Titel: Ueber südamerikanische Amalgamation
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. XXIV./Miszelle 15 (S. 76–77)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033024_15

Ueber südamerikanische Amalgamation

theilt Hr. Gill in seinem Februar-Hefte des Technologic and Microscopic Repository S. 123 folgende Notiz mit.

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„Capitän Bagnold, der neulich aus Süd-Amerika zurükkehrte, sagte mir daß die Indianer ihr Gold und Silber aus den Erzen mittelst Queksilbers ausscheiden, das sie mit denselben abreiben, und dann, wie gewöhnlich, durch Leder pressen. Das dem Rükstande noch anklebende Queksilber entfernen sie auf folgende Weise.“

„Sie füllen ein Gefäß mit Wasser und legen in die Mitte desselben einen Stein, der über die Oberfläche des Wassers, emporragt. Auf diesen Stein legen sie eine rothglühende Eisenplatte, und auf diese bringen sie den Klumpen Amalgam, den sie schnell mit einem umgekehrten irdenen Topf bedeken, dessen Rand sie in das Wasser eintauchen lassen. Das in Dämpfen aufsteigende Queksilber wird durch das Wasser verdichtet, in welchem es zu Boden fällt, und zu wiederholtem Gebrauche gesammelt wird.“

„Wenn sie größere Massen dieses Amalgames erhalten, so formen sie dasselbe wie einen Zukerhut, und stellen es auf eine über und über durchlöcherte eiserne Platte, und sezen ein Gefäß mit Wasser unter dieselbe. Sie stürzen dann über das Amalgam ein Gefäß, das sie mit seinen Kanten auf die Platte auskitten, und machen ringsumher über dasselbe Feuer. Das Queksilber, das auf diese Weise ausgeschieden wird, wird durch das Wasser in einer destillatio per descensum verdichtet.“

„Die Indianer betrügen hierbei nicht selben die Käufer. Sie bringen zuweilen Blei mitten in den Amalgam-Klumpen, oder auch Kupfer. Die Käufer sind daher gezwungen, die Gold- und Silberklumpen, die sie von den Indianern kaufen, entzwei zu schneiden, um sie in ihrem Inneren zu sehen45)

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Obiges Verfahren haben die Indianer sicher von den Europäern gelernt. Man verfuhr vor 30 Jahren an den Goldbergwerken in Salzburg gerade so, wie heute zu Tage diese Indianer.

A. d. U.

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