Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
II. Verbesserung in Verfertigung der Knöpfe und der hierzu nothwendigen Maschinen, worauf Thom. Tyndall, zu Birmingham, Warwickshire, sich in Folge einer Mittheilung eines im Auslande wohnenden Fremden am 4. Dec. 1827 ein Patent ertheilen ließ.Aus dem London Journal of Arts. Junius 1829. S. 126.Mit Abbildung auf Tab. I.Nur selten haben wir das Vergnügen gehabt unseren Lesern eine Erfindung vorlegen zu können, die so sehr auf Originalität, Scharfsinn und Zwekmäßigkeit in ihrem Baue Anspruch machen könnte, wie diese. Wir verdanken sie dem unerschöpflichen Genie des Hrn. Drs. Church, aus Amerika, der sie dem Patent-Träger während seiner Abwesenheit aus England mittheilte. |9|Der verbesserte Knopf wird auf eine ganz eigene Weise verfertigt, und hat einen eigenen Bau. Er ist mit einem metallnen Schenkel oder Oehre versehen, und seine Fläche kann entweder polirtes Metall, oder mit Taffet oder irgend einem Stoffe überzogen seyn. Das Drehen einer Kurbel sezt die Maschine in Bewegung, die alle Handgriffe macht, welche zur Verfertigung eines Knopfes nothwendig sind, der eben so schön und noch besser ist, als die bisherigen Knöpfe. Die verschiedenen Operationen, welche zur Verfertigung der Scheiben oder Platten, und der Schenkel oder Oehre, und zum Ausschneiden des Zeuges zum Ueberziehen der Knöpfe nothwendig sind, das Ueberziehen selbst, alle diese Arbeiten geschehen bloß durch das Umdrehen einer einzigen Achse. Die Maschine mag, als Ganzes betrachtet, gewisser Maßen zusammengesezt erscheinen; bei sorgfältiger Untersuchung derselben ergibt es sich aber, daß jede einzelne Bewegung einfach, und ihrer Wirkung nach sicher ist, indem sie mittelst sogenannter Muschelräder geschieht. Wir freuen uns sagen zu können, daß diese Erfindung keine Chimäre ist, wie dieß bei manchen Maschinen der Fall ist, die sehr sinnreich zu seyn scheinen; sondern daß diese Maschine wirklich die hier beschriebenen Knöpfe verfertigt, von welchen wir einige Muster selbst besizen. –––––––––– Die anliegenden Zeichnungen stellen die Maschine unter verschiedenen Gesichtspunkten dar. Fig. 1. zeigt die Vorderseite der Maschine in allen ihren Theilen geometrisch gezeichnet. Fig. 2. zeigt dieselbe von der Rükseite, wo aber einige Theile im Durchschnitt gezeichnet sind, um den Bau der Maschine noch deutlicher darzustellen. Fig. 3. ist eine Ansicht der Maschine von der Seite, wo man mehrere Theile wahrnimmt, die in beiden vorigen Figuren nicht angezeigt werden konnten. In dieser, wie in den übrigen Figuren, bezeichnen dieselben Buchstaben dieselben Gegenstände. Um den Bau und den Gang der Maschine recht anschaulich zu machen, muß ich zuerst die Art von Knöpfen im Allgemeinen beschreiben, die ich verfertigen will. Die Maschine dient zur Verfertigung metallner Knöpfe auf Kleider, und auch überzogener, die aber eine eigene Art von Schenkel oder Oehr haben. Der Schenkel oder das Oehr an der Rükseite des Knopfes wird |10| Die Fläche oder Vorderseite des Knopfes wird aus einer Scheibe oder kreisförmigen Platte Metalles, oder aus Metall und Zeug, oder aus irgend einem anderen brauchbaren Stoffe verfertigt, welche beide dann auf die gewöhnliche Weise, wie man sonst Schalen-Knöpfe verfertigt, unter einander und mit dem Oehre verbunden werden. Alle diese Arbeiten geschehen in dieser Maschine durch die verschiedenen Leiter und Präge-Stämpel auf die hier angegebene Weise. Ehe wir die einzelnen Bewegungen und Arbeiten der verschiedenen Theile dieser Maschine erklären, wird es gut seyn, die vier Haupt-Wurzeln aller Thätigkeit, die auf der Hauptachse angebracht sind, anzugeben. 