Titel: Preis-Aufgabe der k. k. allgemeinen Hofkammer in Wien.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XXII./Miszelle 1 (S. 62)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037022_1

Preis-Aufgabe der k. k. allgemeinen Hofkammer in Wien.

(Die Darstellung vollkommen reinen Kupfers bei den Hüttenwerken betreffend.)

Vermöge der mit den Kupfergattungen innländischer Erzeugung vorgenommenen chemischen Prüfungen, enthalten dieselben, je nachdem sie aus Fahl- oder Gelferzen ausgebracht sind, oder dem Entsilberungsprozeß unterworfen waren, Beimischungen von Antimonium, Eisen, Blei, Arsenik, Schwefel etc.

Diese Beimischungen betragen oft im Ganzen nicht mehr als 1/2 vom Hundert, dennoch ist solches Kupfer zur Darstellung feinen Messings zum Drathziehen, für Silberplattirarbeiten etc. nicht vollkommen geeignet.

Bei den Fortschritten, welche in dem Zweige der metallurgischen Chemie gemacht worden sind, dürfte ein Verfahren bekannt, oder durch Versuche zur Kenntniß eines solchen zu gelangen seyn, wodurch das Garmachen des Schwarzkupfers bei den Hütten, ohne bedeutende Vermehrung der Gestehungskosten so vollkommen bewirket werden kann, daß die Beimischungen des Schwarzkupfers oder des unvollkommen gar gemachten Kupfers gänzlich weggebracht werden.

Die k. k. allgemeine Hofkammer versucht es, zu einer solchen, auf Theorie und Praxis beruhenden, mit allfälligen Zeichnungen der Apparate versehenen Anleitung zum Kupfergarmachen durch den Weg der Concurrenz zu gelangen, an welcher Theil zu nehmen, hiermit Chemiker und Hüttenmänner des Inn und Auslandes eingeladen werden.

Für die gelungenste Lösung dieser Aufgabe werden als Preis ohne irgend einen Abzug Einhundert Stük K. K. Dukaten in Gold, als Accessit zwölf Dukaten in Gold festgesezt.

Zur Einsendung der aufgegebenen Anleitung an die k. k. allgemeine Hofkammer in Wien wird der Termin bis Ende März 1831 eingeräumt.

Der Anleitung ist ein versiegelter Zettel mit dem Namen und Wohnort des Verfassers beizulegen, auf dessen Couvert sich ein Motto befindet, das auch der Anleitung beigefügt ist.

Die Einreichungsprotokoll-Direktion ertheilt Empfangsbestätigungen, auf welchen sich das Motto befinden wird.

Die Beurtheilung des Aufsazes und Zuerkennung des Preises und Accessits geschieht durch ein Comité von Chemikern und Sachverständigen.

Dem Verfasser der gekrönten sowohl als jener mit dem Accessit betheilten Abhandlung bleibt es frei gestellt, dieselbe durch den Druk bekannt zu machen.

Die übrigen Abhandlungen werden ohne Eröffnung der versiegelten Zettel gegen den Empfangsschein der Einreichungsprotokoll-Direktion rükgestellt.

Diejenigen Verfasser, welche nach dem in ihrer Anleitung angegebenen Verfahren, gegen Vergütung der Reisekosten und Bezug angemessener Diäten, die Versuche persönlich leiten wollen, haben sich hierüber am Schlusse ihrer Anleitung zu erklären.

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L' Ateneo di Bergamo bestimmt einen Preis von 50 Zechinen für die beste Abhandlung, in welcher ein zuverlässigeres und wohlfeileres Verfahren als das bisherige angegeben wird, um einen Maulbeerbaum an derselben Stelle wachsen und gedeihen zu machen, wo früher ein ausgestorbener Maulbeerbaum gestanden ist, und die Anstekung, die sich von kranken Maulbeerbäumen auf gesunde fortpflanzt, zu verhüten. Die Abhandlungen können in französischer oder italiänischer Sprache geschrieben seyn, und müssen bis lezten December 1831 an den Hrn. Präsidenten Alborchetti unter den bei Preisfragen gewöhnlichen Förmlichkeiten eingesendet werden. (Biblioteca italiana N. 172. Aprile 1830 (ausgegeben am 3. Junius.)

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