Titel: Ueber Steenstrup's Triebmaschine,
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. LI./Miszelle 4 (S. 153–154)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033051_4

Ueber Steenstrup's Triebmaschine,

von welcher wir im Polyt. Journ. Bd. XXXI. S. 172 Nachricht gaben urtheilt das Repertory nicht so günstig. Es findet, daß dieselbe wenig oder gar nichts Originelles besizt, und aus Stoffen besteht, die in noch unverfallnen Patenten vorkommen. Der Kessel oder Dampf-Erzeuger ist dem zweiten Kessel in Gurney's Patent vom October 1825 ähnlich, von welchem im Repertory pres. Ser. Bd. III. S. 173. (Polyt. Journ. B. XXIX. S. 1.) Nachricht gegeben wurde. Die vielen senkrechten Röhren sind offenbar die des Hrn. Drs. Alban, für welche Hr. Raddatz im Mai 1825 ein Patent nahm. (Repert. II. B. S. 140. Polyt. Journ. B. XXXII. 1.) Kessel dieser Art sind aber sehr jener Art von Explosion ausgesezt die durch plözliche Verdichtung des Dampfes entsteht, worüber Perkins einen eigenen Aufsaz schrieb, der im Repert. V. B. S. 40. (Polyt. Journ. B. XXV. S. 353.) im Auszuge sich findet. Indessen hat dieser Kessel zwei gute Eigenschaften; die erste ist, daß man die äußere Hülle zur Ausbesserung und Reinigung leicht wegschaffen kann; die zweite, der Umlauf des heißen Wassers mittelst der senkrechten Röhren, wodurch auch der Bodensaz in den Röhren selbst vermindert wird. Auf der anderen Seite hindern aber die vielen Röhren, die durch das Feuer laufen, auch beim Heizen, und können durch die beim Schüren nöthigen Werkzeuge leicht gebrochen werden. Die, von dem Patent-Träger vorgeschlagene, Biegung der Röhren wird diese lezteren nicht hindern die gegenüberstehenden Seiten des inneren Kessels zu drüken, wenn sie nicht aus biegsamem Metalle sind, und dann werden sie zu schwach seyn. Auch die Weise, wie der innere und äußere Kessel verbunden ist, gewahrt keine Dauer, in dem der innere Kessel, welcher der unmittelbaren Wirkung des Feuers ausgesezt ist, sich mehr ausdehnt als der äußere, und folglich auch, wenn das Feuer ausgelöscht wird, sich mehr zusammenzieht, und auf diese Weise Sprünge etc. erzeugt.

Die sich drehende Dampfmaschine des Patent-Trägers ist gleichfalls keine neue Vorrichtung. Hr. Galloway hat, in seinem Patente vom December 1826, und vor ihm hat Marquis Combis im Junius desselben Jahres, und lang vor beiden, schon im J. 1790, hat Hr. Brahmah einen Stämpel mit umdrehender Bewegung angewendet. Diese Patente finden sich alle im Repertory (und mit Ausnahme jenes von Hrn. Bramah) auch im Polyt. Journ. Der krumme Schieber des Hrn. Steenstrup macht keinen so bedeutenden Unterschied, und ist schwer zuzurichten, daß er genau paßt und schließt. Der innere sich drehende Cylinder vermindert indessen dadurch, daß der Ring, in welchen der Stämpel läuft, weiter vom Mittelpunkte entfernt ist, den Fehler, den alle Dampfmaschinen mit umdrehender Bewegung besizen, um vieles. Ueber diesen Fehler der Dampfmaschinen mit umdrehender Bewegung hat Hr. Tredgold in seinem Werke über die Dampfmaschine und im Repertory VII. B. S. 237. zugleich mit einem Hrn. B. (Ebendaselbst) Mehreres vorgetragen.

Die Ruder-Räder mit den sich drehenden Rudern sind gleichfalls nicht neu. Ein Modell eines solchen Rades hat Hr. Haley zu Dublin schon vor 30 Jahren verfertigt. Mit diesem Rade sollte ein gedektes Both unter Wasser gerudert werden: wahrscheinlich ist dieses Rad noch in den Händen der Familie des Hrn. Haley. Hr. Hill ließ zeither sich ein Patent auf ein ähnliches Rad ertheilen. (Febr. 1825. Repertory II. B.) Es scheint indessen kein besonderer Vortheil aus diesen Rädern hervorzugehen, wenn sie so, wie die übrigen Ruderräder, mit |154| ihrem unteren Theile unter dem Wasser sind; und wenn sie ganz unter dem Wasser laufen, werden sie nur das Schiff in seinem Laufe hindern.

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