1) die excentrischen Räder BB, welche auf dieser Achse befestigt sind, und den oberen Präge-Stämpel, oder die Durchschlag-Büchse CC, mittelst der Verbindungs-Stangen DD in Bewegung sezen. 2) die excentrischen Räder EE, gleichfalls an der Hauptachse, zur Bewegung der unteren Präge-Stämpel, oder der Durchschlag-Büchse FF, mittelst der Verbindungs-Stangen GG. 3) ein Muschelrad H, beinahe in der Mitte der Hauptachse, zum Treiben der Räder I, K, L, M und N, welche die verschiedenen Stüke führen, die zum Knopfe gehören. Dieses Muschelrad treibt die besagten Räder mittelst des krummen Hebels O, des Sperrkegels P, des Zahnrades Q, der Spindel R, und des Triebstokes STUV. 4) die Muschelräder WW, zunächst an den Enden der Hauptachse, dienen zur Bewegung des Gestelles XX, welches den Florentiner Taffet, oder überhaupt den Stoff, der auf der Walze Y aufgewunden ist, und mit welchem die Knöpfe überzogen werden, führt und nachliefert. Die Bewegungen dieses Gestelles oder Wagens geschehen durch Einwirkung der senkrechten Schieber ZZ der rechtwinkeligen Hebel aa, (die mit den Schiebern verbunden sind), der Sperrkegel bb, und durch die horizontalen Räder c und d, die an dem besagten Gestelle XX befestigt sind. Man seze nun, daß man einen Knopf verfertigen will, dessen Oberfläche mir seyn soll. Die Rolle Florentiner Taffet ist bei Y in dem schiebbaren Gestelle oder Wagen X |11| Ehe ich die Weise beschreibe, nach welcher ich einen Knopf verfertige, wird es nothwendig seyn, den besonderen Bau der Räder I, K, L, M und N zu erklären, und den besonderen Dienst eines jeden anzugeben. Zu diesem Ende muß ich auf die Hülfs-Figur 6. verweisen, welche diese Räder von oben zeigt, durch welche auf drei verschiedene Theile der Knöpfe mittelst der Präge-Stämpel und Durchschlageisen gewirkt wird, um dieselben zu bilden, zusammen zu bringen und zu vereinigen. Das Rad N ist eine kreisförmige Metall-Platte, ungefähr ein Zehntel Zoll dik, mit vier Löchern, die gleich weit von einander und von dem Mittelpunkte entfernt sind. Diese Löcher sind ringsumher um ihren Umfang mit Furchen versehen, in welchen Ringe mit gefensterten (chambered) Oeffnungen befestigt sind, deren Größe mit der Größe des kreisförmigen Stükes Florentiner Taffet correspondirt. Einen solchen gefensterten Ring mit einem Theile des Rades N zeigt Fig. 7. Eine Scheibe Florentiner Taffet, nachdem sie von den kreisförmigen Messern oder Scheren h ausgeschnitten wurde, wird in dem gefensterten Ringe des Rades N abgelegt, um in den Raum zwischen den Rädern L und M gebracht, und daselbst mit der Schale vereinigt zu werden, welche gleichzeitig von dem Rade L unmittelbar darüber geführt wird. Die Metall-Scheibe, welche die Schale des Knopfes bildet, wird mit der Hand in die gefurchte Röhre oder in den Ziehblok i, Fig. 1. gebracht, wo sie mittelst des niedersteigenden Durchschlag-Eisens jenen Theil der Arbeit empfängt, den man in der Kunstsprache das Durchziehen ( Die Metall-Scheibe, aus welcher der Schenkel oder das Oehr |12| Da die Präge-Stämpel oder Durchschlag-Büchsen so vorgerichtet sind, daß sie sich einander nähern oder von einander entfernen können, so werden durch die Umdrehung der Hauptachse A, wie oben bemerkt