Titel: Baumwolle-Paken.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. XCIV./Miszelle 29 (S. 406–407)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033094_29

Baumwolle-Paken.

Im Boston Patriot wird einer neu erfundenen Maschine erwähnt, deren man sich in Nord-Carolina zum Einpaken der Baumwolle bedient. Ein Mann kann mittelst derselben in Einem Tage 8–12 Ballen Baumwolle paken, und bringt 450–580 Pfund Baumwolle in ein Stük Paktuch von 5 Ellen. (Niles Register 1. Oct. 1826. Bulletin d. Scienc. technol. Juni. 1829. S. 147.) (Es wäre sehr der Mühe werth, diese Maschine, wenn sie das wirklich leistet, was davon geschrieben steht, nach Bayern und Böhmen kommen zu lassen, nicht um da Baumwolle, sondern um Hopfen zu paken. Die Hopfen-Säke verschlingen jährlich Tagwerke von Hanf, und ein Hopfenwagen ist das lächerlichste Ding, das einem Holländer oder Engländer auf der weiten Welt begegnen kann. Er ist noch tausend Mal lächerlicher, als unsere und als die kroatischen Heuwagen in Oesterreich. Die Kunst zu paken versteht man auf dem festen Lande nicht, es wäre sehr der Mühe werth, unsere Pakmeister auch nur nach Hamburg, besser aber nach Holland und England, zu schiken, um dort die bei uns kaum geahnete Kunst |407| des Pakens zu lernen. Ein englischer oder holländischer Heuwagen (oder ein mit Heu beladenes Schiffchen) sieht äußerst nett aus, und hält drei Mal so viel Heu, als ein unsriger. Der Hopfen wird in England in einen fünf Mal kleineren Raum gebracht, und könnte noch mehr zusammengedrükt werden, indem es bloß das Hopfenmehl, die drüsige Bekleidung der weiblichen Hopfenblüthe ist, die dem Biere die Hopfenstärke gibt, und alles Uebrige an demselben das Bier mehr verdirbt, als gut macht.)

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