Titel: Neue Pflanzenspeise aus der alten Welt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 34, Nr. LIX./Miszelle 59 (S. 240–241)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj034/mi034059_59

Neue Pflanzenspeise aus der alten Welt.

Die ältesten Botaniker, und auch Linné in seinen plantis esculentis, |241| Böhmer in seiner techn. Geschichte der Pflanzen, B. 1. S. 373. haben die Stachys palustris oder der Sumpf-Andorn, der häufig an Gräben wächst, und dem die Schweine so gern nachwühlen, als Mehl-Material in theuren Zeiten empfohlen. Hr. Jos. Houlton empfiehlt nun diese Pflanze im XLVI. B. der Transactions of the Society for the Encouragement of Arts (Gill's techn. Repos. Jul. 1829, S. 27 ) als Surrogat für Spargel, und erhielt dafür die silberne Isis-Medaille. Er empfiehlt die Wurzeln im December und Januar aus der Erde zu nehmen, wo sie 6 bis 10 Zoll lang sind, und dann zu kochen. Sie dürfen bloß, da sie zart sind, 12–15 Minuten lang gesotten werden. Die Pflanze läßt sich, als überall in Europa einheimisch, leicht ziehen. Man legt die Wurzeln, die man in kleine Stüke schneidet, wovon jedes nur 2–3 Glieder zu haben braucht, im März in fetten, nassen Boden 12 Zoll tief. Die Wurzeln werden durch Kultur größer. Im Oktober sind die Knollen dieser Wurzel roth, und haben zu jeder Seite ein Auge; im März verdünnen sie sich aber und werden hohl, indem alle ihre nahrhaften Theile zur Ernährung der Pflanze verwendet werden. Hr. Moulton bekam den Preis nicht dafür, daß er diese Pflanze als Mehlmaterial, sondern dafür, daß er sie als Gemüse empfahl.

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