wurde, die oberen Flächen der oberen und unteren Reihe der Durchschlag-Eisen 1, 2, 3 etc. in den Löchern der Räder I, K, L, M, N zusammengebracht, um die Theile des Knopfes zu bilden und zu vereinigen, was auf folgende Weise geschieht. (Die fortschreitende Bildung der verschiedenen Theile des Knopfes ist in der Gruppe der Hülfs-Figuren, Fig. 8. (1–10) dargestellt.) Ein Loch des Rades M (mit 1 bezeichnet) nimmt die metallne Schale aus dem Ziehbloke i durch das Niedersteigen des Durchschlag-Eisens I auf, welches an der oberen Büchse C befestigt ist, und während des Durchganges durch den Zieheblok ist die Kante so empor gerichtet, wie man in den Hülfs-Figuren (Fig. 8. N. 1.) sieht. Von hier wird die Schale durch das Rad M zu dem nächsten Paare der Präge-Stämpel oder Durchschlag-Eisen 2, und so fort zu den übrigen auf folgende Weise geführt: Bei jeder Umdrehung der Hauptachse A treibt das Muschelrad H den gekrümmten Hebel O in beinahe einer Fünftel-Umdrehung, und der Sperrkegel P, welcher an einem Arme angebracht ist, der von diesem gekrümmten Hebel herabsteigt, hält das Zahnrad Q, welches fünf Zähne hat. Dieses Rad und seine Spindel R wird also in einer Fünftel-Umdrehung umgedreht, und der Hebel kehrt, so wie das Muschel-Rad zurüktritt, durch die Kraft einer Feder in seine vorige Lage zurük. Durch diese Bewegung der Spindel R wird das Rad I gleichfalls um einen Schritt, d. i., um ein Fünftel seiner ganzen Umdrehung vorwärts getrieben, und das Zahnrad 8 an dem unteren Ende der Spindel R greift in das Rad T ein, und macht, daß das Räderwerk der Zahnräder T, U und V, und ihre Spindeln umlaufen. Es werden also bei jeder Bewegung des gekrümmten Hebels O, und seines Sperrkegels P, d.h., bei jeder Umdrehung der Hauptachse die Leitungs-Räder I, K, L, M und N um einen Schritt vorwärts bewegt, und dadurch kommt die Schale, der Ueberzug und das Oehr nach und nach unter die verschiedenen Präge-Stämpel, und der Knopf wird fertig. Die Schale des Knopfes, die nun bis zu dem Loche bei 2 vorgeschritten ist, wird durch die Annäherung der Präge-Stämpel-Büchsen |13| Ich habe bereits angegeben, daß die Scheibe Florentiner Taffet in einen gefensterten Ring des Rades N in dem Loche 4 Fig. 6. gebracht wurde; es ist daher nur nothwendig zu bemerken, daß, nachdem durch die Bewegung dieses Rades, die auf die oben angegebene Weise geschieht, die Scheibe. Florentiner Taffet in die Lage N. 5, Fig. 6. gebracht wurde, das obere Durchschlag-Eisen 5 bei seinem Niedersteigen die Schale herabstößt, die Scheibe Florentiner Taffet vor sich her führt, und in das Loch des unteren Rades K bringt, wo die Kanten dieser Taffet-Scheibe nach aufwärts gestülpt werden, und die Schale einschließen, wie N. 5. in Fig. 8. zeigt. Ich fahre nun fort die Weise zu beschreiben, nach welcher das Oehr bereitet wird, so daß es mit der Schale und dem Ueberzuge vereinigt werden kann. Ich habe oben gesagt, daß eine metallne Scheibe in die elastische Röhre K, Fig. 1. abgelegt wird, um aus derselben das Oehr des Knopfes zu bilden. Diese Scheibe wird nun durch das Niedersteigen des oberen Präge-Stämpels 6, in das Loch 6, des Rades I niedergetrieben, wo vier kleine Löcher mittelst eben so vieler Punzen, die an dem oberen Präge-Stämpel befestigt sind, durchgeschlagen werden, wie man in N. 6. Fig. 8. sieht. Die nächst folgende Bewegung des Rades I bringt das Oehr-Stük in die Lage 7, Fig. 6, wo nun, durch Annäherung der Präge-Stämpel 77, die so eben durchgeschlagenen Löcher ausgetieft werden, und der mittlere Theil der Scheibe gehoben wird, wie man in N. 7. Fig. 8. sieht. Die nächste Bewegung des Rades I dringt das Oehr in die Lage 8, wo die Präge-Stämpel, die es pressen, den Mittelpunkt noch immer höher heben, und das Metall zwischen den Löchern aufrunden. Eine andere Bewegung des Rades I führt das Oehr nach 9 in Fig. 6. in die Lage, wo die zulezt beschriebene Operation wiederholt und das Oehr vollendet wird, wie man es von der Kaute in N. 9. Fig. 8. sieht. Die darauf folgende Bewegung der Räder LK führt die Schale |14| Dieser Apparat zum Einräumen der Kante des Florentiner Taffets ist in Fig. 8. N. 10. dargestellt, wo sich ein Theil des Rades K im Durchschnitte zeigt. Jedes Loch des Rades K nimmt eine metallne Büchse aa 6) auf, in welcher sich vier, senkrechte Hebel bb befinden, die auf Stüz-Stiften aufgezogen sind. Die oberen Enden dieser Hebel sind in Segmente cc eines horizontalen Kreises ausgeschnitten, deren innere Kanten die Schale umfassen, und den Knopf bedeken, wie man in der Figur sieht. Bei Annäherung des unteren Durchschlag-Eisens 10 kommt ein kegelförmiges Halsband, welches daran befestigt ist, gegen die Schweife der Hebel bb, drükt sie nach auswärts, und da die Segmente cc an den oberen Enden der Hebel folglich nach Innen getrieben werden, räumen sie die Kaute des Florentiner Taffets ein, und drüken sie zusammen. Zu gleicher Zeit schlägt das obere Durchschlag-Eisen 10, das Oehrstük 10, aus dem Rade I hinab auf die Schale und auf ihren Ueberzug, wie man in N. 10. Fig. 8. sieht, und treibt es in die Vertiefung am Rüken der Schale. Auf diese Weise werden die Kanten des Florentiner Taffets nach einwärts gelegt unter den aufgebogenen Rand der Schale, wo dann, durch den Druk der Präge-Stämpel, das Oehrstük gegen seine Kanten niedergefletscht, und innerhalb der Schale ausgedehnt wird, so daß die verschiedenen Theile des Knopfes in einander befestigt werden. Die folgende Bewegung der Räder bringt den Knopf in die Lage 11. Fig. 6, wo die Annäherung der Präge-Stämpel die Theile fest an einander schließt, und den Knopf vollendet. Eine andere Bewegung der Räder bringt den Knopf nach 12 in Fig. 6, wo das niedersteigende Durchschlag-Eisen 12 denselben aus der Maschine schafft. Fig. 9. stellt eine der Durchschlag-Büchsen (Punch boxes) horizontal dar; die Stiefel, in welchen die Stangen der Durchschlag-Eisen eingefügt sind, sind im Durchschnitte dargestellt, um die Bänder und Stellschrauben zu zeigen, mittelst welcher die Durchschlag-Eisen befestigt sind. |15|Ich will nun fortfahren die Vorrichtung zu beschreiben, welche dazu bestimmt ist, die Maschine immer mit der gehörigen Menge Florentiner Taffet zu versehen, aus welchem die kreisförmigen Stüke oder Scheiben zum Ueberziehen der Knopfe oder Schalen auf die oben angeführte Weise ausgeschnitten werden. Nachdem der Florentiner Taffet, oder irgend ein anderer Stoff, fest und gleich auf einer Walze aufgerollt wurde, wird er in den schiebbaren Wagen X am Hintertheile der Maschine in der bei Y dargestellten Lage gebracht. Die Zapfen oder Enden der Walze sind auf den Hebeln U aufgehängt, die in den Seiten der senkrechten Pfosten des Wagens X eingefügt sind, und an den Hebeln befinden, sich Gewichte, um die Walze mit dem Stoffe fest an das obere Brett anzudrüken. Ein Weil des Florentiner Taffets wird von der Walze abgezogen, und flach