Titel: Ueber eine Maschine Flachs zu spinnen und zu verfeinern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. XXIV./Miszelle 5 (S. 74)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033024_5

Ueber eine Maschine Flachs zu spinnen und zu verfeinern.

Das Diario mercantil zu Barcelona erwähnt nach einem Schreiben aus Cadiz einer Maschine, mittelst welcher man dem Flachse die Feinheit der Baumwolle geben, und, wie diese, auf der Mühle spinnen kann. Es spricht auch von einer Maschine, den spanischen Ginster (génêt d' Espagne, nicht Genista hispanica, sondern Spartium junceum 44) so fein wie Seide zu verarbeiten. Schon im J. 1788 hat Don Jos. Serralta zu Soria eine solche Fabrik errichtet, die sich jezt in der Nahe von Madrid befindet, auf welcher der Flachs und das Werg kardetscht wird. Im J. 1794 spann man zu Santjago den Flachs so fein, daß ein Quentchen 400 Varas (einen Faden von 1200 Fuß Länge) gab. Man verfertigte daraus sehr feine Battiste für Amerika. Zu Cadiz wurde spanisches Leinen-Garn aus Galicien das Pfd. zu 25 bis 30 Realen verkauft. Man spann sogar Garn von N. 90., d.h., Garn, von welchem 84 Gebünde, jedes zu 46 Varas, nur 2 Loth wogen. Solches Garn wurde in Amerika mit Gold aufgewogen. – Was den Ginster betrifft, so weiß man, daß Hiéron dem Archimed befahl, die Schiffsseile aus Spartium junceum verfertigen zu lassen. Im J. 1769 errichtete man zu Daymiel eine Fabrik zur Verarbeitung dieses Materiales, zu welcher Karl III. im Jahre 4 772 aus seiner eigenen Casse 20,000 Piaster hergab. Die daraus verfertigten Zeuge wurden die Vara zu 4, 5 bis 7 Realen verkauft. Im J. 1774 waren 300 Weiber an dieser Fabrik bloß mit dem Spinnen des Ginsters beschäftigt. Man weiß heute zu Tage nicht mehr, wie diese Pflanze behandelt wurde. Der jezt zu Barcelona gesponnene Ginster liefert Garn von N. 40., und wird um 8 Realen das Pfd. verkauft. Gaceta de Bayona. 30. Jan. 1829, (Bullet. d. Scienc. technol. März, S. 256.)

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Spartium junceum wird wegen seiner wohlriechenden Blumen bei uns in Gärten gezogen, muß aber im Winter in Stroh eingebunden werden. Ueber die Benüzung dieser Pflanze siehe Böhmer's technol. Geschichte der Pflanzen. Bd. I. S. 532.

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