Titel: Ueber ostindischen und französischen Salpeter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. LXXXIV./Miszelle 40 (S. 387–388)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032084_40

Ueber ostindischen und französischen Salpeter.

Hr. Thénard, Deputirter des Dptt. de l'Yonne, hat in der Sizung d. 23. Julius 1828. erwiesen, daß es für Frankreich unumgänglich nothwendig wird, 1s die ungeheuere Abgabe von 80 Franken auf den metrischen Ztr. indischen Salpeter (d.h. auf 100 Kilogramm oder 2 Ztr.) aufzuheben; 2s die Erzeugung des Salpeters in Frankreich selbst gänzlich aufzugeben, indem man zu Bordeaux und zu Havre den metrischen Ztr. indischen Salpeter um 60 bis 85 Franken jede Stunde haben kann, während der französische nicht unter 460 bis 480 Franken zu erzeugen ist. Dem Einwurfe, daß man im Falle eines Krieges keinen Salpeter haben würde, begegnet er mit der sehr richtigen Bemerkung, daß man sich immer den, für den Fall eines Krieges nothwendigen, Vorrath von Salpeter im Frieden verschaffen kann; daß, wenn man ja im Kriege gezwungen seyn sollte, zur inländischen Salpeter-Erzeugung zurükzukehren, diese desto erträglicher seyn würde, je weniger man früher den Boden erschöpft hat, der gegenwärtig so sehr erschöpft wird, daß am Ende die Erzeugung von selbst wird aufhören müssen. Mit der Erzeugung des Salpeters beschäftigen sich gegenwärtig in Frankreich höchstens 2000 Menschen, und diese können leicht bei jeder anderen Arbeit eine einträglichere Beschäftigung finden, so daß der Verlust von Einer Million Franken des Jahres mehr Rüksicht verdient, als 2009 Menschen, die sehr bald eine andere bessere Beschäftigung finden werden.

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Frankreich hat nur 50 permanente Salpeter-Siedereien, die jährlich 500,000 Kilogramm Salpeter erzeugen. Diese könnte man bis zum J. 1830. ihre Hausen aussieden lassen, und ihnen dann eine Entschädigung geben. Die übrigen 350 ambulirenden Salpeter-Sieder könnten auf der Stelle unterdrükt, und mit 500,000 Franken mehr als reichlich entschädigt werden. Die Entschädigungs-Summe wäre schon im ersten Jahre hereingebracht.

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