auf dem Speisungs-Brette g ausgebreitet, nachdem er durch die Speisungs-Kappen ef durchgezogen wurde. Der Wagen X wird nun an das Ende seiner Bahn am Hintertheile der Maschine auf seinem Geleise mmm fortgeschoben. Eine Eke des Florentiner Taffets kommt in den Spalt des cylindrischen Messers h, von welchem eine besondere Art im Durchschnitte in Fig. 10 abgebildet ist. Wenn die Maschine nun in Bewegung gesezt wird, wird der Stift n durch das Niedersteigen der oberen Durchschlag-Büchse C, an welcher er mittelst eines Bokes befestigt ist, auf die oberste Fläche des cylindrischen Messers herabsteigend, und dieses durch den Florentiner Taffet durchschlagen, so daß es eine Scheibe ausschneidet, welche dadurch zugleich in den gefensterten Ring des Rades N gelangt, von welchem wir oben gesprochen haben, und das man in Fig. 10. deutlich sieht. Der besondere Bau des schneidenden Cylinders muß nun erklärt werden. Er besteht zuvörderst aus einer äußeren Röhre aus Gußeisen h, Fig. 2, 3 und 10., welche Röhre auf dem Speisungs-Brette g gehörig befestigt ist. Innerhalb der äußeren Röhre h befindet sich eine walzenförmige Röhre o aus Stahl, welche in derselben befestigt ist. Durch beide läuft der oben erwähnte Spalt, durch welchen der Florentiner Taffet durchgezogen wird. Eine andere dünne stählerne Röhre (welche das Messer p ist) paßt genau in die Röhre o und schiebt sich mittelst einer Spiralfeder auf und nieder, welche um dieselbe, wie bei gg, aufgewikelt ist. Sie stüzt sich oben gegen eine Schulter, und dadurch wird das Messer p in die Höhe gehalten. Innerhalb dieses Messers ist ein walzenförmiges Durchschlag-Eisen r, welches genau in dasselbe paßt, und gleichfalls durch eine starke Spiralfeder s gehalten wird. |16|Dieß ist die Lage der Theile des Messers, ehe der Florentiner Taffet mittelst desselben ausgeschnitten wird. Man wird nun sehen, daß wenn die obere Durchschlag-Büchse C niedersteigt, der Stift n auf den obersten Theil des Durchschlag-Eisens r kommen, und dieses und das Messer p durch den Florentiner Taffet durchschlagen wird, wobei die stählernen Röhren o und p mit einander als Scheren wirken. Nachdem die Scheibe aus Florentiner Taffet auf diese Weise ausgeschnitten wurde, wird sie, durch das weitere Hinabsteigen des Messers p und des Durchschlag-Eisens r bis an den Boden der Röhre e hinabgeführt, unter welchem einer der gefensterten Ringe in dem Rade N sich befindet. Nachdem das Messer auf diese Weise bis an den Boden der Röhre hinabgestiegen ist, wird es daselbst durch seine Schulter p aufgehalten, die sich oben an demselben befindet, und mit dem oberen Ende des äußeren Cylinders in Berührung kommt. Das Durchschlag-Eisen e, welches von der Feder r getragen wird, wird aber etwas tiefer hinabgelassen, und auf diese Weise kommt die Scheibe Florentiner Taffet aus der Röhre, und wird in dem gefensterten Ringe unten abgesezt. Nachdem die erste Scheibe aus dem Taffet durchgeschlagen ist, der auf dem Speisebrette ausgebreitet ist, werden die übrigen Scheiben nach der Reihe ausgeschnitten, indem der Wagen in einer Seitenrichtung bewegt wird, sobald das Messer bei jeder Umdrehung der Hauptachse auf folgende Weise gehoben wird. Nahe an den Enden der Hauptachse A sind Muschelräder WW angebracht, welche auf die Schieber ZZ wirken, wie man in Fig. 3. sieht, und diese bei jeder Umdrehung der Hauptachse auf- und niedersteigen machen. An den unteren Enden dieser Schieber