Titel: Mundharmonika.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1830, Band 37, Nr. XXII./Miszelle 21 (S. 70)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj037/mi037022_21

Mundharmonika.

Die Mundharmonika (the German Aeolian-Harp) ist in England (wie wir aus dem Register of Arts ersehen [N. 30. S. 167.]), bereits der Gegenstand zweier Patente geworden. Der berühmte musikalische Instrumentenmacher, Hr. Charles Wheastone, London, Strand, S. 436 verfertigte daraus eine Art Dudelsak's (das Lieblings-Instrument der Schotten), und der Optiker, Hr. Day, in Verbindung mit dem Mechaniker Hrn. August Münch, eine Art Orgel. Wir Deutsche, bei welchen dieses kleine Instrument seit Jahren zu Hause ist, haben seit Jahren nichts dafür gethan. Wir haben vor mehreren Jahren unsere musikalischen Instrumentenmacher aufmerksam gemacht, ihre Kunst dem lieblichen kleinen Dinge zu schenken; es geschah, so viel wir wissen, bis zur Stunde nichts. In England zahlten, wie wir jezt sehen, zwei Instrumentenmacher, jeder 2000 fl., um die Mundharmonika (jeder nach seinem Gutbefinden) bearbeiten zu dürfen. Das ist der Unterschied zwischen deutschem Handwerkergeiste und zwischen englischem: dieser zahlt, daß er arbeiten darf; jener zahlt, daß er auf der Bärenhaut sich reken und streken darf, so lang er noch einen übrigen Groschen in der Tasche hat.

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