Titel: Deutscher Mörtel. („German Cement.“)
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 33, Nr. CXIV./Miszelle 14 (S. 483–484)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj033/mi033114_12

Deutscher Mörtel. (German Cement.“)

Wir liefern diese Notiz bloß um den deutschen Ehren-Namen zu retten.

Nach dem Repertory of Patent-Inventions, August S. 479. ließ ein Matthäus Fullwood, jun., Gentleman zu Stratford, Esser, sich am 6. Mai 1828 ein Patent auf einen Mörtel ertheilen (Cement, Mastic or Composition), den er deutschen Mörtel (German Cement) nennt.

Dieses ganze Patent besteht, nach dem Repertory, in folgendem Recepte:

Nimm Painswik-Stein, Eine Tonne;

Painswik Lumpen-Stein (Painswick rag stone), eine halbe Tonne;

Bisley-Stein, eine halbe Tonne;

Schwarzen Fels-Stein von Clifton bei Bristol (Black Rock Stone), eine Tonne:

brenne und mahle Alles auf dieselbe Weise, wie zum römischen Mörtel (Roman Cement). Nachdem es hierauf mit Wasser gehörig gemengt wurde, gibt es einen leichteren Mörtel, als der römische, und wird noch leichter, ohne schlechter zu werben, wenn man es noch ein Mal brennt.

Wir zweifeln sehr, sagt das Repertory, daß der Patent-Träger oder irgend |484| ein Mensch auf diese Weise etwas anderes auf die Welt bringen wird, als gewöhnlichen Mörtel; denn alle diese Steine sind Kalksteine.

Der „deutsche Mörtel“ würde also ein schlechter Mörtel seyn; denn der gewöhnliche Mörtel in England ist schlecht. Es hätte eine Analyse dieser Kalksteine angegeben werden sollen, um zu sehen, ob sie nicht hydraulischen Mörtel geben können.

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