sind rechtwinkelige Hebel aa mittelst eines Gefüges angebracht, und an den längeren Armen dieser rechtwinkeligen Hebel befinden sich Sperrkegel bb, welche gleichfalls mittelst Gefügen damit verbunden sind. Diese Sperrkegel greifen in zwei horizontale Räder cd ein, welche an dem schiebbaren Gestelle des Wagens XX befestigt sind, und die man am deutlichsten in Fig. 2. sieht, wo die Maschine von der Rükseite dargestellt ist. Man wird nun sehen, daß durch die Umdrehung der Hauptachse die Muschelräder WW die Schieber ZZ aufheben und niedersteigen lassen, und, so wie diese auf und nieder steigen, veranlassen sie auch die rechtwinkeligen Hebel aa, sich um ihre Stüzungs-Stifte zu schwingen, und folglich die Sperrkegel bb hin und her zu schieben. Durch eine in der Folge zu erklärende Vorrichtung wird einer dieser Sperrkegel aus dem Zahnrade ausgehoben, während die Spize des anderen in die Zähne des Sperrrades eingesenkt wird, so daß folglich |17| Wenn nun der Wagen mit dem Florentiner Taffet durch die so eben beschriebenen auf einander folgenden Bewegungen seinen weitesten Lauf nach der linken Seite hin vollendet hat, kommt einer der Arme Z genau über einen der kleinen Hebel a* zu stehen, und in dieser Lage veranlaßt das nächste Niedersteigen der Durchschlag-Büchse C den Hebel a* den Arm Z zu heben, welcher einen Fänger oder Halter b* aus der Rükseite des oberen Speisungs-Bakens zurükzieht, und lezteren auf diese Weise durch die Gewalt einer Feder c*, die man in der Hülfs-Figur 4. deutlich sieht, mit seinem Gestelle zurükwerfen läßt. Die Weite, auf welche dieser Baken zurüktritt, muß durch die Schraube d* regulirt werden: sie hängt von der Breite der verlangten Scheibe ab. Die Kanten der Speisungs-Baken sind mit feinen Spizen versehen, die schief geneigt sind, wie man in den Durchschnitts-Figuren sss sieht, damit sie den Florentiner Taffet fester halten können. Um den Florentiner Taffet zu einer neuen Reihe hervorzuziehen, muß der Baken e, der zurükfiel, wieder hinaufgehoben werden, wie bei Fig. 3. Dieß geschieht bei der ersten Rükkehr des Wagens mittelst des kleinen Armes e* am Rüken des Gestelles, der über die schiefe Fläche f* läuft, welche sich in der Mitte des Hintertheiles der Maschine befindet, wie Fig. 11. darstellt. Nachdem der obere Baken wieder in seine vorige Lage hinaufgeworfen wurde, wird er daselbst durch den Hälter oder Fang b* festgehalten. Ich habe das ganze Verfahren und alle Theile der Maschine zur Verfertigung überzogener Knöpfe beschrieben. Ich mache aber mit derselben Maschine auch metallne Knopfe von der Art der sogenannten Schalen-Knöpfe. Bei Verfertigung dieser metallnen Knöpfe fallen dann diejenigen Theile weg, welche zur Herbeiführung des Florentiner Taffets, und zur Bekleidung der Knopfe mit demselben nochwendig sind7). Die Patent-Erklärung entworfen von Newton. |17|
Die Abbildungen dieser so sehr zusammengesezten Maschine sind höchst undeutlich; wir mußten an manchen Stellen erst die Buchstaben dazu schreiben. Die Beschreibung ist um nicht vieles deutlicher. Wir zweifeln, daß irgend ein Mechaniker eine solche Maschine nach dieser Beschreibung und Abbildung verfertigen kann, und wir zweifeln auch, Troz aller Muster, die Hr. Newton besizt, daß diese Maschine im Großen mit Vortheil arbeiten kann. Uebrigens unterwerfen wir unser Urtheil dem Ausspruche, künftiger Erfahrungen. A. d. Ue. |
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