Titel: Ueber Schweinemast.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1829, Band 34, Nr. LIX./Miszelle 67 (S. 243)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj034/mi034059_67

Ueber Schweinemast.

Ein Landwirth schreibt im American Farmer: „seit 4. December beschäftige ich mich mir Versuchen zu sehen, ob rohes Korn oder Mehl zu einem guten diken Breie angerührt den Schweinen besser bekommt. Ich nahm vier Schweine, jedes von ungefähr 400 Pfd. Schwere: zwei derselben aßen in 24 Stunden, jedes, 7 Pfd. Korn roh; den zwei andern wog ich täglich genau 7 Pfd. Mehl zu, die zu einem guten steifen Breie angerührt wurden, in welchem Zustande er 28 bis 30 Pfd. wiegt. Ich habe die Schweine alle genau gewogen, ehe ich den Versuch anfing, und wog sie am sechzehnten Tage darauf wieder. Diejenigen, die 7 Pfd. Korn des Tages aßen, hatten um 47 Pfd. in 46 Tagen zugenommen, während die andern bei 7 Pfd. Mehl um 24 Pfd. zunahmen. Ich hatte also an lezteren beinahe die Hälfte Korn erspart.“ (Mech. Mag. 27. Jun., S. 320.) (Es ist ein noch zu wenig verstandener Grundsaz in der Kunst der Viehmast, daß, je leichter verdaulich die Speise ist, die man dem Thiere reicht, je mehr durch zwekmäßige Kochkunst vorbereitet, je feiner sie ist, desto besser sie dem Thiere bekommt, und desto schneller dasselbe davon fett wird. Jede Hausfrau kann sich davon überzeugen, wenn sie ihre Hühner in der Steige mit Brot oder Teig, Statt mit Körnern füttert. Was vom Huhne gilt, gilt von der Sau und vom Ochsen eben so gut. „Gute Syeisen, in kleinen Portiönchen öfters des Tages und in möglicher Abwechslung gereicht, machen Hühner, Schweine, Rinder und Mönche schnell fett,“ sagte der alte Beckmann in seinen Vorlesungen über Landwirthschaft.)

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