Titel: Verbessertes Hör-Rohr. Einfaches Mittel, Harthörige deutlich hören zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. XCIV./Miszelle 31 (S. 407–408)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033094_31

Verbessertes Hör-Rohr. Einfaches Mittel, Harthörige deutlich hören zu machen.

Das Mechanics Magazine beschreibt in Nro. 309, 11. Jul. 1829. S. 340. ein verbessertes Hör-Rohr, welches zu London unter der Aufsicht des Hrn. Wundarztes und Apothekers Poynter, Warren-Stret, Camden Town, verfertigt wird. Dieses Hör-Rohr ist eine Röhre von 4 Fuß Länge (es kann auch kürzer seyn), an einem Ende mit einem Mundstüke, an dem andern mit einem Ohrstüke versehen: sie ist aus Kautschuk oder elastischem Gummi, der durch einen Spiraldrath, welcher in der Höhlung hinläuft, immer in gehöriger Weite offen gehalten wird. Außen ist es zierlich mit Saiten überflochten. Die Person, welche zu dem Tauben spricht, hält das Mundstük an die Lippen, und spricht ganz leise. Der Taube legt das Ohrstük an sein Ohr und vernimmt durch diese Vorrichtung deutlich, was man zu ihm gesprochen hat. Dieses Hör-Rohr kostet 2 Pfd. Sterl. (22 fl.)186).

Der Uebersezer kann jedem Hart- oder Schwer-Hörenden durch eine ähnliche Röhre, die einen halben Kreuzer kostet, zum Deutlich-Hören helfen. Man nehme einen Bogen Papier, rolle ihn zu einer Röhre von 1 1/2 Zoll im Durchmesser auf, und befestige die über einander gerollten Papierlagen an beiden Enden mit etwas Oblat. Man bringe nun das eine Ende dieser Röhre an das Ohr des Tauben, und spreche an dem andern Ende derselben laut und deutlich, und der Harthörige wird deutlich hören. Der Versuch wird mit jeder andern Röhre aus Holz, Metall, Glas eben so gelingen. Wenn man Individuen, die gut hören, das eine Ende einer 5 Schuh langen, und nur 1/2 Zoll im Durchmesser weiten Glasröhre mit dem einen Ende an das Ohr hält, und an dem andern Ende in diese Röhre so leise lispelt, als man sonst zu Jemanden in das Ohr spricht, wenn man nicht will, daß es andere deutlich hören sollen; so wird jede Sylbe, auch noch so leise in einer Entfernung von 5 Schuhen vom Ohre gelispelt, deutlich vernehmbar. Wenn man einer solchen Röhre den Bau eines Sprachrohrs geben würde, so würde natürlich die Wirkung noch kräftiger seyn. Wir haben manchem Harthörigen mit einer solchen einfachen Röhre Erleichterung |408| verschafft, und manche Gesellschaft mit diesem Beicht-Instrumente unterhalten.

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Das Mechan. Mag. N. 312., vom 1. August, S. 400., theilt über dieses Hör-Rohr, das zu London bei Fores (Piccadilly, der St. James's Kirche gegenüber) verkauft wird, folgende Note mit, daß diese Röhren von Hrn. Hancock verfertigt werden, der sich ein Patent auf Bereitung von Röhren aus Gummi elasticum geben ließ, und daß sie nur 15 Shillings (9 fl.) nicht 2 Guineen oder 24 fl. kosten. Diese Röhren finden allgemeinen Beifall und werden von Leuten, die ein hartes Gehör haben, allen anderen Ohr-Trompeten vorgezogen. – Sie verdienen auch dieses Lob: allein, wie wir früher bemerkten, jede andere Röhre, auch ein Bogen Papier zu einer Rolle oder Röhre zusammengerollt, dient eben so gut. Man versuche es nur, wenn man zweifelt.

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