris wieder ihre alten Namen erhalten müssen, und die neue Art, die alten Namen an ihre Eken wieder hinzuschreiben, zeigte sich unbrauchbar. Graf Chabrol hatte die Idee, Lava154) mit Porzellan-Glasur zu versehen, und auf diese Weise haltbare Inschriften zu Stande zu bringen. Die Dauerhaftigkeit prüften die HHrn. Gay-Lussac und d'Arcet; der eine sezte sie 6 Tage lang der Einwirkung schwefelsaurer Soda aus, der andere glühte sie und kühlte sie hierauf bis auf 32° unter 0 ab, und die emaillirten Steine blieben so schön, wie vorher. Es kann sie also selbst ein Brand am Hause nicht zerstören.

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Wir übersezen, wie der Bulletin d. Sc. techn. Janv. S. 19. dieses Wort aus dem Journal de Paris 13. Okt. 1828 mittheilt: pierre de lave; zweifeln aber sehr, daß hier Lava gemeint ist, sondern vermuthen, daß man Basalt dadurch bezeichnen wollte, indem später von Pflaster-Steinen an gewissen Trottoirs die Rede ist, die nun zur Porzellan-Mahlerei verwendet werden können, ohne alle Gefahr des Springens. Nun fand der Uebersezer zu Paris hier und da ein Trottoirs wohl mit Basalt, nirgendwo aber mit Lava, verziert. Für jeden Fall wäre die Entdekung, daß Basalt, der sich sehr schön schleifen läßt, auch schön emailliren läßt, interessant, und Böhmen und Preußen und Hessen und die Rheingegenden könnten schöne und gute Waaren aus Basalt verfertigen, wenn sie Steinschleiferei mit Porzellan-Kunst verbänden. A. d. U.

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