Titel: [Verbesserte Vorrichtungen zum Heizen und Lüften der Kirchen, Glashäuser und anderer Gebäude.]
Autor: Stratton, Georg
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. LXII. (S. 261–262)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/ar033062

LXII. Verbesserte Vorrichtungen zum Heizen und Lüften der Kirchen, Glashäuser und anderer Gebäude, welche sich auch zu anderen ähnlichen Zweken benüzen lassen, und worauf Georg Stratton, Frederick-place, Hampstead-Road, Middlesex, sich am 28. August 1828 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Journal of Arts. Mai 1828. S. 97.

Mit Abbildung auf Tab. VI.

In diesem Apparate sollen sich Eleganz, Brauchbarkeit und Sparsamkeit vereinigen, und wirklich scheint er eine der zwekmäßigsten und bequemsten Vorrichtungen, große öffentliche Säle zu heizen, ohne daß die Luft in denselben verdorben würde.

Die vorgeschlagene äußere Form des Apparates ist die eines zierlichen Piedestales, in welchem sich ein spiralförmiger Kanal befindet, durch welchen die äußere reine atmosphärische Luft in einem bedeutenden Strome mittelst des Drukes derselben durchgetrieben wird, indem dieser spiralförmige Kanal von einer Hülle umgeben ist, die mit heißem Dampfe gefüllt ist, folglich die Luft in demselben verdünnt wird.

Die Weise, wie dieß geschieht, ist in den hier beigefügten Zeichnungen ausgedrükt, in welchen Fig. 5. den Apparat von außen, Fig. 6. den senkrechten Durchschnitt desselben, Fig. 7. den Grundriß, nach Abnahme des Dekels, darstellt, um die innere Einrichtung darzustellen.

Der ganze Apparat befindet sich in einem hohlen Piedestal von irgend einer beliebigen, walzenförmigen, drei-, vier- oder vielekigen Form. Der einfachste Bau ist der, welcher hier in den drei angeführten Figuren dargestellt ist, in welchen ein Cylinder gewählt wurde. aa ist das äußere Gehäuse des hohlen Cylinders, welches den Apparat einschließt. bb ist ein Cylinder innerhalb desselben, in welchem noch ein anderer Cylinder eingeschlossen ist, c, der die Spiralröhre d hält. Alles Wasser, welches durch die theilweise Verdichtung des Dampfes gebildet wird, läuft durch die Röhre f in den Dampfkessel, oder irgend anderswohin, ab.

Am Boden dieses Piedestales befindet sich eine Oeffnung, durch welche die atmosphärische Luft eindringt, aufwärts steigt, durch den spiralförmigen Kanal durchläuft, und während ihres Laufes durch dieselbe erhizt wird, wo sie dann oben durch den offenen Theil des Piedestales austritt, und durch den Ventilator g in den Saal gelassen wird, den sie heizen soll.

Eine senkrechte Röhre h steigt durch die Mitte dieser Spirale empor, und stüzt die Windungen des Metallbleches, aus welchem die Spiralröhre gebildet ist. Diese Röhre steht oben und unten mittelst |262| kurzer horizontaler Röhren mit der Dampfkammer b in Verbindung, läßt auf diese Weise den Dampf durch die Mitte der Spirale circuliren, und hilft so die Luft auf ihrem Durchgange durch die Spirale heizen.

Der Ventilator wird von zwei durchbohrten kreisförmigen Platten gebildet, die sich um ihren Mittelpunkt schieben lassen, oder durch irgend einen ähnlichen Schieber-Apparat, wornach die Menge der, aus der Spirale ausströmenden, Luft regulirt werden kann.

Es können mehrere solche Spiral-Röhren in der Dampfkammer angebracht werden, damit mehr Luft in den zu heizenden Saal einströmt. Fig. 8. ist ein horizontaler Durchschnitt einer kreisförmigen Dampfkammer bb, mit vier Cylindern cccc, die durch dieselbe durchlaufen. Jeder hat eine Spirale a, die genau so wie in Fig. 6 und 7. angebracht und eingerichtet ist.

Es kann eine beliebige Menge solcher Spiralen in einer Dampfkammer angebracht werden. Der Dampf wird aus einem Dampfkessel durch eine Röhre i herbeigeführt „(die hier nicht angegeben ist)“ und die atmosphärische Luft unten durch die Spiralröhre eingelassen, und oben durch den Ventilator ausgelassen137). Newton.

|262|

Unsere Leser werden ohne unsere Erinnerung bemerken, daß diese Patent-Erklärung nicht ein Patent auf Deutlichkeit verdient. An der Brauchbarkeit der ganzen Vorrichtung zweifeln wir sehr. Wenn die Luft durch eine gerade glühende Porzellan-Röhre liefe, würden wir glauben, daß sie einen Saal heizen könne. So wie sie ist, zweifeln wir, daß sie ein Dachstübchen heizen kann. Und wie kostbar wird dann nicht diese Heizung! Die Engländer, so große Mechaniker sie sind, können keine Stube heizen.

A. d. U.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Tafeln


Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: