Titel: Poole, Verbesserung an Kutschen und anderen Federn.
Autor: Poole, Moses
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XLIX. (S. 190–191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/ar037049

XLIX. Verbesserung an Kutschen und anderen Federn, worauf Moses Poole, in Folge einer Mittheilung eines Fremden, sich am 27. Febr. 1830 ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Register of Arts. Junius . S. 8.

Mit einer Abbildung auf Tab. III.

Diese Federn sind nach einem ganz anderen Grundsaze, als die bisher gebräuchlichen, gebaut, und scheinen uns allerdings einer Prüfung werth. Die Wirkung auf die gewöhnlichen Federn, und die Gegenwirkung derselben, beruht auf Ausdehnung und Zusammenziehung derselben nach ihrer Länge: hier bei diesen Patent-Federn beruhen beide auf der Breite derselben, auf einem Drehen oder Winden und Nachlassen, so daß also eine weit größere Kraft zu dieser Wirkung erforderlich wird, und folglich auch weniger Stahl oder anderes Material nöthig ist. Ueberdieß ist die erforderliche Form weit einfacher, und die Verfertigung derselben weit leichter.

Fig. 13. zeigt die Anwendung dieser Federn an einem sogenannten Stanhope. aaa, ist das Gestell desselben, b, das Wagscheit. cccc, sind zwei lange einfache Stahlplatten. Diese lezteren sind in einem geringen Grade spiral gewunden, jedoch, von ihrer Mitte aus, in entgegengesezter Richtung. In ihrer Mitte sind sie nämlich an der Achse, d, mittelst zweier starken eisernen Klammern, ee, befestigt, so zwar, daß sie eine schiefe Neigung unter einem Winkel von |191| 45° erhalten. Die Enden jeder dieser Platten haben eine kleine hervorragende Achse, welche sich in einem Lager dreht, das an den Seiten des Gestelles der Kutsche angebolzt ist. Diese Platten können also, da sie auf obige Weise in ihrer Mitte befestigt sind, durch eine an ihren Enden angebrachte gehörige Kraft gewunden oder gedreht werden. Diese Kraft, welche hier die Schwere des Kastens des Wagens ist, wird mittelst zweier Dreheplatten, ff, die an ersterem befestigt sind, durch die gekrümmten Arme, gggg, welche an den Enden der Federn angebracht, und in dieselben eingehäkelt sind. Die Dreheplatten, ff, sind in ihrer Mitte an der unteren Seite des Kastens mittelst der Klammern, hh, befestigt, wodurch sie in dieselbe Winkellage gegen die erst erwähnten gelangen, und die Enden drehen sich auf dieselbe Weise in Lagern, iiii, welche gleichfalls an dem Boden des Kastens der Kutsche angebracht sind.

Es ist offenbar, daß ein Kasten, der auf diese Weise eingehängt ist, einen bedeutenden Grad von Elasticität besizt. Erfahrung kann indessen allein hier über die wahren Vortheile und über die Ersparung bei dieser Vorrichtung entscheiden.

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