Titel: Miszellen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 34, Nr. XVII. (S. 62–80)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj034/ar034017

XVII.  Miszellen.

Preisaufgaben der Société industrielle zu Mülhausen, worüber in der Generalsizung im Monat Mai 1830 entschieden wird.

Von den für die Jahre 1828 und 1829 ausgeschriebenen Preisen werden folgende noch zum Concurs zugelassen:

1) Preis von fünfhundert Franken für ein schnelles und leicht anwendbares Verfahren, wodurch man den Werth zweier verschiedenen Krappsorten gegen einander bestimmen kann.

2) Preis von fünfzehnhundert Franken für eine Methode, den Farbestoff des Krapps auszuscheiden und dadurch die Menge desselben in einem gegebenen Gewicht Krapp zu bestimmen.

3) Medaille für eine Abhandlung über die Ursachen der Selbstentzündung der fetten Baumwolle. (Vergleiche über diese drei Preisfragen polytechnisches Journal Bd. XXV. S. 344.)

4) Medaille für die beste Abhandlung über das Bleichen der Baumwollenzeuge.

5) Medaille für die beste Abhandlung über die Fabrikation des Adrianopelroths.

6) Medaille für das Bleichen mit Kalk, ohne ein anderes Alkali.

7) Medaille für eine vollständige Analyse des Kuhmistes.

8) Medaille für eine Abhandlung, worin durch genaue Versuche gezeigt wild, welche Rolle bei dem Blaufärben der Baumwolle mit Indigo die außer dem blauen Pigment in demselben enthaltenen Substanzen (z.B. der von Berzelius aufgefundene braune und rothe Stoff) spielen, und ob diese Substanzen dabei nüzlich oder schädlich sind, oder auch ob die eine oder andere von ihnen zur Erzeugung einer dauerhaften und glänzenden blauen Farbe unumgänglich nöthig ist. (Man vergleiche über die lezteren vier Preisfragen polyt. Journ. Bd. XXX. S. 147.)

9) Medaille für die Entdekung oder Einführung eines nüzlichen Verfahrens in der Kattundrukerei.

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Den im polyt. Journ. Bd. XXX. S. 148. angeführten sieben Beispielen werden jezt noch folgende beigefügt:

8) Auf Baumwollenzeuge einen neuen Färbestoff zu befestigen, er mag von was immer für einer Beschaffenheit seyn, wenn er nur den schwachen Säuren und den Alkalien widersteht.

9) In das Departement des Oberrheins den Anbau einer Pflanze oder die Zucht eines Insectes einzuführen, welche in der Wollen-, Seiden- und Baumwollenfärberei anwendbar sind und bisher aus dem Auslande bezogen wurden.

10) Eine Substanz aufzufinden, welche eben so gut wie die Alaunerde als Beizmittel in der Kattundrukerei gebraucht werden kann. Diese Substanz darf noch nicht im Großen angewandt worden seyn.

11) Ein Verfahren auszumitteln, wodurch mit Fernambuk, Campeschenholz und Quercitronrinde Farben hervorgebracht werden können, welche dem Chlor, der Luft, der Seife und den schwachen Säuren eben so gut widerstehen als die Krappfarben.

10) Medaille auf Erfindung mechanischer Sperrruthen oder Tempel.

11) Medaille für die beste Abhandlung über das Spinnen der Baumwolle von Nro. 80 bis 180 metrisch.

12) Preis von 1000 Franken auf eine Maschine zum Oeffnen und Zupfen der Baumwolle und Wolle aller Art, ohne daß dieselbe dadurch leidet, und wodurch sowohl das Klopfen oder Schlagen, als auch das Zupfen mit der Hand und der sogenannte Klopfzupfer (batteur-éplucheur) beseitigt werden kann.

13) Medaille für ein Verfahren, die Halsstüke der Feinspindeln an Mule-Jennies unbeschadet der Runde zu härten.

14) Medaille für Verfertigung gefurchter Cylinder für Spinnmühlen aus gehärtetem. Bundeisen, welche Cylinder nicht über ein Drittel höher kommen dürfen, als die aus gewöhnlichem Eisen.

15) Medaillen für Verfertigung und Absaz neuer Baumwollenzeuge. (Ueber die lezteren sechs Preisaufgaben vergleiche man polyt. Journ. Bd. XXX. S. 148–152.)

Preise, welche für das Jahr 1830 ausgesezt sind.

16) Medaille auf Erfindung einer blauen Farbe, welche der Luft, dem Chlor, den Säuren und der Seife besser widersteht als das Indigküpen-Blau und die wenigstens eben so lebhaft ist.

Der Indigo widersteht zwar den Säuren sehr gut, aber viel weniger der Seife und noch weniger der Luft und dem Chlor.

Da außer den Krappfarben alle anderen an der Luft verschießen, so hat man jezt allgemein die Anwendung des gefärbten Kattuns für die Gardinen der Wohnungen aufgegeben: wenn man daher eine blaue Farbe hervorbringen könnte, welche eben so lebhaft und dauerhafter wäre, als die mit Indigo erzeugte, oder wenn man das Indigblau so färben könnte, daß es solider würde, so wäre dieß für die Kattunfabriken sehr vortheilhaft.

17) Medaille auf Erfindung einer gelben Farbe, welche der Luft, den Säuren und den Alkalien besser widersteht als die mit Wau, Quercitron und chromsaurem Blei hervorgebrachten, dabei aber eben so lebhaft ist.

Die gelbe Farbe, welche man mit Wau und Quercitron hervorbringt, widersteht der Seife und den schwachen Säuren sehr gut, zersezt sich aber leicht in Berührung mit Chlor und an der Luft: die mit chromsaurem Blei erzeugte widersteht dem Einfluß der Luft ein wenig besser, hingegen nicht so gut den Alkalien. Ein Verfahren, wodurch die gelben Farben eben so solid dargestellt werden könnten, als es die Krappfarben sind, wäre für die Kattunfabriken sehr wünschenswerth.

18) Medaille für eine genaue und ausführliche Analyse der schwarzen und weißen Gallapfel, des Bablahs, des sicilianischen Sumachs und des französischen Sumachs (Sumac de Donzères.).

Da man den Unterschied im Verhältniß der Bestandtheile bei diesen Substanzen nicht genau kennt, so kommt man nicht nur bei ihrer Wahl oft in Verlegenheit, |64| sondern man weiß auch nicht, in welchen Verhältnissen man eine durch die andere ersezen kann, oder welche Veränderungen man mit einer derselben vor: nehmen muß, um sie an Statt der anderen gebrauchen zu können. In gewissen Fällen wäre zugleich ein Verfahren, wodurch man die Verfälschungen des Sumachs ausmitteln könnte, sehr nöthig. Durch die Auflösung dieser Fragen würde den verschiedenen Industriezweigen, welche jene adstringirenden Substanzen anwenden, ein wesentlicher Dienst erwiesen.

19) Medaille auf Erfindung eines genauen, einfachen und wenig zerbrechlichen Thermometers, dessen Preis nicht über 40 Franken zu stehen kommt, und welches bequem an den heute zu Tage in den Kattundrukereien üblichen Farbekufen, die mit Dampf erhizt werden, angebracht werden kann.

Die noch immer gebräuchlichen tragbaren Glasthermometer haben mehrere Nachtheile: erstens zerbrechen sie die Arbeiter oft; alsdann erheischen sie in großen Fabriken eine zu beschwerliche Aufmerksamkeit, weil man jeden Augenblik die Temperatur der verschiedenen Bäder untersuchen muß: wenn hingegen im Inneren der Kufe ein Thermometer angebracht wäre, welches außerhalb auf einer Gradleiter oder Scheibe den Wärmegrad anzeigen würde, so wäre die Regulirung der Temperatur der verschiedenen Bäder eine sehr einfache Sache.

20) Medaille auf Erfindung eines Instrumentes oder einfachen Verfahrens, wodurch man die Dike (Klebrigkeit) einer zum Walzendruk bestimmten Farbe oder Beize schnell und genau bestimmen kann.

Die zum Walzendruk bestimmten Farben oder Beizen müssen nach der Tiefe der Gravirung und nach dem hygrometrischen Zustand der Luft von verschiedener Dike seyn; wenn man stets einen reinen Druk erhalten will, ist es sehr wichtig, ein Verfahren zu besizen, wodurch der Grad dieser Dike genau bestimmt werden kann.

21) Medaille für die Beschreibung der vorzüglichsten bisher angewandten Maschinen, um die Zeuge zu walken.

Der Preisbewerber muß diese verschiedenen Maschinen unter einander vergleichen und bei jeder die Wassermenge, die Kraft, die Anzahl der Arbeiter, die erforderliche Zeit und das mehr oder weniger vortheilhafte Resultat des Walkens angeben.

22) Medaille für eine vollständige chemische Zerlegung des abgeläuterten Oehles (Huile tournante) in seine näheren Bestandtheile.

Man muß außerdem angeben, welche Oehle sich am leichtesten abläutern lassen (tournent) und davon die Ursache ausmitteln33).

23) Medaille für eine Abhandlung, worin gezeigt wird, bei welchem Verhältniß zwischen der Höhe und dem Durchmesser eines Schornsteins nicht nur der größte Zug Statt findet, sondern auch am meisten an Brennmaterial und Baukosten erspart wird.

Man weiß schon seit langer Zeit, daß die Dimensionen der Schornsteine auf die Stärke ihres Zuges einen großen Einfluß haben, und daß lezterer von der Höhe, der Größe der Oeffnung und der Temperatur der inneren Luft abhängt. Um nach der Methode des Hrn. Clément, welche im Dict. technol. angegeben ist, die Größe der Oeffnung zu berechnen, muß man zuerst, außer der Quantität des zu verbrennenden Brennmaterials, die Höhe kennen, welche man dem Schornsteine geben will. Da man diese Höhe willkürlich festsezen kann, so kommt man natürlich auf ungereimte Resultate, wenn man sie viel zu groß oder viel zu klein nimmt. Man kann bei diesen Berechnungen die zwekmäßigen Gränzen, welche die Erfahrung bereits bewahrt hat, stets überschreiten. Außerdem hat Hr. Clément auf. den Einfluß der Reibung der heißen Luft, welche das Verhältniß der beiden Dimensionen des Schornsteins bedeutend abändern muß, keine Rüksicht genommen.

