Titel: Einige Arbeiten des Hrn. Thom. Gill.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XXII./Miszelle 19 (S. 69–70)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037022_19

Einige Arbeiten des Hrn. Thom. Gill.

Hr. Gill erzählt in seinem technol. Repository, Mai, S. 309, daß sein Vater der Erfinder jener Vorrichtung an den Lichtpuzen ist, welche, wie man zu sagen pflegt, die Dochte fressen und die Gluth an denselben durch den Druk einer eigenen Platte auslöschen, so daß weder der Docht fortklimmen, noch |70| Rauch und Gestank sich aus der Lichtpuze entwikeln kann. Vor ihm hat ein Stahlarbeiter, Pinchbeck, solche Lichtpuzen verfertigt, zu welchen man beide Hände brauchte, wenn man das Licht mit denselben puzen und obige Zweke erreichen wollte: Hr. Gill brachte die gegenwärtige bekannte Vorrichtung an, bei welcher Eine Hand zureichte.

Sein Vater verbessert auch die Bajonett-Pistolen (Springbayonet pistols or blunderbusses), so daß mal, jezt sicher ist, daß das Bajonett auf denselben feststeht, wie man die Feder drükt und es los läßt.

Da die bisherigen Klingenproben an Säbeln alle nicht zureichten, indem auch solche Klingen, die die gewöhnlichen Proben aushielten, im Gefechte, wo Schneide gegen Schneide gehauen wird, zuweilen abgehauen werden, so richtete Hrn. Gill's Bater einen Apparat vor, in welchem eine schwere Säbelklinge mit aller Gewalt gegen die Schneide der zu probirenden Klinge, welche senkrecht gehalten wurde, geführt wurde, und es zeigte sich hier, daß manche Klinge, die allen früheren Proben widerstand, bei dieser unterlag und durchgehauen wurde.

Er verbesserte auch die sogenannten gewundenen Flintenläufe (twisted gun barrels). Statt vierekige Bänder (ribands), wie man sie technisch nennt, zu denselben zu nehmen, dachte er eine der Kanten derselben ab, so daß sie dann auf dem Cylinder aufgewunden so genau an einander paßten, daß nicht einmal Schlagloch mehr zwischen dieselben eindringen konnte. Er verfertigte die Bänder zwischen gefurchten Walzen in verschiedener Dike, so daß die dikeren Stellen die Kammern bildeten, hizte sie in einem Reverberirofen, windete sie auf und ließ sie durch einen Cylinder laufen, worauf sie geschweißt wurden. Er wikelte dann noch ein Mal eine zweite Lage Bänder in entgegengesezter Richtung auf die erste.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: