Titel: Devenoge, Maschine zum Ziegelschlagen.
Autor: Devenoge, H. R. Salmon
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. CXXVI. (S. 461–463)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/ar037126

CXXVI. Verbesserungen an der Maschine zum Ziegelschlagen, worauf H. R. Salmon Devenoge, Little Stanhope Street, May Fair, London, sich am 8. Mai ein Patent ertheilen ließ.

Aus dem Register of Arts. August. S. 70

Wenn in irgend einer Fabrik dieselbe Arbeit immer wiederholt werden muß, so ist Maschinerie gewöhnlich besser, als Menschenhand, und es sollte scheinen, daß dieses nirgendwo mehr der Fall ist, als bei der Ziegelschlägerei. Wenn wir jedoch nach dem schlechten Erfolge urtheilen dürfen, den die vielen Versuche, Ziegel mittelst Maschinen zu verfertigen, bisher hatten; so dürfen wir vielleicht schließen, daß diese Arbeit entweder von der Art ist, daß Verstand dazu gehört, oder daß die Herren, die Maschinen zur Ziegelschlägerei erfanden, und große Summen darauf wendeten, sich das Monopol derselben zu sichern, mit der eigentlichen Arbeit, für welche sie ihre Maschinen bestimmten, nicht gehörig vertraut waren. Nach sorgfältiger Erwägung dieses Gegenstandes, mit Rüksicht auf die Personen, welche sich Patente auf Maschinen zum Ziegelschlagen geben ließen, sollte man beinahe sich für leztere dieser Ansichten hinneigen.327) Auch die |462| gegenwärtige Verbesserung, die eine Mittheilung eines Ausländers ist, ist nicht berechnet, um unsere Ansicht hierüber zu ändern.

Hrn. Devenoge's Maschine ist, in Hinsicht auf Lage und Bewegung der Ziegelmodel, so ziemlich nach dem Grundsaze derjenigen, auf welche Hr. Leahy sich im J. 1824 ein Patent ertheilen ließ. Hr. Leahy schlug vor, das zubereitete Material mittelst eines Stämpels in Reihen vierekiger Fächer zu drüken, welche als Model an dem Umfange eines sich drehenden Cylinders oder einer Trommel angebracht sind. Statt Eines Cylinders braucht der gegenwärtige Patent-Träger aber deren zwei, die sich so drehen, daß sie mit ihren Umfängen mit einander in Berührung kommen, und die so vorgerichtet sind, daß die Vorsprünge des einen den Vertiefungen oder Modeln des anderen gegenüber kommen, und so den Thon in dieselben eintreiben, zu gleicher Zeit aber auch die Oberfläche des Thones aushöhlen, um das erforderliche Lager für den Mörtel zu bilden. Die Rükseite des Ziegels wird durch eine Hervorragung im Model gleichfalls hohl gebildet.328) Die oberen Seiten der Cylinder werden mit dem zubereiteten Material aus Rümpfen beladen, die über denselben angebracht sind, und nachdem dieses Material in die Model durch die sich drehenden Cylinder eingedrükt wurde, kommen die Ziegel durch den Wechsel der Lage der Boden bei dem Niedersteigen derselben auf eine Laufkette aus Querhölzern, die auf einer Reihe von Reibungswalzen laufen, und durch Trommeln in Bewegung gesezt werden, um welche die Kette läuft. Auf diese Weise kommen die Ziegel aus der Maschine und dann in den Trokenstand.

Der Patent-Träger sagt, daß, bei dieser Weise die Ziegel frei zu machen, kein Sand nothwendig ist; daß aber, wenn man ihn durchaus will, er eine Siebvorrichtung angebracht hat, mittelst welcher die Model eingesandet werden können, ehe man sie mit Thon versieht. Mit dieser Verbesserung sind noch mehrere andere verbunden, die empfehlenswerth |463| sind. Die Weise, wie der Thon in die Model gepreßt wird, ist sinnreich, und der Umstand, daß die absteigenden Seiten des Cylinders beständig beladen bleiben, ist ein wichtiger Umstand, indem dadurch die Kraft bedeutend vermindert wird, welche nöthig ist, um die Maschine in Gang zu erhalten.

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Das Repertory of Patent-Inventions gibt im Augusthefte S. 93. eine Beschreibung dieser Maschine ebenfalls ohne Zeichnung und ohne Beurtheilung des Werthes. Die Beschreibung ist sehr undeutlich und unvollständig. Wir lernen nur so viel aus derselben, daß die Cylinder sich in entgegengesezter Richtung drehen, und bei jeder Umdrehung 72 Ziegel geben. Ohne Zeichnung kann man sich keinen deutlichen Begriff von dieser Maschine machen.

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Einen etwas sonderbaren Fall, der unsere Meinung zu bestätigen scheint, können wir aus dem Jahre 1825 anführen, wo ein Patent-Träger einer Maschine |462| zum Ziegelschlagen, Statt jeden Model oder jedes einzelne Stük Thon, das in den Model kommt, einzeln zu fanden, damit es nicht am Model und an den übrigen Theilen der Maschine kleben bleibt, vorschlug: „den Thon, der in den Rumpf gebracht wird, um die Model zu versehen, auf allen Seiten mit so viel Sand zu deken, als füglich daran hängen bleiben kann.“ Wahrscheinlich wurde er hierzu durch dieselben Gründe bestimmt, welche den sel. Dr. Franklin „(den Stifter der Vereinigten Staaten)“ als er noch Kind war, veranlaßten seinem Vater zu sagen: er möchte doch, um Zeit zu ersparen, wenn er ein Schwein absticht, sein Tischgebet für ein Mal und immer über die ganze Sau halten, damit er nicht dasselbe bei jedem Mittagsmahle über jedes einzelne Stük von ihr zu wiederholen braucht. A. d. O. (Hr. Hebert, der Redacteur des Register, ist ein Katholik, dessen Frömmigkeit in ganz England bekannt ist, und der bei dieser Gelegenheit dem noch frömmeren, aber nichr katholischen, alten Franklin aus christlicher Liebe einen Stoß per Christo von hinten anbringen wollte. Alles in Liebe! A. d. U.)

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Wie stark sind aber die Kanten? Wie stark ist die Dike? A. d. Ue.

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