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Tredgold hat in seinem Werke über das Heizen diese Methode wenig verbessert. Er verfährt fast ganz auf dieselbe Art und bringt bloß, um die Wirkung der Reibung auszugleichen, eine constante Zahl in seine Berechnung; diese bat er ohne Zweifel willkürlich angenommen, denn er führt keine Versuche an, woraus er sie abgeleitet haben könnte.

Hr. Péclet ist viel weiter gegangen. Er mittelte zuerst durch mannigfaltige Versuche jeden Einfluß der Reibung auf den Zug aus, wandte dann die Geseze für die Bewegung der Luft in Leitungsröhren auf die Schornsteine an und brachte die Reibung als Element in seine Berechnungen. Seine Methode, die beste, welche wir heute zu Tage besizen, ist jedoch nicht ganz ohne Mängel, denn um die Oeffnung eines Schornsteins berechnen zu können, muß man vorläufig die Höhe willkürlich festsezen, wodurch man bisweilen, die Granzen, in welchen ein Schornstein vortheilhaft ist, überschreiten kann. Hr. Péclet hilft diesem zum Theil dadurch ab, daß er vorschreibt, der heißen Luft in dem Schornstein nie weniger als drei Fuß Geschwindigkeit für die Secunde zu geben: übrigens gesteht er, daß eine Lüke in unseren Kenntnissen über die Schornsteine in so fern bleibt, als man das zwekmäßigste Verhältniß zwischen der Höhe und der Oeffnung noch nicht bestimmt hat.

Wir brauchen nicht erst zu bemerken, wie wichtig die Lösung dieser Frage für unsere Industrie werden könnte; Jedermann weiß, wie kostspielig ein Schornstein von großen Dimensionen ist und wie sehr der regelmäßige Gang und der glükliche Erfolg einer Unternehmung von seiner guten Einrichtung abhängt. Wir schlagen daher vor, zu bestimmen, welches das beste Verhältniß zwischen dem Durchmesser und der Höhe eines Schornsteins ist. Vielleicht reducirt sich diese Frage darauf: welche Geschwindigkeit gibt man am zwekmäßigsten der durch einen Schornstein entweichenden verbrannten Luft?

Man nimmt allgemein an, daß eine zu kleine Geschwindigkeit, z.B. eine, unter drei Fuß für die Secunde, den Winden Einfluß gestattet und daß sich dabei unter gewissen Umständen zwei Ströme in dem Schornsteine bilden können; aber es ist nicht weniger wahrscheinlich, daß eine Geschwindigkeit von 27 bis 30 Fuß für die Secunde, wie wir sie bei vielen unserer großen Schornsteine beobachteten, zu beträchtlich ist und daß die sehr hohe Temperatur, welche diese große Geschwindigkeit erzeugt, die Wärme zum Theil unnüz absorbirt, so daß mehr Brennmaterial verbraucht wird.

Nach dem Vorhergehenden wäre es also wahrscheinlich, daß die zwekmäßigste Geschwindigkeit in den beiden angegebenen Granzen liegt und daß man durch Feststellung dieser mittleren Geschwindigkeit eine constante, wenn nicht auf alle Fälle, doch auf alle großen Schornsteine anwendbare Zahl erhalten wurde, vermittelst welcher man, indem man sie in Rechnung dringt, leicht die Dimensionen der Schornsteine finden wurde. Es ist noch zu bemerken, daß die Größe der Reibung, da sie bei demselben Volum heißer Luft beträchtlich je nach der Geschwindigkeit der Luft wechselt, als integrirender Theil in alle Berechnungen eingehen muß.

24) Medaille für die beste Abhandlung über die Ersparung an Brennmaterial bei den sogenannten rauchverzehrenden oder mit Speisungsapparaten (für Steinkohlen) versehenen Oefen, nach positiven Versuchen und Beobachtungen.

Man hat bisher vorzüglich zwei Mittel vorgeschlagen, um den Rauch zu verbrennen, welcher aus Feuerräumen entweicht, wo man Steinkohlen brennt. Das eine, welches älter ist und wenig angewandt wurde, bestand darin, am Austritt der Flamme über dem Feuerraum oder bei ihrem Eintritt in die Züge, enge Oeffnungen in dem Mauerwerk anzubringen, welche dem Rauch neuerdings Luft zuführen und ihn so vollständig verbrennen sollten. Wir wissen nicht, ob dieses Mittel noch irgendwo angewandt wird, aber so viel ist gewiß, daß sich sein Gebrauch nicht verbreitet hat, was zur Genüge beweist, daß es nicht sehr vortheilhaft seyn muß.

Von dem anderen Mittel gibt es eine Menge mehr oder weniger verschiedenen Mechanismen, welche aber alle zum Zwek haben, die zerkleinerten Steinkohlen auf den Rost zu bringen und regelmäßig darauf auszubreiten, ohne daß die Thüre geöffnet wird. Die neueste und vollkommenste Einrichtung dieser Art, welche in mehreren Fabriken mit Erfolg angewandt wird, ist folgende: |66| Ueber dem Rost ist ein Trichter angebracht, in welchen man die Steinkohlen wirft; am Boden des Trichters befinden sich zwei mit Spizen versehene Cylinder, welche die Steinkohlen ergreifen, zermalmen, und auf eine horizontale Ebene aus Gußeisen fallen lassen, die gerade über der Ofenthüre und vor dem Rost angebracht ist. Zwei Ventilatoren mit verticalen Achsen, deren Flügel über die Oberfläche der Ebene hinstreichen, werfen die Steinkohlen in den Feuerraum in dem Maße, als sie sie empfangen.

Bei diesem Apparate wird, so wie bei mehreren anderen von ähnlicher Beschaffenheit, der Rauch sehr gut verbrannt oder vielmehr keiner hervorgebracht: aus den so gespeisten Feuerräumen treten nicht die diken schwarzen Rauchwolken aus, welche der Nachbarschaft sehr oft lästig sind. Dieser Vortheil allein ist aber an vielen Orten kein hinreichender Grund, die Kosten eines solchen Mechanismus und die (freilich nur unbedeutende) Kraft für seine Bewegung aufzuwenden.

Man glaubte immer, daß durch eine vollständige Verbrennung der Steinkohlen und durch eine regelmäßige Speisung des Feuerraumes sehr viel Brennmaterial erspart werden müßte. Diese Ersparung an Brennmaterial ist aber bis jezt noch durch keine verläßlichen Versuche erwiesen und diejenigen, welche sie zu bestimmen versuchten, glauben, daß sie nicht groß sey. Bei den vergleichenden Versuchen, welche man in der Praxis über den größeren Vorzug dieser oder jener Steinkohle, der einen oder anderen Heizmethode oder Ofen-Einrichtung anstellt, ist es sehr schwer genaue Resultate zu erhalten. Die Anomalien, auf welche man so häufig bei diesen Operationen stößt, entmuthigen den eifrigsten Beobachter und entkräften die gegründetsten Raisonnements. Jedes Jahr wird eine neue Heizmethode empfohlen und als große Vortheile gewahrend, gerühmt; indessen schreitet die Wissenschaft nur langsam vor, und diese neuen Systeme werden meistens fast eben so schnell wieder vergessen, als sie bekannt werden. Wir bemerken für die Preisbewerber noch, daß sie sich sowohl auf Schlüsse als auf Versuche stüzen müssen, um die von ihnen aufgestellten Thatsachen zu erweisen, und daß sie ihre Beobachtungen vorzüglich auf große Oefen anwenden müssen, damit ihre Arbeit desto größeren Nuzen gewährt.

25) Medaille für denjenigen, welcher im Departement des Ober-Rheins die erste Niederlage von guten Maschinen zum Vorbereiten und Spinnen des Leinens und Hanfes errichten und diese Maschinen in Aufnahme bringen wird.

26) Medaille für eine wichtige Verbesserung in irgend einem Industrie- oder landwirthschaftlichen Zweige des Departements des Ober-Rheins.

27) Medaille für die Einführung eines neuen Industriezweiges in dieses Departement.

28) Medaille für die besten Abhandlungen über die Industriezweige, welche in unserem Departement zu verbessern oder in dasselbe einzuführen wären.

29) Medaille für eine neue Anwendung der natürlichen Producte des Departements.

30) Medaille für eine geognostische und mineralogische Beschreibung eines Theils des Departements.

31) Medaille für die Entdekung neuer nuzbarer Minen.

Alle diese Preise werden in der allgemeinen Sizung der Gesellschaft im Monat Mai 1830 zuerkannt werden.

Abhandlungen, Zeichnungen, Zeugnisse, Muster müssen unter den bei Preisschriften gewöhnlichen Förmlichkeiten postfrei vor dem 20. März 1830 an Herrn Zuber-Karth zu Mülhausen, Präsidenten der Industriegesellschaft (à M. Zuber-Karth, président de la Société industrielle, à Mulhausen) eingesendet werden.

Société d'économie industrielle.

Es hat sich seit 22. December vorigen Jahres eine Gesellschaft zur Vervollkommnung der eigentlichen Hauswirthschaft unter dem Namen Société d'économie industrielle zu Paris rue Taronne N. 12 gebildet. Wenn man weiß, daß Graf Lasteyrie Präsident dieser Gesellschaft, und die HHrn. D'Arcet, |67| Molard, Pelletier, Thenard, Ternaux etc. Mitglieder derselben sind, läßt sich nichts anderes, als Vortreffliches von derselben erwarten.

Hr. Nikolaus Köchlin erhielt den Preis von 1000 Franken für neue Mußlin-Gewebe.

Die Société de Mulhausen hat im vorigen Jahre einen Preis von 1000 Franken für neue Arten von Baumwollengeweben ausgeschrieben. Das Haus Nikolaus Köchlin und Gebrüder hat neue Mußline mit Atlasstreifen verfertigt, die in Hinsicht auf Vollendung der Atlasweberei mit Baumwollengarn nichts zu wünschen übrig lassen. Die Société hat daher diesem Hause die Medaille im Werthe von 1000 Franken zuerkannt. Bulletin de la Société industrielle. N. 10. S. 437.

Ueber die von Hrn. Hall bemerkte Eigenschaft der Zahlenreihen.

I. Nach dem Decimalsystem ist der allgemeine Ausdruk für alle Zahlen:

d c b a
a + 10 b + 100 c + 1000 d 4 5 6 7
oder: da 10 = 9 + 1, 100 = 99 + 1, 1000 = 999 + 1
a + (9 b + b ) + (99 c + c ) + (999 d + d).

Wenn man diesen Ausdruk mit 9 aufhebt, so bleibt

a + b + c + d

folglich läßt sich jede Zahl mit 9 aufheben, wenn man ihre Zahlzeichen, einzeln oder zusammengenommen, mit 9 aufheben kann; und jede Zahl läßt bei der Division mit 9 denselben Rest übrig, welcher übrig bleibt, wenn man ihre Zahlzeichen mit 9 aufhebt.

z. B. 9 divid. in 42635 = 4737 Rest 2

4 + 2 + 6 + 3 + 5 divid. mit 9 = 2 Rest 2
oder: 4 + 5 = 9 6 + 3 = 9 Rest 2.

II. Wenn man 2 Zahlen, deren jede – mit m dividirt – einen gleichen Rest gibt, von einander abzieht, so geht die Differenz – mit m dividirt – auf.

Beweis.

Die größere Zahl sey = am + r
die kleinere = bm + r
–––––––––
so ist die Differenz = (a – b) m

und mit m dividirt = a + b

z.B. 7 divid. in 6493 = 927 4/7
– – 2566 = 366 4/7
–––––––––––––
– – Diff. 3927 = 561

Folglich geht die Differenz zweier Zahlen bei der Division mit 9 auf, wenn hei dem Aufheben der Zahlzeichen einer jeden Zahl mit 9 ein gleicher Rest übrig bleibt.

z.B. 74265 Rest = 6
37563 Rest = 6
–––––––––––––
9 divid. in 36702 Rest = 0.

III. Die von Hrn. Hall bemerkte Eigenschaft der Zahlreihen ist also weder eine neue noch eine merkwürdige Entdekung.

Es ist gar nicht nöthig, daß die Zahlzeichen der zu subtrahirenben kleineren Zahl in umgekehrter Ordnung geschrieben werden, und nicht einmal, daß diese Zahl die Zahlzeichen der größeren Zahl enthalte, sondern nur: daß wenn man die Zahlzeichen der größeren und der kleineren Zahl mir 9 aufbebt, beiderseits ein gleicher Rest übrig bleibe.

z. B.


9 in Diff.
+ 836472
– 274638
––––––––
561834

in umgekehrter Ordnung
Rest 3
Rest 3

Rest 0
nach Hall.
+ 836472 Rest 3
– 672843 in willkürlicher Ordnung Rest 3
––––––––
9 in Diff. 163629 Rest 0
|68| + 836472 Rest 3
– 509124 willkürliche Zahl Rest 3
––––––––
9 in Diff. 327348 Rest 0.

Ueber die Eigenschaften der Zahlen.

theilt das Mechanics' Magazine N. 313. S. 441. folgende Bemerkungen mit, die Mechanikern nüzlich seyn können:

1) In allen sogenannten cirkulirenden Decimalen ist die Summe der Ziffer des Cirkulators = 9. Z.B. 1/7 = 0,0142857, 0,0142 etc. Die Summe von 142857 ist 27, und 2 + 7 = 9. Und 9 × 7, dem Nenner des Bruches 1/7' = 63. 6 + 3 = 9. Ferner 1/13 in Decimalen ausgedrükt, wird 0,076923, 0,076 etc. u.s.f., wo wieder die Summe der Ziffer 76923 = 27, und 2 + 7 = 9. Ferner gibt die Summe der Ziffer des Nenners des Bruches 1/13 die Zahl 4; (1 + 3 = 4); und diese multiplicirt mit 9 = 36, wo wieder 3 + 6 = 9. So ist 1/17, in Decimalen ausgedrükt, 0,0588235294117647, 0,0588 etc. Die Summe der Ziffer des Cirkulators ist also 72, d. i. 7 + 2 = 9.

Die Summe der Ziffer des Nenners von 1/17 (17) = 1 + 7, = 8; dieß multiplicirt mit 9 = 72, und 7 + 2 wieder = 9.

2) Wenn die Zahl 9, oder irgend ein Vielfaches von 9, irgend eine Zahl so theilt, daß ein Rest übrig bleibt, so ist die Summe der Ziffer des Restes gleich der Summe her Ziffer der getheilten Zahl.

Z.B. 1568978, getheilt durch 9, gibt den Rest 8. Die Summe der Ziffer von 1568978 ist aber gleich 44, und 4 + 4 auch = 8. 432789537, getheilt durch 18, gibt den Rest 3. Die Summe der Ziffer des Dividendus 432789537 ist aber 48; 4 + 8 = 12, und 1 + 2 = 3 dem Reste.

Man theile 567843271 durch 246 oder 12 × 18, so wird 7 als Rest bleiben. Die Summe der Ziffer des Dividendus ist aber 43, d.h. 4 + 3 = 7. Man theile 8432679586621 durch 17496 oder 216 × 81 oder 9 × 9. Der Rest wird 4405 seyn. Die Summe der Ziffer dieses Restes ist = 13. 1 + 3 = 4. Run ist aber auch die Summe der Ziffer des Dividendus 67, 6 + 7 = 15, und 1 + 3 = 4.

3) Wenn man von einer Zahl die Zahl abzieht, welche durch Verkehrung der Ziffer der ersteren entsteht, oder wenn die Ziffer der ersteren in der lezteren in was immer für einer Ordnung vorkommen, so ist die Summe der Ziffer des Restes immer = 9. Z.B.

412
214
–––
198. Der Rest 198 gibt 18 oder 1 + 8 = 9.

412
124
–––
288. Der Rest 288 gibt wieder 18 oder 1 + 8.

412
241
–––
171. Der Rest 171 gibt 9. Eben dieß gilt auch, wenn irgend eine Zahl mit sich selbst multiplicirt wird, und die Zahl, welche durch Verkehrung der Ziffer dieser Zahl entsteht, auch mit sich selbst multiplicirt wird, und das kleinere Product von dem größern abgezogen wird.

Das Mechanics' Magazine bringt in N. 314. S. 428. noch einen langen Aufsaz über die Eigenschaften der Zahlen in Zahlen-Reihen, den wir bei dem beschränkten Raume unserer Blätter nicht aufzunehmen vermögen, worauf wir aber Freunde der Arithmetik aufmerksam machen zu müssen glauben.

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Formel zur Berechnung des Widerstandes, welchen die Luft bei ihrem Durchgange durch Röhren erleidet, also auch bei einem Gebläse.

Hr. d'Aubuisson hat im Jahr 1826 sehr interessante Versuche über den Widerstand angestellt, welchen die Luft bei ihrem Durchgange durch Röhren erleidet. Wir haben hiervon im Polytechn. Journal B. 23. S. 129. Nachricht gegeben.

Er hat zeither seine Arbeiten fortgesezt, und in den Annales des Mines, 3e Livr., 1828. pag. 367. eine wichtige Abhandlung hierüber geliefert, aus welcher der Bulletin des Sciences technologiques, März 1829. S. 232. einen Auszug mittheilt. Hr. d'Aubuisson fand für diesen Widerstand folgende Gleichung:

Textabbildung Bd. 34, S. 69

und, vereinfacht zur Anwendung auf Gebläse:

Textabbildung Bd. 34, S. 69

wo L die Länge der Röhre; D der Durchmesser der Röhre und der Durchmesser der Blasröhre; H die Höhe des Manometers am Anfange der Röhre; h die Höhe desselben am Ende der Röhre; h die Höhe des Barometers in der umgebenden Luft; t die Höhe des hunderttheiligen Thermometers.

Dampfmaschinen zu Glashäusern benüzt.

In England lassen gegenwärtig Besizer großer Dampfmaschinen ein gläsernes Dach über das Haus der Maschine bauen, und benüzen die Wärme der Dampfmaschine, die sonst unnüz verloren ginge, zur Heizung eines Glashauses. Gill technol. Repository. Junius 1829. S. 367.

George's Verfahren, Schiffe vor Troken-Moder, und Waaren in Schiffen vor Erhizung zu bewahren.

Eines der längsten Patente in dem englischen Patent-Unwesen ist unstreitig jenes des Esqu. Joh. George, Chancery Lane, Middlesex, Advocatens, auf Sicherung der Schiffe und Fahrzeuge mit Verdeken gegen Troken-Moder, und der Waaren auf solchen Schiffen und Fahrzeugen vor Erhizung, dd . 18. December 1827. Es läuft, im Repertory of Patent-Inventions, März 1829, von S. 129 bis 141; im April von S. 193 bis 212; im Mai von 257 bis 267; also volle 41 Sei. ten. Man sieht bei dem ersten Blike aus der unendlichen Weitschweifigkeit und Verworrenheit des Aufsazes, daß diese Patent-Erklärung das Werk eines Advocatens ist, und noch mehr fühlt man dieß, wenn man sich durch diese 41 Seiten durchgearbeitet hat; denn man weiß am Ende nicht, was man gelesen hat. Nur so viel geht aus dieser unendlichen Dicceria hervor, daß man in allen Schiffsräumen so viel möglich Luftzug anbringen, und für frische Luft und Trokenheit sorgen muß, und dieß hat man ehe gewußt. Wenn Hr. George seine lange Beschreibung durch irgend einen Riß verständlich gemacht hatte, so würde er sich vielleicht in eben so vielen Zeilen deutlicher ausgedrükt haben, als er, ohne diesen, es auf 41 Seiten nicht geworden ist. Wir müssen uns begnügen, Schiffsbaumeister, welchen an dieser Sache gelegen seyn muß, auf das Original selbst aufmerksam gemacht zu haben.

Schwimm-Schulen.

Sollte man glauben, daß es in dem hochgepriesenen England, in dem Lande, das die größte Anzahl seiner Einwohner unter allen Ländern Europens beständig auf dem Wasser hat, bisher keine Anstalt gab, in welcher man schwimmen lernen konnte? Und es ist so. Das Mechanics' Magazine N. 314. 15. August |70| 1829. S. 427. lehrt uns dieß. Es macht, mit Capit. Elias, der eine treffliche Abhandlung über die Kunst zu schwimmen schrieb, seine Landsleute auf die Nothwendigkeit aufmerksam, Schwimm-Schulen und eine Schwimm-Gesellschaft zu errichten, es klagt bitter, daß, während zu Paris, Wien, Berlin, Kopenhagen, Stockholm, Moskau etc. Schwimm-Schulen sind, in ganz England allein keine ist. Dänemark kann hier als Muster aufgestellt werden. Es hält in seinem kleinen Reiche 105 Schwimm-Meister, die binnen 4 Monaten 9 englische Meilen (mehr als eine deutsche Post weit) schwimmen, 20 Fuß tief tauchen, auch in Kleidern schwimmen, und einen Mann dabei auf dem Rüken tragen lehren.

Es ist kein Queksilber im Meerwasser.

Bekanntlich behaupteten mehrere Physiker und Chemiker: es sey Queksilber im Meerwasser. Um nun zu sehen, ob dieß wahr ist, ließ Dr. Torrey (ein rühmlich bekannter nordamerikanischer Botaniker) durch die gefällige Aufmerksamkeit des Capt. Bennet am New-York Post-Schiffe eine kleine Goldplatte von höchster Feinheit unter dem Boden des Schiffes, geschüzt gegen jede stärkere Reibung und stets der Einwirkung des Meerwassers ausgesezt, eine Reife nach England (nach Liverpool) und wieder zurük machen. Die Goldplatte kam so rein zurük, als sie aussegelte. Silliman's American Journal. Jan. 1829. S. 358.

Ein Beryll-Krystall von 9 Zoll im Querdurchmesser und 47 Pfd. Schwere.

wurde zu Ackworth, N. H. gefunden. Er findet sich im Lyceum of Natural History zu New-York. Silliman Jan. 1829. S. 358.

Saline zu Syrakus in New-York am Erie-Kanal.

Wir finden in einer Notiz, die Hr. A. Eaton über die Gase, Säuren und Salze in der Nahe des Erie-Kanals in Silliman's American Journal January. 1829. S. 233. mittheilt, die Bemerkung, daß man zu Syrakus, am Erie-Kanal, Kochsalz aus der Salzsohle durch Verdünstung an der Sonne bereitet (solar evaporation), und hier und da der Einwirkung der Sonne mit einem kleinen Feuer (a little fire) nachhilft. Wenn man in einem Lande, in welchem die mittlere Temperatur das Jahr über 48°,42 Fahrenh. (+ 7°,2 Reaum.) ist; wo her heißeste Monat, der Julius, nur eine mittlere Temperatur von 77° Fahrenh. (+ 20° Reaum.) gibt für 2 Uhr Nachmittags; wo im Julius und August nur 14 bis 16 helle Tage zu rechnen sind, und diese Tage noch kürzer sind, als bei uns; wo im ganzen Jahre über nur 48 p. C. helle Vage gezählt werben und 28 p. C. Regen und Schnee; wo die Luft theils von den inländischen Seen, dem Erie, Huron und Superior, theils von der See her immer so lästig feucht ist; wenn man in einem solchen Lande, wo überdieß noch Holz und Steinkohlen so wohlfeil sind, das Salz aus der Sohle durch die Sonne krystallisiren läßt, und dadurch das schönste, reinste Kochsalz, die treppenförmige hohle Pyramide (in den oberdeutschen Salinen Pfannhaus-Schüsserln genannt) erhält; so läßt es sich wahrlich nur durch die bodenlose Dummheit unserer Salzschreiber erklären, wie man in Europa, um schlechtes Salz zu sieden, unter ein ehernes Meer ein höllisches Feuer machen kann, wodurch die Berggipfel in der mittleren Gebirgskette Europens kahl abgetrieben, und das Klima der nördlichen Hälfte des mittleren Europa für Jahrtausende verdorben wird.

Ueber die Salz-Gradirung zu Montiers im Tarentaise.

Hr. R. Bakewell liefert in seinen Travels in the Tarentaise folgende Notiz über die Gradirung der armen Saline zu Montiers, die im Register of Arts N. 71. aufgenommen ist.

Die Quelle entspringt an der Südseite des Thales, durch welches der Doron läuft, ehe er sich in die Isere ergießt, aus einem Kalkfelsen in zwei Armen. Sie hält in dem einen Arme nur 1,83, in dem anderen nur 1,75 salzige Bestandtheile, nebst kohlensaurem Gase und etwas geschwefeltem Wasserstoffgase. Ihre Temperatur |71| ist 95 bis 99° Fahrenheit. Außer dem Kochsalze hält sie noch Gyps, Bittersalz und kochsalzsaure Bittererde nebst etwas Eisen-Oxyd. Merkwürdig ist es, daß beide Quellen bei dem Erdbeben zu Lissabon im Jahre 1756 durch 48 Stunden ausblieben, und seit dieser Zeit weniger Salzgehalt haben. Aus dieser so äußerst armen Quelle, die man in keinem andern Lande benüzen würde, und die um die Halste weniger Salz hält, als das Seewasser, werden jährlich 3 Millionen Pfd. Salz gewonnen. Das Seewasser der Nordsee hält 2 1/2 p. C. Kochsalz, und kann selbst dort nicht versotten werden, wo 20 Ztr. schlechte Steinkohlen um 1 Shill. 6 Pence (54 kr.) zu haben sind.

Man machte die ersten Versuche an dieser Quelle im Jahre 1550, und gradirte mit Pyramiden von Rokenstroh. Seit 1739 sind die gegenwärtigen Gradirhäuser im Gange, die unter Karl Emanuel III. erbaut wurden. In den beiden erstern (hier Maisons d'épines genannt) wird das Wasser bis auf 3° gebracht, d.h. die Hälfte des Wassers verdünstet. Jedes dieser Häuser ist 1050 Fuß lang, 25 Fuß hoch, 7 Fuß tief. Wir finden in der von Hrn. Bakewell gegebenen Beschreibung keinen Unterschied von unsern in Deutschland gewöhnlichen Gradirhäusern. Das Gradirhaus Nr. 3, von 1110 Fuß Länge, hat denselben Bau, ist aber oben eingedekt, zur Abhaltung des Regens. In diesem Hause wird die Sohle 12gradig, und sezt noch allen übrigen Gyps ab. Das Haus Nr. 4, welches nur 210 Fuß lang ist, bringt die Sohle beinahe bis zur Sättigung, was von der Witterung abhängt. Bei trokenem Wetter wird die Sohle 22gradig, bei nassem nur 18. Im Sommer dauert der ganze Gradirproceß einen Monat. Wenn man sich eine Idee von der Menge des hier verdampften Wassers machen will, so muß man sich die Sache auf diese Weise denken. Die ersten zwei Gradirhäuser Nr. 1–2. bringen 8000 Hogsheads (1 Hogshead = 630 Pfd.) Wasser, welches 1 1/2 p. C. Salz enthält, auf 4000 Hogshead. Nr. 3. bringt die 4000 Hogsheads, welche 3 p. C. Salz enthalten, auf 1000 Hogsheads. Nr. 4. bringt diese 1000 Hogsheads, die 12 p. C. Salz enthalten, als 22 p. C. haltend zur Pfanne. Es wurden also im Sommer 7450 Hogsheads Wasser verdampft, und man braucht jezt nur den sechzehnten Theil Holzes, den man früher gebraucht haben würde. Die Schlehen-Zweige, die man bei diesen Gradirhäusern brauchte, werden zwischen 4 bis 7 Jahren ein Mal gewechselt. In Nr. 1 und 2. gehen sie schneller zu Grunde. In Nr. 3. bekommen sie einen diken Gyps-Ueberzug, und sehen aus wie Stalaktiten oder Enkriniten. Die Pumpen werden durch ein Gestänge getrieben.

Das Salz wird theils mit Holz, theils mit Anthracit gesotten. „Der große Holzverbrauch in früheren Zeiten entblößte die Berggipfel der Tarentaise, sezte sie der Einwirkung der Atmosphäre aus, und veranlaßte häufige Erdfälle (éboulements), gegen welche Wälder allein in Gebirgen schüzen können. Die Regierung denkt jezt auf Erhaltung der Wälder an den Gipfeln der Berge.“ Man siedet hier im Durchschnitte jährlich 2,250,000 Pfd. Kochsalz, und krystallisirt 187,000 Pfd. Glaubersalz. Der Rükstand, Pfannenstein etc. wird an Glasmacher verkauft. Der jährliche Ertrag dieses Salzwerkes ist 150,000 Franken im Durchschnitte, wovon 30,000 für Brenn-Material, 8000 auf Baukosten, 62,000 für die Schreiber und Arbeiter aufgehen, so daß der Regierung nur der dritte Theil (50,000 Franken) übrig bleibt.

Die Regierung hat Steinsalzwerke, die sie ehevor auf ähnliche Weise betrieb, wie jene in Ober-Oesterreich, Salzburg, Berchtesgaden etc. betrieben werden, bloß deßwegen aufgegeben, damit die Berggipfel bedekt bleiben, und sich deßhalb an die schon von den Römern benüzten Salinen gehalten.

Ueber Salzbrunnen in China. Von Hrn. Imbert. Im Bulletin d. Scienc. technol. Juin. S. 130.

