Titel: Hrn. Brard's Prüfungs-Methode der Steine auf Ziegel angewendet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. LXXXIV./Miszelle 22 (S. 381–382)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032084_22

Hrn. Brard's Prüfungs-Methode der Steine auf Ziegel angewendet.

Hr. Billaudel gab in den Annal de l'Industrie franc. et étrang. Jun. 1828. S. 438. einen Bericht über die Versuche, welche er im J. 1821 mit den Ziegeln, die zum Brükenbaue zu Bordeaux bestimmt waren, vorgenommen hat. Der Bulletin d. Scienc. technol. liefert im März-Hefte S. 271 einen Auszug hieraus, aus welchem erhellt, daß, nachdem diese Ziegel eine halbe Stunde lang in eine gesättigte und siedend heiße Auflösung von Glaubersalz (schwefelsaurer Soda) getaucht und hierauf 14 Monate lang auf ein Brett hingelegt wurden, auf welchem man sie alle 2, 3, 4 oder 5 Tage lang begoß, (im Winter wurden sie in einer Temperatur von 10 bis 50° gehalten,) während welcher Zeit das Salz immer an der Oberfläche derselben efflorescirte.

1. jeder schlecht gebrannte Ziegel, die Erde aus welcher er geformt war, mochte gut oder schlecht seyn, sich leicht zersezt und durch Einwirkung der Kälte nach und nach in Staub verwandelt wird;

2. eine ähnliche Zersezung durch Efflorescenz des Glaubersalzes Statt hat, welche vorzüglich auf die Kanten der Ziegel höchst auffallend wirkt, die dadurch rundlich werden;

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3. daß Ziegel, sie mögen in Folge der Erde, aus welcher sie genommen wurden, was immer für eine Farbe haben, durch Kälte nicht leiden, wenn sie so gebrannt sind, daß sie den doppelt gebrannten Ziegeln (biscuites) gleich kommen;

4. die doppelt gebrannten Ziegel (biscuites) leiden durch die eine längere Zeit über unterhaltene Auswitterung des Glaubersalzes durchaus nicht;

5. da man bei weißen Ziegeln leichter nach der Farbe beurtheilen kann, ob sie gehörig gebrannt sind oder nicht, so schienen die ersteren bester, als die lezteren; leztere werden öfters mit doppelt gebrannten Ziegeln verwechselt.

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