Titel: Vorschläge zur Vollendung des Themse-Tunnel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 34, Nr. LIX./Miszelle 50 (S. 236–237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj034/mi034059_50

Vorschläge zur Vollendung des Themse-Tunnel.

Man lernt öfters erst dann die Mittel kennen, durch welche ein Unglük zu |237| vermeiden gewesen wäre, wenn das Unglük bereits geschehen ist, und wird öfters bloß durch Schaden geneigt zur Ergreifung jener Mittel, durch deren frühere Anwendung man demselben hätte vorbeugen können. Das Mechanics' Magazine theilt in N. 305, 13. Jun. S. 276. zwei Vorschläge mit, welche der Compagnie vor Anfang des Baues des Tunnel gemacht wurden, aber unbeachtet blieben. Der eine bestand darin, den Boden oder Grund der Themse vor Einbrüchen zu sichern. Zu diesem Ende sollte ein Kasten von sechs Fuß Höhe, von erforderlicher Länge und von einer solchen Breite erbaut werden, daß er zu jeder Seite um 6 bis 8 Fuß über die Breite des Tunnel oder Stollens hinausragt. Dieser Kasten sollte wasserdicht und an seinen unteren Kanten mit zolldiken und ungefähr einen Fuß oder mehr unter den Kanten hervorragenden Brettern beschlagen seyn, so daß er mittelst derselben einen Fuß tief in den Schlamm und Sand einschneiden kann. So vorgerichtet, sollte er mit Steinen beschwert und endlich durch Wasser, welches man in denselben bei einer Oeffnung an der Deke einläßt, über der Stelle versenkt werden, die eben im Baue steht. Diese Oeffnung, durch welche man das Wasser einläßt, sollte so eingerichtet seyn, daß man durch dieselbe das Wasser aus dem versenkten Kasten auspumpen kann, wenn der Bau an der darunter befindlichen Stelle vollendet ist, wo dann der ausgepumpte Kasten wieder an die Oberfläche des Wassers kommen, und auf die vorige Weise neuerdings wieder an jener Stelle versenkt wird, an welcher der Bau fortzusezen ist.

Der andere, welcher gleichfalls den Boden, aber nur auf eine sehr unvollkommene Weise, schüzen wollte (deren Beschreibung wir hier übergehen), empfahl, den Tunnel oder Stollen nicht auf ein Mal in seiner ganzen Breite auszugraben, sondern diese Breite in 7 gleiche Theile zu theilen, und immer nur, abwechselnd von den beiden äußersten Theilen angefangen, einen Theil auszugraben, so daß die drei mittleren, wie Säulen, die Deke tragen, und erst dann weggenommen werden, wenn die übrigen vier Theile bereits ausgemauert sind, die man dann einstweilen mit Zimmerwerk stüzt, bis auch die inneren drei Theile ausgegraben sind.

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