Titel: Ueber Parmesan-Käse-Bereitung
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 32, Nr. CIII./Miszelle 28 (S. 457)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj032/mi032103_28

Ueber Parmesan-Käse-Bereitung

hat Hr. Gill in feinem techn. et micr. Repos. April 1829. S. 225. eine traurige Nachricht aus Hrn. Cadell's Journey in Carniol(i) a, Italy and France geliefert. Die Engländer sind äußerst unglüklich in ihren Berichten über das feste Land, weil sie gewöhnlich die Sprachen nicht verstehen, für deren Unterricht die Bildungs-Anstalten (die Universitäten!!!!) in England gar nicht sorgten. Die Reisen der Engländer sind daher, in der Regel, voll der lächerlichsten Berichte über das feste Land. So erging es nun auch Hrn. Cadell in seinem Journey mit der Parmesan-Käsemacherei, die er anderthalb Stunden von Mailand sah (three Miles from Milan.“) Anderthalb Stunden von Mailand macht man so wenig Parmesan-Käse, als man außer Lunel, Lünel, außer Aï', vin d'Aï, außer Madeïra, Madeïra macht. Man macht um Mailand die guten Mailänder Käse, aber keine Unze Parmeggiano. Wenn ein englischer Pächter Hrn. Cadell in der Käse-Bereitung, die er angibt, nach laboriren sollte, wird er nur den sogenannten wälschen oder Mailänder-Käse, aber keinen Parmesan-Käse bekommen, und Hr. Cadell hat durch seinen guten Willen mehr Schaden als Nuzen gemacht. Wie wenig er über den Viehhandel zwischen der Schweiz und Italien unterrichtet ist, erhellt daraus, daß er die Zahl der Rinder, die jährlich aus der Schweiz nach Italien über den Gotthard geht, auf 2000 angibt.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: