Titel: Ueber deutsche Feuerlöschanstalten
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XXII./Miszelle 16 (S. 69)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037022_16

Ueber deutsche Feuerlöschanstalten

gibt das Mech. Mag. a. a. O. S. 224 eine kurze Notiz, die eben so ehrenvoll für uns als wahr ist, aus dem Chronicle, nur ist hier eine grobe Unrichtigkeit in der Darstellung des Principes dieser herrlichen Anstalten. Das Chronicle nennt sie Fire-Associations,“ und das Mechanics' Magazine schreibt diesen groben Irrthum nach. Keiner dieser beiden Redactoren scheint zu wissen, daß unsere guten deutschen Lösch-Anstalten Sache der Regierung, Sache der Polizei, sind, und daß sie in den einzelnen Staaten Deutschlands desto besser sind, je besser die Polizei organisirt ist; d.h. schlechter, wo sie den Magistraturen, und besser, wo sie eigenen Behörden übertragen ist. In Deutschland sind die Kaiser, die Könige (Joseph, Franz in Oesterreich, Maximilian Joseph in Bayern), die Erbprinzen selbst gegenwärtig, wenn ein Haus eines Bürgers in ihrer Stadt brennt; in dem constitutionellen freien England bemüht sich nicht einmal der Lordmayor der Stadt zu einer Feuersbrunst, wenn ganze Straßen in Flammen stehen. In England läßt man von oben herab brennen, was da brennen will, weil man von unten herauf will, daß man sich von oben herab in nichts menge. Der Engländer würde ehe, scheint es, ganz London abbrennen lassen, als eine gute Polizei haben wollen. „Eine solche Feuer-Gesellschaft! (fire assosiation)“ sagt das Chronicle sehr naiv „hätten wir zu London höchst nöthig! Wenn es geschrieben hätte Feuerpolizei (fire-police) wäre Feuer im Dache gewesen in allen Häusern Londons.

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