Es gibt in einigen Gegenden Chinas Salzbrunnen, welche auf folgende Weise gegraben werden. Man gräbt die Erde aus, bis man auf den Fels kommt, den man durchschlagen will. Die ausgegrabene Erde wird durch eine hölzerne Röhre ersezt, die an ihrem oberen Ende mit einem gehauenen Steine umgeben wird. Die Röhre und der Stein haben eine kreisförmige Oeffnung von 6 Zoll im Durchmesser, durch welche man eine stählerne Ramme von 3–4 Ztr. spielen läßt. Diese Ramme ist mit Kerbezahnen gekrönt, oben ausgehöhlt, unten rund. Ein Mann läßt diese Ramme mittelst eines Schwungbalkens spielen, und |72| ein anderer an der oberen Oeffnung des Brunnens dreht sie so, daß sie nicht immer auf dieselbe Weise fällt. Von Zeit zu Zeit schüttet man einige Eimer Wasser nach, um die zermalmte Steinmasse in einen Teig zu verwandeln. Wenn die Ramme drei Zoll tief eingeschlagen hat, zieht man sie mittelst einer Winde herauf, auf welcher das Seil sich aufrollt, und reinigt sie von der anklebenden Erde.

Da die Erdschichten, die die Ramme durchschlägt, sehr verschieden sind, so verliert der Brunnen zuweilen die senkrechte Richtung, wodurch die Arbeit sehr erschwert wird. Zuweilen bricht das Seil, an welcher die Ramme hängt, und dann braucht man 5–6 Monate, bis die in der Tiefe gebliebene Ramme von der neuen Ramme, die man einführt, gänzlich zermalmt ist.

Diese Brunnen haben gewöhnlich 15–1800 Fuß Tiefe, und man braucht drei Jahre zum Graben derselben. In der Provinz U-Tong-Kiao befinden sich einige zehntausend solcher Brunnen auf einer Fläche von 10 französischen Meilen in der Länge und 6 in der Breite.

Das Wasser wird mittelst einer 24 Fuß langen Bambusröhre in die Höhe gezogen, die unten mit einer Klappe versehen ist. Das Seil, welches diese Röhre hält, windet sich, wenn man sie herausziehen will, auf einem großen Cylinder auf, der 50 Fuß im Umfange hält, und von Ochsen oder Büffeln getrieben wird.

Um das Salz aus diesem Wasser zu erhalten, verdampft man dasselbe in runden Kesseln von 5 Fuß im Durchmesser und 4 Zoll Tiefe. Sie werden mit Steinkohlen oder mit brennbarer Luft geheizt.

Die Luft, die aus diesen Brunnen ausfährt, ist höchst brennbar, und gibt, wenn man sie an dem oberen Ende des Brunnens, am Mundloche, entzündet, eine Flamme von 20–30 Fuß Höhe. Wo man diese brennbare Luft brauchen will, leitet man sie von dem Brunnen zu dem bestimmten Orte, wo sie benüzt werden soll, in Bambusrohren, die an dem Ende, wo die Luft aus denselben ausfährt und angezündet wird, mit einer thönernen Röhre von 6 Zoll Länge und 1 Zoll im Durchmesser versehen ist, wodurch das Rohr, gegen die Einwirkung der Flamme geschüzt wird. Die Flamme ist bläulich, und hat dann nur 5 bis 4 Zoll Höhe. Man kann sie ausblasen, wenn man stark darauf bläst.

Man kommt bei dem Graben dieser Brunnen gewöhnlich auf eine Schichte Steinöhl, das gesammelt wird, sehr übel riecht, und zur Beleuchtung der Halle dient, wo die Brunnen und die Kessel sich befinden.34) Da das Wasser das brennende Steinöhl nicht auslöscht, so bedient man sich desselben um bei Wasserbau die Felsen durch Feuer mürbe zu machen, die die Schifffahrt hindern, oder beim Untertauchen und Herausschaffen der im Wasser untergesunkenen Güter am Grunde des Wassers zu sehen.

In der Provinz Tse-Liku-Tsing gibt es auch Salzbrunnen. Da sich das Wasser in denselben verlor, schlug man tiefer, bis auf 3000 Fuß (500 Klafter!), durch. Nachdem man bis in diese Tiefe gekommen war, fuhr plözlich mit einem fürchterlichen Krachen eine dike Rauchsäule, wie aus einem Hochofen empor, und seit dieser Zeit rauchen diese Brunnen immer. Dieser Rauch rührt offenbar von einem unterirdischen Feuer her, und während man ihm hier Ausgang verschaffte, hat man wahrscheinlich dem Ausbruche eines Vulkanes vorgebeugt. (??)

Man hat die Brennbarkeit dieses Rauches benüzt, um mittelst desselben das Wasser zu verdampfen, das man aus den andern Brunnen schöpft. Da er zu gewaltsam herausströmt, als daß man die Leitungen an dem Mundloche selbst anlegen könnte, hat man dieselben unter der Erde nach dem Inneren des Brunnens geführt. Diese Leitungen sind den bereits angeführten ähnlich, und enden sich auf dieselbe Weise. Die Flamme, mit welcher dieser Rauch, wenn man ihn anzündet, brennt, ist röthlich, steigt an zwei Fuß hoch empor, und gibt mehr Hize als jene, die man aus der brennbaren Luft der Brunnen erhält.

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Um zu verhüten, daß man nicht zufällig die brennbare Luft an den Brunnen entzündet, hat man sie mit einer Mauer von 6–7 Fuß Höhe umgeben. Ein solches Unglük ereignete sich im Jahr 1827. Im Augenblike, wo die Entzündung Statt hatte, entstand eine ungeheuere Explosion, und es hatte ein ziemlich starkes Erdbeben Statt. Ein ungeheuerer Stein, den man in die Nahe des Brunnens zu legen wagte, um das Feuer zu löschen, wurde in eine weite Höhe in die Luft geschleudert. Erst nachdem man auf einem nahen Berge eine große Menge Wassers zusammenbrachte, und dieses so leitete, daß es auf ein Mal in den Brunnen fiel, gelang es, das Feuer zu löschen.

Ueber Entdekung kleiner Quantitäten von Sublimat

nach Smithson's Methode, bemerkt Hr. Orfila in den Annal d. Chimie, S. 92., daß diese Methode nicht zuverlässig ist, indem das Gold auch durch Anwendung der kleinen galvanischen Säule bei Anwendung von Hydrochlorsäure eben so weiß, und dann wieder gelb wird, wie wenn Sublimat sich in der Flüssigkeit befand.

Taylor's Filtrir-Apparat,

von welchem wir im Polytechn. Journ. B. XXV. S. 326. Nachricht gegeben haben, wird jezt in Frankreich in 142 Zuker-Raffinerien gebraucht. Es läßt jedoch noch Manches zu wünschen übrig. Bulletin d. Scienc. techn. Juill. pag. 238.

Neuer Bleistift-Schneider.

Ein Hr. Binaut ließ sich ein Patent auf einen Bleistift-Schneider ertheilen (Taille-crayon), der im Bulletin d. Scienc. technol. Juill. S. 234. sehr gelobt, aber nicht beschrieben wird. Er wird vorzüglich für Damen empfohlen und gewahrt den Vortheil, daß die Finger nicht beschmuzt werden. Hr. Binaut wohnt zu Paris rue de Cléry N. 7. Unsere Nürnberger sollen sich Exemplare davon aus Paris kommen lassen, und sie für Bayern verfertigen.

Lithographie in Ostindien.

Wir haben die zweite Lieferung des Tentamen Florae Napalensis illustratae von dem berühmten Botaniker und Direktor des botanischen Gartens zu Calcutta, Hrn. Dr. Nath. Wallich, mit 35 herrlichen lithographischen Tafeln vor uns, die in der asiatic lithographic Press gedrukt und herausgegeben wurden. Die Zeichnungen sind von Hinduhs; Gorachand und Bischnupersaud. Sie lassen, so wie die Abdrüke selbst, die auf gelblichem Papiere sind, wahrlich nichts zu wünschen übrig. So hat also die Kunst des Bayern Sennefelder bereits in Ehren die Ufer des Ganges erreicht, und ist nun nahe an das Land zurükgekehrt, in welchem sie, wie man behauptet, schon seit Jahrhunderten zu Hause ist. Wo nimmt man die Steintafeln am Ganges dazu her?

Ausbesserung beschädigter Email-Arbeiten.

Hr. Corplet, Maler, hat ein Verfahren gefunden, beschädigtes Email auf kaltem Wege auszubessern, so daß man die Beschädigung nimmermehr bemerkt. Das Athénée des Arts unterstüzt diese nüzliche Erfindung kräftig. Hr. Corplet wohnt zu Paris rue des Ménétriers St. Martin. N. 15. (Journal des Artistes. Juin. 1829. pag. 364. Bulletin d. Scienc. technol. Juill. S. 234.)

Gläserne Pfropfen aus Flaschen zu bringen.

Gläserne Pfropfen, die in Flaschen eingerieben sind, sizen öfters so fest in dem Halse derselben, daß man sie nicht ohne Gefahr des Zerbrechens herauszuschaffen vermag. Hr. Clausen schlägt im Magazin for Naturvidenskab |74| B. VIII. H. 2. vor, ein breites wollenes Band um den Hals dieser Flaschen umzuschlagen, und mit einer Hand dasselbe festzuhalten, während eine andere Person das andere Ende des Bandes hält, und dann dieses Band abwechselnd um den Hals der Flasche hin und her zu ziehen. Dadurch entsteht Reibung durch diese Wärme, und die Wärme dehnt den Hals der Flasche so aus, daß der Pfropfen dann leicht herausgeht. (Bulletin d. Scienc. technol. Juill. S. 240.)

Ueber das Härten dünner kreisförmiger Stahlplatten.

Man fragte im Mech. Mag. N. 275. S. 256, „wie man dünne kreisförmige Stahlplatten so harten könne, daß sie vollkommen flach bleiben?“ In N. 311. S. 382. wird dieß als eine platte Unmöglichkeit erklärt, und der Rath ertheilt, diese Platten diker zu verfertigen, als man sie braucht, und hierauf abzuschleifen. Eine bessere Methode wäre nicht aufzufinden.

Wilh. M. Johnson's Maschine zum Lettern-Gießen.

Hr. W. Johnson zu New-York ließ sich am 21. Aug. vorigen Jahres ein Patent auf eine Maschine zum Lettern-Gusse ertheilen, durch welche das Gießen derselben ungemein erleichtert werden soll.

Dieses Patent ist 30 eng geschriebene Seiten lang und hält 20 schön gezeichnete Figuren. Hr Jones im Franklin-Journal, und aus diesem das London Journal of Arts, Julius, 1829. S. 209., ohne ersteres anzuführen, theilen die ganze Beschreibung auf zwei ziemlich weit gedrukten Octav-Seiten mit, in welchen eigentlich nicht mehr gesagt wird, als die drei Worte: Maschine zum Lettern-Gießen für sich aussprechen.

Daß wir in Europa auf ganzen Seiten nichts sagen, und glauben Großes gethan zu haben, wenn wir etwas halb thaten, ist bei uns seit einem Duzende von Jahren Sitte. Daß aber die Kräze der halben Maßregel und gehaltlosen leeren Geschwäzes schon so frühe nach N. Amerika kommt, ist zu bedauern.

Beobachtungen über geodätische Instrumente.

Hr. Lucius Lyon, dessen wir schon einmal in unsern Blattern erwähnten, hat in Prof. Silliman's American Journal XIV. Bd. S. 268. einen Aufsaz über die gewöhnlichen Instrumente der Landmesser mitgetheilt, der, vorzüglich in Hinsicht auf die Magnet-Nadel, die höchste Aufmerksamkeit verdient. Fehler von 20° sind leicht begangen. Hr. Lyon bar ein neues Instrument hier beschrieben, worauf wir sowohl die Instrumenten-Macher als die Geodäten aufmerksam machen zu müssen glauben. Wahrscheinlich wird dasselbe bald in einem deutschen Journale für Mathematik zugleich mit einer Uebersezung dieses lehrreichen Aufsazes seine Stelle finden.

Girometer oder Wegmesser.

Man weiß, daß die Hodometer oder Pedometer nie genau die Entfernungen angeben, wenn sie auch die Zahl der Schritte mit aller Genauigkeit bestimmen: denn die Schritte fallen sehr ungleich aus. Wenn man den Hodo- oder Pedometer an einem leichten Rade anbringt, das man vor sich herschiebt, dessen Umfang mit aller Genauigkeit bekannt ist, so wird man die Entfernungen weit sicherer dadurch bestimmen, und geometrische und taktische Messungen, die nicht die höchste Genauigkeit fordern, mit vieler Leichtigkeit und ohne Gehülfen wachen können. L'Industriel de Bruxelles. Janv. 1828. S. 3. Bulletin d. Scienc. technol. Juill. S. 246.

Unschädlichkeit der Tobak-Fabriken für die Gesundheit.

Die HHrn. Parent Duchâtelet und Darcet haben in einer langen Abhandlung in den Annales d'hygiène publique et de Médecine légale, Avril 1829. S. 169. erwiesen, daß Tobakfabriken für die Gesundheit der Arbeiter nicht nachtheilig sind. Sie gründen diese Behauptung auf die Protokolle der |75| großen Fabrik zu Paris, die 4000 Arbeiter hält, und auf die abgegebenen Erklärungen von 9 andern großen Fabriken in Frankreich. – Wenn dieß von französischen Tobak-Fabriken auch wirklich vollkommen richtig ist, so kann es doch nicht von allen deutschen Fabriken gelten, in welchen wir hier und da die Stampfmühlen (!), in welchen der Tobak gepulvert wird, so vortrefflich eingerichtet fanden, daß der aufsteigende Tobakstaub aus denselben sogar den Vorübergehenden auf der Brust und in den Augen lästig wird, und die Arbeiter in der Mühle selbst hart von demselben mitgenommen werden. Vergl. Bulletin d. Scienc. technol. Juill. S. 229.

Vorrichtung, um Feuer bei seiner Entstehung zu löschen.

Da bekanntlich nur zu oft die Feuersprizen zu spät kommen, empfiehlt Hr. Hanfteen im Magazin for Naturvidenskal VIII. B. 2. H., eine kleine Vorrichtung zum Löschen bei jedem Haufe zu halten. Diese Vorrichtung besteht aus einem 3 1/2 Fuß langen und 1/2 Fuß im Durchmesser weiten kupfernen Cylinder, an dessen Ende man eine Röhre mit einem Sperrhahne anschraubt. Man füllt den Cylinder bis auf 1/4 (das man leer läßt) mit Wasser, schraubt die Röhre auf, und füllt den Cylinder mittelst einer Drukpumpe in dem leeren Viertel so lang mit Luft, bis diese eingepreßte Luft einen Druk von 10 Atmosphären erhält. Dann sperrt man den Hahn, zieht die Drukpumpe von der Röhre ab, und stellt den Cylinder in irgend einen Winkel.35) Wenn in zwanzig Jahren ein Feuer ausbrechen sollte, wird er so gut dienen, als in der Stunde, wo er gefüllt wurde. Da der Druk Einer Atmosphäre das Wasser 32 Fuß hoch treibt, so wird es aus diesem Cylinder, in welchem die Luft mit einem Druke von 10 Atmosphären wirkt, 320 Fuß hoch so lang hinausfahren, bis dieser Druk sich allmählich vermindert.36) Hr. Repsold, Feuer-Inspektor zu Hamburg, hat einen solchen Cylinder versucht, und 10 Kubikfuß brennendes kleines Holz vollkommen damit gelöscht.37)

Ueber die Ursache der Anhäufung des Rußes in den Schornsteinen

findet sich eine interessante Notiz im Bulletin de la Société de Mulhausen, N. 10. S. 442, die für Baumeister von hoher Wichtigkeit ist. Obschon die Frage über das beste Verhältnis; der Weite des Schornsteines zur Höhe desselben noch nicht bestimmt ist, glaubt die Gesellschaft doch, daß die Ursache dieses gefahrvollen Nachtheiles vorzüglich darin liegt, daß die Schornsteine oft zu enge gebaut werden, und daß man allgemein die Weite durch die Höhe ersezen will, wodurch mehr Reibung bei dem Ausfahren des Rauches entsteht, also zu wenig Luft von unten auf den Herd eintritt, die Verbrennung des Brenn-Materiales wegen Mangels an Sauerstoff nicht gehörig geschieht, der Rauch selbst nicht gehörig verbrannt wird, und oben am Schornsteine, wo er schnell sich abkühlt, sich als Ruß anlegt. Es wird hier bemerkt, daß in den kupfernen Aufsäzen, durch welche man den Schornstein zuweilen verlängert, sich weit mehr Ruß ansezt, als an dem gemauerten Theile des Schornsteines, weil das Kupfer kalter ist. Wir finden, daß bei dieser Gelegenheit Hrn. Peclet's Werk über Heizung, das wir schon einige Male anzeigten, sehr empfohlen wird, vorzüglich in Hinsicht auf seine Betrachtungen über die Reibung des Rauches während des Durchganges desselben durch den Schornstein.

Ueber Torf und die Benüzung desselben.

Als die Franzosen vor 40 Jahren anfingen gescheidter zu werben, und sich um die Benüzung der Producte ihres Landes mehr zu kümmern, schrieb der achtbare |76| Citoyen Ribaucourt im Journal des Mines eine Abhandlung über den Torf. Diese Abhandlung übersezte nun ein nordamerikanischer Bürger, Thom. Miner, in Silliman's American Journal. Jan. 1829. S. 250. ins Englische. Da man nun auch in Bayern hier und da anfängt Torf zu benüzen, und selbst hochgelehrte Herren nicht wissen, wie man mit diesem Dinge umspringt, so wäre es der Mühe werth, daß diese lehrreiche Abhandlung, indem die vielen früheren deutschen Werke über Torfgräberei in Bayern wenig bekannt scheinen, in irgend einem bayerschen Volksblatte übersezt würde.

Patent-Kühlgefäß.

Bisher kühlte man bekanntlich Flüssigkeiten dadurch, daß man die Gefäße, welche dieselben enthielten, in ein Gefäß mit Eis stellte. Ein italiänischer Zukerbäker, Hr. W. Alexis Jarrin, New Bond Street, gerieth auf die Idee, ein Gefäß mit Eis zu füllen, dieses in die Flüssigkeit zu stellen, die man abkühlen will, und zahlte am 13. August 1827 für ein Patent, das er sich auf diese Erfindung (!!!) geben ließ, 1200 fl., um das Recht zu haben, sich derselben – allein bedienen zu dürfen.

Battaten-Bier.

Wir haben im Polytechn. Journ. B. XXXII. S. 234. nach einem englischen Journale, (dem Mechanics Magazine) Nachricht gegeben, daß Professor Hare, M. Dr. in Pennsylvania, Bier aus Erdäpfeln bereiter. Das englische Journal hat sich getauscht und auch uns. Dr. Hare bereitet sein Bier aus dem Syrupe, den er aus Battaten, Convolvulus Battatas L., (Sweet Potatoes) kocht. Da Potatoes in England Erdäpfel sind, (Solanum tuberosum) so hat der englische Journalist, der wahrscheinlich nicht weiß, daß die Sweet Potatoes der Nord-Amerikaner nicht die Sweet Potatoes der Hausirer zu London sind, dieses quid pro quo in die Welt gebracht. So geht es heute zu Tage, wenn man keine Botanik gelernt hat. Dr. Hare, der sein Verfahren Battaten-Bier zu bereiten, in Silliman's American Journal. Jan. 1829. S. 285. beschreibt, sezt fleißig, zur Vermeidung allen Irrthumes, zu seinem Sweet Potato: Convolvulus Battatos, und hat dadurch alles Mißverständniß beseitigt. Wenn übrigens das Battaten-Bier des Hrn. Professors aus Syrup dieser Erdfrucht bereitet, wirklich so gut wäre, wie das beste bayersche Bier, so würde es, bei der Wohlfeilheit der Gerste bei uns, um so weniger Ertrag gewahren, als die Battaten bei uns nur im Gartenlande, und unter vielen Verhältnissen nur im Mistbeete gedeihen.

