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Ueber den gegenwärtigen Zustand des Fabrikwesens in England.
Der Maccles-field Herald sagt: „die Wirkung des freien Handelssystemes bei uns ist, wie wir sehen, diese, daß, während unsere Handschuhmacher und Seiden-Fabrikanten buchstäblich verhungern, die Franzosen so viel Bestellungen in diesen Artikeln aus England erhalten, daß sie mehrere derselben absagen müssen.“
Dagegen bemerkt der Huskisson'sche Manchester Guardian, mit kalter Bosheit über die Leichen so vieler Fabrik-Arbeiter wegsehend: „wenn es auch wahr ist, daß die französischen Seiden-Fabrikanten so viel zu thun haben; so beweist dieß wenigstens, daß, so schlecht es auch den englischen Fabrikanten geht, doch noch Geld genug in England ist, um auswärtige Waare zu kaufen. Man muß französische Seidenwaare kaufen, weil sie schöner, wohlfeiler und besser ist, als die englische.“
– Die jesuitisch gewordenen Times (wenigstens werden sie von einem echten Jesuiten redigirt) behaupten, sagt der Standard, „daß, während die Einfuhr der Seidenwaaren verboten war, sie eingeschwärzt wurden. Wenn sie aber nun auch nicht mehr eingeschwärzt würden, so werden sie frei überall verkauft. Während des Schwärzens waren die Seiden-Fabriken in Spitalfields, Macclesfield, Cogleton, Coventry, Manchester, Glasgow blühend, und jezt sind sie zu Grunde gerichtet. Als vor fünf Jahren noch die Einfuhr der französischen Seidenwaaren verboten war, und bloß geschwärzte Seidenzeuge nach England kamen, verhielt sich der inländische Verbrauch französischer Seidenzeuge zu den englischen, wie 1 zu 20; gegenwärtig ist es beinahe umgekehrt, was leicht begreiflich ist. Denn es wird, unter der bestehenden geringen Abgabe auf fremde Seidenzeuge, jezt nicht bloß frei eingeführt und verkauft, sondern es wird auch zugleich noch geschwärzt, und mehr geschwärzt als vorher, weil das Schwarzen jezt in jeder Hinsicht durch geringere Strafe und mindere Gefahr der Entdekung erleichtert ist. Unsere Seidenzeug-Fabrikation ist gänzlich zu Grunde gerichtet, und, da alle Zweige der Industrie so innig unter einander verbunden sind, so müssen auch die übrigen leiden.“
Während die Times den Bankerott eines Tuchfabrikanten und Wollenhändlers mir 200,000 Pfd. Sterling (2,400,000 fl.) anzeigen, und bemerken, daß 12 bis 14 andere Häuser dadurch veranlaßt wurden, gleichfalls ihre Zahlungen einzustellen, erklären sie dieses traurige Phänomen in der englischen Wollenindustrie dadurch, daß sie sagen, die Wollenhändler und Tuchfabrikanten hatten ihre Creditoren immer dadurch getauscht, daß sie zu Schein-Käufen ihre Zuflucht nahmen; d.h. daß der Tuchwacher sein Tuch für Wolle hingab, und der Wollenhändler Tuch für Geld nahm. Aehnlicher Tausch besteht aber in der ganzen Welt, wo er bestehen kann, und macht sogar das Glük des Wollenhändlers und des Tuchfabrikanten. Der wahre Grund des Unheiles, das jezt auch über englische Tuchfabrikanten und Wollenhändler kommt, liegt in dem Aufschwunge der holländischen und deutschen Tuchfabriken, und in der begünstigten Wollen-Einfuhr nach England, wodurch der englische Wollenhändler zwar wohlfeiler aus dem Auslande kauft, als von dem englischen Heerden-Besizer, aber auch mehr von der Strenge des Zahlungs-Termines abhängt. (Galignani N. 4523.)