Ueber den Indigo von Caïenne.
Bericht des Comité consultatif des arts et manufactures.

Wir haben mit der größten Sorgfalt die Indigmuster von Caïenne untersucht, welche uns von Sr. Excellenz dem Minister des Handels und der Gewerbe übergeben wurden und haben die Ehre ihm in dieser Beziehung das Resultat unserer Beobachtungen zu übergeben: sie scheinen uns desto mehr Zutrauen zu verdienen, da sie im Beiseyn eines der Pariser Gelehrten, welche den Indigo am besten kennen, angestellt wurden.

Dieser Indigo muß auf folgende Weise classificirt und nach den beigefügten Preisen geschäzt werden:

Nr. 1. Schön violett 24 bis 26 Fr. das Kilogramm
Nr. 2. Fein violett (hell) 25 – 26 – –
Nr. 3. Schon violett in ein etwas dunkles Blau stechend 24 – 25 – –
Nr. 4. Violett ein wenig hell 25 – 26 – –
Nr. 5. Schön violett ein wenig dunkel 24 – 25 – –

Dieser Indigo kann dem Bengalischen fast gleich gestellt werden; er enthält nur etwas weniger Färbestoff als dieser. Außerdem daß er sehr gut fabricirt ist, hat er noch den großen Vorzug vor allen uns bisher übergebenen, daß er in sehr schönen wohlgebildeten Würfeln vorkommt, was seinen Verkauf erleichtert.

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Diese ersten Versuche berechtigen zu großen Erwartungen und wir sind vollkommen überzeugt, daß Sr. Exc. der Seeminister den Aufschwung dieses Industriezweiges sehr beschleunigen würde, wenn er durch Preise oder andere geeignete Aufmunterungen den Eifer und die Anstrengungen der Colonisten von Guiana anspornen würde. (Bulletin des Sciences technol. Juli 1829, S. 218.)

Verarbeitete Baumwolle in Frankreich vom J. 1826 bis 29.

Im J. 1826 monatlich verkauft 25,000 Ballen;
– – 1827 – 23,000 –
– – 1828 – 20,300 –
– – 1829 – 24,500 –

Stein-Sprengen in N. Amerika.

Am Delaware-Canal sprengte man mit 100 Pfd. Pulver 400 Kubik Yards (ein Yard = 3 Fuß) oder 600 Tonnen (à 20 Ztr.) Fels auf ein Mal. Bei Fort-Adams sprengte man mit 70 Pfd. Pulver auf ein Mal 4000 Tonnen Fels. (Observer. Galignani. N. 4490.)

Wanderung großer Steine an den Ufern der Seen durch das Eis.

Wir haben neulich bemerkt, daß man in Amerika, wo man die Natur etwas aufmerksamer beobachtet, gefunden hat, daß die Eisdeken, welche Seen und Teiche im Winter bedeken, wenn sie im Frühjahre aufthauen und von dem Winde umhergetrieben werden, ungeheuere Felsentrümmer, die lost in der Nähe des Ufers liegen, von ihrer alten Stelle rüken und oft weit von derselben wegschieben. Hr. Nathaniel Chipman erzählt in Silliman's American Journal XIV. Bd. S. 303. einige interessante, diese Bemerkung bestätigende, Beobachtungen, die er schon vor 50 Jahren gemacht hat.

Größe und Baukosten des Capitols der Ver. Staaten in N. Amerika.

Der Grund innerhalb des Gitterwerkes beträgt 22 1/2 Morgen (acres); der Fußweg außen um dasselbe 3/4 (engl.) Meilen und 185 Fuß.

Die Länge des Gebäudes in der Vorderseite ist 352 Fuß, 4 Zoll.
Die Tiefe der Flügel 424 – 6 –
Vorsprung nach Osten und Treppe 65 – – –
– – Westen 83 – – –

Grundfläche des Gebäudes 1 1/2 Acres und 1820 Fuß.

Höhe der Flügel bis zum Geländer (Bahestrade) 70 Fuß.
bis zum Mittelpunkte der Kuppel 145 –
Größte Länge des Saales der Repräsentanten 95 –
Höhe 60 –
42 –
Länge 74 –

Die große Rotunde in der Mitte hält 96 Fuß Durchmesser und eben so viel Höhe.

Der Nord-Flügel ward im J. 1792 begonnen, im J. 1800 vollendet, und kostete
480,262 Doll. 57 C.
Südflügel – – 1803 – – 1803
308,808 Doll. 41 C.
Das Gebäude in der Mitte 1818 – – 1827
957,647 Doll. 35 C.

Kosten des ganzen Gebäudes: 4,746,718 Dollars 56 Cents.

Oberst Trumbull, welcher obige Notiz in Silliman's Amer. Journ. XV. Bd. S. 163. mittheilt, beschreibt zugleich, sehr ausführlich, die Methode, wie er die vier großen National-Gemälde in der Rotunda, die zu unvorsichtig an die feuchten Wände hingehängt wurden, und zu vermodern drohten, vor dem Untergange rettete. Wir halten es für Pflicht, europäische Künstler auf das Verfahren des Hrn. Obersten aufmerksam zu machen, das irgend einer derselben in einer deutschen Zeitschrift für Kunst dem Publikum aus obiger Quelle mittheilen kann.

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Ueber Natur- und Kunst-Merkwürdigkeiten in England.

Das Quarterly Review 1828 bemerkt mit Recht, und Hr. Gill wiederholt mit eben so vielem Rechte diese Bemerkung im technical Repository, Junius. S. 366., daß England bei seinen so vielen Natur- und Kunst – Merkwürdigkeiten kein einziges Werk aufzuweisen hat, welches als Führer, als Wegweiser zu denselben dem Engländer und dem Ausländer dienen könnte; daß der Engländer, der junge Lord und das künftige Parlaments-Mitglied, in der Regel von seinem Vaterlande nichts weiß, und seine Zeit und sein Geld mit Reisen im Auslande verthut, wo er nicht die Hälfte von dem sieht, was er bei Hause hätte lernen können. Die alte schwedische Akademie war die einzige gelehrte Anstalt, die, Statt nach dem Gebrauche anderer Akademien, ihren Fond selbst in succum und sanguinem zu verwandeln, junge Leute zu Reisen im Vaterlande unterstüzte, und die Linne'n mit einigen schwedischen Kupferthalern, an welchen er zu schleppen hatte, zu jenem Polarsterne auf seiner Reise nach Lappland ausbildete, der er in der Naturgeschichte geworden ist. Das turpe in patria vivere, et patriam ignorare hat Niemand besser gelehrt, als Linne in seiner Abhandlung über die Nothwendigkeit und den Nuzen der Reisen im Vaterlande. (De peregrinatione intra patriam.) Dr. Schultes allein hat vor 30 Jahren in einer Abhandlung „Ueber Reisen im Vaterlande zur Aufnahme der vaterländischen Naturgeschichte“ Wien. 1799, auf diese zu schnell vergessene Lehre des alten Schweden in Süddeutschland aufmerksam gemacht, und dadurch den Anlaß zu vielen Reisen in den Provinzen Oesterreichs und zu manchen Topographien einzelner Gegenden dieses Landes gegeben. Nach den Versicherungen des Quarterly Review hat England bisher nur ein einziges Werk, das in geologischer Hinsicht als Wegweiser (Guide) genannt zu werden verdient: die Geology of England von Conybeare and Philips. In technischer Hinsicht ist bloß Dupin's Werk von einiger Bedeutung.

Eichenholz zieht den Bliz an, Buchen- und Cedernholz schüzt gegen denselben.

Der Recueil-Industriel führt aus dem Richmond-Enquirer einen Fall an, wo der Bliz (in Amerika) in das hölzerne Haus eines Wagners schlug, das aus Fichtenholz aufgezimmert war, und dessen Dachstuhl aus Eichen- und Cedernholz so gebaut war, daß abwechselnd ein Sparren Eichenholz und ein Sparren Cedernholz zu liegen kam. Der Bliz zerschmetterte und zertrümmerte die Sparren aus Eichenholz, und ließ die Sparren aus Cedernholz ganz unbeschädigt, obschon eiserne Nägel aus dem Eichenholze in das Cedernholz liefen, und den Bliz in dasselbe hatten leiten sollen. Man erinnert sich nicht, daß der Bliz jemals in eine Ceder schlug, und eben so wenig weiß man am Ohio, daß der Bliz in eine Buche fuhr. Die Leute, die im Walde von einem Gewitter befallen werden, retten sich alle unter Buchen, indem man kein Beispiel hat, daß der Bliz jemals in eine Buche fuhr.

(Der Fall in dem Hause des Wagners wäre sehr interessant, wenn der Enquirer oder der Recueil angegeben hätte, was das für Eichenholz war. In Nordamerika sind nicht weniger als 34 verschiedene Arten von Eichen, und unter allen diesen kommt keine der in Deutschland gewöhnlichen Eichen vor. Eben so kommt unter dem Namen Ceder (Cedar), als rothe Ceder (red Cedar) der virginische Wachholder (Juniperus virginiana), und als weiße Ceder (White-Cedar) die thujenartige Cypresse (Cupressus thuoides), nicht aber die morgenländische Ceder (Pinus Cedrus) vor. Man sieht hieraus, daß mit Allem, was hier gesagt wurde, eigentlich nichts gesagt ist, und daß uns nur ein Botaniker über diese elektrischen Phänomene belehren kann. Da ferner in Nordamerika auch zwei verschiedene Buchenarten vorkommen, unsere gemeine Buche, Fagus sylvatica, und die rostfarbene Buche, Fagus ferruginea, und da, wie uns eben das angeführte Beispiel an der Hütte des Wagners lehrt, zwischen Holz und Holz, als Leiter der Elektricität, ein mächtiger Unterschied Statt hat, so wäre es sehr zu wünschen, daß auch hier die Art der Buche botanisch genau angegeben wäre. Der gemeine Mann behauptet von einer Menge Bäumen, daß der Bliz nie in dieselben fahre. Was die alten Heiden vom Lorbeer sagten, daß der Bliz nie in denselben schlägt, glaubt heute zu Tage noch der ultra katholische |79| Italiäner, Spanier und Portugiese eben so fest, wie der Heide, der im Lorbeer die Geliebte des Apollo ehrte. Wenn ferner auch Buchen im Walde, wo sie neben Eichen stehen, gegen den Bliz sicher sind, so würden wir es doch nie rathen, während eines Gewitters Schuz unter einer Buche zu suchen, die einzeln im Freien dasteht. Der Bliz wird nie in einen Eichbaum schlagen, wenn ein gleich hoher metallener Wetterableiter ihm zur Seite steht, wohl aber wo er allein oder unter seines Gleichen steht.

Elektricität der Tücher.

Hr. Menet de Bore bemerkte, daß schwarzes, gut getroknetes Tuch sehr elektrisch wird, und bei sehr geringer Reibung lange Funken schlägt. Weißes und himmelblaues Tuch ist nicht elektrisch? dunkelgrünes und königsblaues (bleu de roi) nur schwach; amaranthrothes mit Cochenille, und vorzüglich krapprothes, ist es mehr als lezteres. Je wärmer die Sonne auf das Tuch scheint, beste mehr nimmt die Elektricität zu. Annal. de l'Ind. Oct. 1828. Bulletin d. Scienc. technol. S. 239.

Guter Rath an die Weinbauer im J. 1829.

Da dieses Jahr alle Mühe des armen Winzers, der seinen Weinberg im Schweiße seines Angesichtes bestellte, und alles Capital, das der reichere Weingüter-Besizer auf dieselben wendete, rein verloren ist, und wir bloß Essig zu erwarten haben, wenn man den herben Traubensaft des heurigen Jahres (denn Most kann man ihn wohl nicht nennen) ausgähren läßt, so empfehlen wir jedem Weinbauer, der aus dem heurigen Traubensafte genießbaren Wein zu erhalten wünscht, noch den kleinen Aufwand daran zu wagen, und groben Mehlzuker oder Syrup im Verhältnisse von 3–4 Pfd., je mehr je besser, auf den Eimer zuzusezen und diesen mitgähren lassen. Auf diese durch vielfältige Erfahrung bewährte Weise kann dann selbst der Essig vom J. 1829 noch zu Wein gemacht werden: denn es ist nur der im Moste enthaltene Zuker, der aus dem Moste Wein macht. Je süßer der Most, desto besser der Wein. Wer unseren Rath befolgen kann und will, wird dabei gut fahren.

Ueber Maikäfer,

über deren Verwüstungen in manchen Gegenden wir auch dieß Jahr wieder so viele Klagen hörten, befindet sich ein interessanter Aufsaz von Hrn. Carpenter in Gill's technological and microscopic Repository, Junius 1829. S. 346., woraus zwar für den Unterrichteten nichts Besonderes hervorgeht, außer der Geschichte der ungeheueren und beinahe bis an das Unglaubliche steigenden Verheerungen, welche diese Thiere in England in den Jahren 1574, 1688, und vor 60 Jahren in der Gegend um Norwich anrichteten, und im Jahr 1785 in Frankreich. Hr. Carpenter zeigt die Nothwendigkeit, das tolle, muthwillige Wegschießen der Vögelarten, mit welchem müßige Faulenzer sich die lange Weile kürzen, vorzüglich der Rabenarten, gesezlich zu verbieten, und die Forstamts-Thorheit, auf eingebrachte Nußhäher Schußgeld zu bezahlen, einmal aufzugeben. Hr. Carpenter fand in einem Nußhäher-Neste, das er beobachtete, daß ein junger Nußhäher täglich wenigstens 15 Engerlinge oder Maikäfer-Raupen frißt, und, wenn sie etwas größer sind, deren 20. 5 junge Nußhäher vertilgen demnach mit ihren 2 Alten täglich wenigstens an 200 Maikäfer. Dieß gibt in drei Monaten an 20,000, und, da der Maikäfer vier Jahre lang Engerling ist, 80,000 vertilgte Maikäfer durch 7 Nußhäher. Wenn man nun annimmt, daß die Hälfte dieser vertilgten Maikäfer Weibchen waren, und jedes dieser Weibchen nur 200 Eier legt, so hat eine einzige Nußhäher-Familie in 4 Jahren 8 Millionen Maikäfer zerstört. Die Maikäfer werden nicht bloß dadurch schädlich, daß sie als vollkommene Insekten die Blätter der Bäume oft ganz abfressen, und dadurch den Wachsthum und den Ertrag der Bäume verderben, sondern auch dadurch, daß sie als Engerlinge vier Jahre lang die Wurzeln der Gewächse benagen. Oft geht der Ertrag einer ganzen Wiese plözlich zu Grunde. Man schreibt dieß einer Menge von Ursachen zu, die ganz unschuldig sind, während es bloß die Engerlinge waren, die die Wurzeln des Grases abfraßen, und die dann, |80| wenn man den Schaden sieht, und nur oberflächlich nachgrabt, nicht entdekt werden können, weil sie sich bald nach dem verübten Schaden 4 und öfters 5–6 Fuß tief in die Erde vergraben, um sich einzupuppen. Hr. Carpenter empfiehlt mit Recht dringend, die müßigen kleinen Kinder in den Dörfern zum Einsammeln und Vertilgen der Maikäfer zu benüzen. Die Landwirthe, die Pfarrer sollten sie durch kleine Geschenke hierzu aufmuntern. Ein Landwirth zahlte den Kindern für 100 Maikäfer Einen Pfennig. In einigen Tagen wurden ihm 44,000 gebracht, die auf feinen Gründen gesammelt wurden. Er hatte auf diese Weise mit 6 fl. anderthalb Millionen Engerlinge vertilgt, die im Verlaufe von 4 Jahren gewiß um eben so viel hundert Gulden Schaden gemacht haben würden.

Ueber die Austroknung der Sümpfe di Colico

am Fuße des Legnone findet sich eine interessante Notiz in der Biblioteca italiana, Giugno, 1829. S. 437. Diese Sümpfe von 12,000 □ Ruthen oder 12 Hektaren verpesteten seit undenklichen Zeiten die Luft in der ganzen Gegend. Schon M. Theresia versuchte diesem Unheile abzuhelfen, und schikte den berühmten Physiker Boscovich an Ort und Stelle, um die nöthigen Vorkehrungen zu treffen: allein, Regierungen sind, selbst wenn sie von so ausgezeichneten Männern, wie Boscovich, unterstüzt werden, selten im Stande, ihre wohlthätigen Absichten auszuführen: die Kniffe der Schreiber wissen Alles zu vereiteln, um ihre Beutel zu füllen. Endlich ist es zwei Privaten, Hrn. Dr. Sacco, dem Eigenthümer des größten Theiles dieser Sümpfe, und dem zu frühe verstorbenen Hrn. Jak. Rousselin gelungen, binnen 5 Jahren diese lernäischen Sümpfe auszutroknen. Wo ehe die Herden, und nicht selten auch die Hirten, versanken, sind jezt blühende Anlagen, fette Felder und herrliche Wiesen. Vor Austroknung dieser Sümpfe hatte die Gegend um dieselben kaum eine Bevölkerung von 1000 kränklichen Einwohnern: gegenwärtig zahlt sie bereits 2100 gesunde Leute. Die neue Straße, die über Chur nach Lindau zieht, und noch eine Straße nach Inspruck führt gegenwärtig die Schäze Italiens nach Deutschland. Diese Wohlthat verdankt man zwei geistreichen unternehmenden Privaten, einem Med. Dr., und einem tüchtigen Landwirthe.

Litteratur.

Deutsche.

Lehrbuch der darstellenden Geometrie nach Monge's Géométrie descriptive vollständig bearbeitet, auch unter dem Titel: Kursus der darstellenden Geometrie nebst ihren Anwendungen auf die Lehre der Schatten und der Perspektive, die Konstruktionen in Holz und Stein, das Defilement und die topographische Zeichnung, von Guido Schreiber, vormaligem Lieutenant in der Großherzoglich Badischen Artillerie, Lehrer der geometrischen Zeichnung und der Topographie an der polytechnischen Schule in Karlsruhe. Erster Theil, welcher die reine Geometrie enthält. Karlsruhe und Freiburg in der Herder'schen Kunst- und Buchhandlung.


Von dem ersten Theile dieses schäzbaren Werkes ist jezt die zweite Lieferung mit 12 Steintafeln erschienen; wir haben auf dasselbe bereits im polytechnischen Journale Bd. XXX. S. 320. aufmerksam gemacht und es den Technikern, besonders aber zum Gebrauch an polytechnischen Schulen empfohlen; wir werden auf dasselbe zurükkommen, wenn es einmal vollständig erschienen seyn wird.

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Huile tournante in den Tuch- und Wollfabriken und am häufigsten in den Türkischroth-Färbereien gebraucht; es ist der von seinem Saz abgesonderte obere klare Theil des vorher gekochten diken Oehls, worin ein Tropfen starker Lauge augenbliklich einen festen Körper bildet.

A. d. R.

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Es hat also auch in China, wie Dr. Schuttes zuerst von der europäischen Salzformation von Tyrol bis an das östliche Ende der Karpathen bemerkte, nachbarliches Vorkommen des Steinöhles und des Steinsalzes Statt, so daß man von der Gegenwart des einen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die des andern schließen kann, und das Verhältniß des Steinöhles wird desto größer, je weiter man gegen Osten kommt.

A. d. Ue.

|75|

Wo es nicht friert.

A. d. Ue.

|75|

Es wird wohl auf die Rohre mit dem Hahne ein Schlauch aufgeschraubt werden müssen, wenn man diese Vorrichtung braucht.

|75|

Mittelst ähnlicher Luftcompression in einem Gefäße könnte man auch zu andern technischen Zweken Wasser auf eine größere Höhe, als es mittelst der Pumpen nicht möglich ist, treiben.

A. d. Ue.

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